Liebesbeziehung
Miriam Bektasiam 28.07.2017

Kaum getrennt, geht die Suche nach Mr. Right wieder von vorne los: Nicht wenige wechseln heute ihre Beziehungen wie ihre Klamotten in der Umkleidekabine beim Zara-Sale. Mit 30 haben wir öfter Schluss gemacht als unsere Großeltern in ihrem ganzen Leben. Beziehungshopping heißt das Phänomen, mit dem sich Männer und Frauen mit etwas Neuem von ihrer alten Liebesbeziehung ablenken. Wieso du mit einem neuen Partner aber auch nicht glücklicher wirst, erfährst du hier.

Der Wunsch nach ständiger Bestätigung kann süchtig machen.

Die ewige Suche nach Mr. Right

Wer träumt nicht von der ganz großen Liebe? Diesen einen Menschen zu finden, der uns liebt und versteht wie kein anderer. Doch die Realität sieht meist ganz anders aus. Jede dritte Ehe in Deutschland scheitert und im Zeitalter von unbegrenzten Möglichkeiten und unendlicher Freiheit ist es einfach denn je, sich von einer Beziehung in die nächste zu stürzen. Aber kann es wirklich gut sein, von einer gescheiterten Liebesbeziehung in die nächste zu wechseln?

Du reflektierst deine Fehler nicht

Von einer Beziehung zur nächsten zu springen, ist etwa so, wie der Versuch, den gesamten Tennisplatz samt Gegenspieler auszutauschen, wenn du beim Match am Verlieren bist, weil deine Rückhand schwach ist. Im ersten Moment mag der Schritt der Trennung womöglich für Erleichterung sorgen, doch wenn du dich wirklich verbessern willst, dann kommst du nicht drum herum, an deiner Technik zu arbeiten oder regelmäßig zu trainieren. So sind Partnerwechsel und Trennung selten die Lösung, sondern meist die Verschleppung eines tiefer liegenden Problems. Denn eine Trennung vom Partner sorgt meistens nur dafür, dass wir uns vom Auslöser trennen, der Ursache des wahren Problems aber nie wirklich auf den Grund gehen. Mit dem Ergebnis, dass sich beim nächsten Partner nichts ändert und das ganze Dilemma wieder von vorne losgeht. Doch wer will das schon? Ob du verliebt bist oder nur süchtig nach Drama, kannst du übrigens hier herausfinden.

Du bewegst dich nur an der Oberfläche

Abtauchen ist auch in der Liebe keine schlechte Idee.

Wechselt man ständig seinen Partner, kann sich auch keine emotionale Intimität einstellen. Hast du dich schon einmal gefragt, warum du andere Menschen auf Distanz du dir hältst? Vielleicht hast du Angst vor Routine, Langeweile oder dem Desinteresse deines Partners? Aber gerade in einer Liebesbeziehung ist emotionale Nähe, Intimität und das damit einhergehende Vertrauen in den anderen enorm wichtig. Vielleicht ist dir in der Vergangenheit etwas passiert, das dein Vertrauen in andere Menschen erschüttert hat. Oft ist es nämlich die Angst vor einer soliden Bindung, die uns von einer oberflächlichen Beziehung in die nächste stürzen lassen. Und genau dieses Verhalten oder besser gesagt diese Angst führt unweigerlich zum Ende der Beziehung.

Beziehungshopping: Du verwechselst Liebe mit Abhängigkeit

Eine Beziehung nach der anderen einzugehen, ist oft eine Flucht vor sich selbst. Denn nicht jeder kommt mit dem Gefühl des Alleinseins gut zurecht. Viele, die auf der Suche nach der großen Liebe sind, sind auch oft auf der Suche nach dem Ende eines unangenehmen Gefühls: Einsamkeit. Sobald du aber das Bedürfnis danach entwickelst, dich vom negativen Gefühl des Alleinseins befreien zu wollen und du deshalb Beziehungen eingehst, die dir nicht gut tun, läufst du Gefahr, dich abhängig zu machen. Wenn du wirklich glücklich werden willst, musst du lernen, angemessen und positiv mit dem Gefühl des Alleinseins umzugehen. Und erst dann bist du bereit dazu, einen Mann zu finden, der dein Leben ergänzt und den du von Herzen gerne an deiner Seite wissen möchtest. Wie du deine Einsamkeit überwinden kannst, erfährst du hier.

Beziehungshopping

Es ist wichtig, dass du auch einfach mal alleine sein kannst.

Du bist ständig auf der Suche nach dem nächsten Kick

Dieses Kribbeln im Bauch, wie es einst Pe Werner besang, kann auch süchtig machen. Im Magen flattert eine Armee von Schmetterlingen, das Herz schlägt schneller – Verliebt sein weckt ungeahnte Energien. Doch Liebe ist nichts Statisches, es ist ein Gefühl, das sich weder konservieren noch festzurren lässt. Wenn du Beziehungen nur wegen des Gefühlshöhenflugs eingehst, ist die nächste Krise vorprogrammiert. Menschen entwickeln und verändern sich, das bringt Bewegung in Beziehungen und schafft Möglichkeiten, sich und den anderen neu kennenzulernen – vorausgesetzt, man lässt sich darauf ein.

Liebe braucht Zeit

Natürlich kann es dir im ersten Moment helfen, wenn du dich mit einer neuen Beziehung über deinen Liebeskummer hinwegtröstest. Aber: eine Trennung und Probleme, die du noch nicht richtig verarbeitet hast, holen dich immer wieder ein. Deshalb hilft es auch langfristig nicht, sich von Beziehung zu Beziehung zu hangeln. Und die Wahrscheinlichkeit, direkt nach der Trennung die große Liebe zu finden, ist eher gering. Wenn du dich ständig fragst, ob es da draußen jemand Besseren gibt, solltest du vielleicht erst mal bei dir selbst anfangen und dich fragen, wie du dich zum Traumpartner entwickeln kannst.

„Liebe ist: Erfüllung, Last und Medizin“, sagte einst Schriftsteller Kurt Tucholsky. Sie kann furchtbar anstrengend und verletzend sein – doch letztlich ist Liebe die schönste Erfahrung, die wir machen können. Und sie ist es wert, dass wir ihr eine Chance geben und uns anstrengen. Wie stehst du zum Thema Beziehungshopping? Wir sind gespannt auf deine Erfahrungen in den Kommentaren.

Bildquellen: iStock/Viktor Gladkov, iStock/Nemjana Miscevic, iSTock/oneinchpunch, iStock/g-stockstudio

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