Kriegskunst

Besser Streiten

Das kennen wir alle. Arglos sitzen wir im Park und in der Nähe ist dieses Paar. Nach ein paar Minuten schallen immer lauter werdende Wortfetzen zum eigenen lauschigen Bänkchen. „Du hast schon wieder…!“ ruft der eine, „Immer soll ich…!“ Kommt es zurück vom anderen. Selbst ist man hin und her gerissen zwischen lachen und peinlich berührt sein.

Das Paar streitet sich sehr

Richtig Streiten will gelernt sein.

Streitende Paare wirken unzufrieden und unverliebt. Dabei sieht schon das Sprüchlein „Was sich liebt das neckt sich!“ Streiten für eine funktionierende Partnerschaft vor. Und das ist auch gut so. Wer nicht streitet, liebt auch nicht. Aber Streiten will gelernt sein, denn im Affekt sagt man schnell fiese Sachen, die man später bereut.

Duellieren oder den Mantel des Schweigens darüber?

Es gibt Paare, die streiten, dass die Teller fliegen. Und solche, die ihre Konflikte lieber für sich behalten. Und den Ärger so in sich hineinfressen. Es ist schwierig, aus diesen typischen Streitgewohnheiten auszubrechen. Während die einen im Ärger jegliche Hemmungen verlieren, sprechen die anderen aus Angst, die Harmonie aufs Spiel zu setzen, nicht das aus, was sie bedrückt. Mit den richtigen Streitstrategien lässt sich langsam ein Ausweg aus dem Teufelskreis finden – sonst gibt es böses Blut. Und das kann dann schnell das Aus sein für die große Liebe. Laut Prof. Dr. John Gottmann von der Uni Washington lassen sich vierzig Prozent der Paare scheiden, weil sie ständig Streit haben. Aber die meisten Ehen gehen zu Ende, weil die Partner dem Streit ständig aus dem Weg gehen und sich so immer weiter voneinander entfernt haben.

Zündstoff

Und woraus sind sie gemacht, die besten Streits? Traurig, aber wahr, der Deutschen liebstes Streitthema ist das Geld. Aber auch Kindererziehung, Freizeitgestaltung und unterschiedliche Interessen können zu ausgewachsenen Konflikten führen. Generell gibt es im Lauf einer Partnerschaft immer mehr, über das man streitet. Am Anfang ist es nur der Kinofilm oder das Restaurant in das man gehen soll, später plötzlich die eigenen vier Wände oder die erste Sechs der Kinder.

Fight Club

Streiten gehört zu einer guten Partnerschaft einfach dazu. Wer das akzeptiert und den Streit als Möglichkeit sieht, sich als Paar weiterzuentwickeln, hat schon einen wichtigen Schritt getan. Richtig streiten heißt, klar zu machen, wie man tickt, dem anderen aber trotzdem offen zuzuhören. Wer versucht, den anderen aus Frust zu verletzen oder zu demütigen, wird nur wütende Gegenangriffe provozieren. Tödlich in einem Streit sind laut Prof. Gottmann die „vier apokalyptischen Reiter“: Kritik, Verachtung, Abwehr und Abblocken.

Übung macht den Meister

Einige Spielregeln für richtiges Streiten sollten den Beziehungs-Super-Gau verhindern, vorausgesetzt sie werden im Ernstfall auch umgesetzt:

1.) Sag niemals Nie!
„Du kommst nie pünktlich und bist immer so rücksichtslos.“ Immer und Nie sind absolute No-Go’s. Bei vorwurfsvollen Generalisierungen ist es schwierig, noch ein konstruktives Gespräch zu führen. Wenn Dein Schatz nicht ein absoluter Supersoftie ist, kannst Du Dich schon mal auf eine feurige Gegenrede einstellen. Besser ist es, immer auf die aktuelle Situation einzugehen, und Sätze nicht als Vorwürfe zu formulieren. Konkret heißt das: Ich statt Du. „Ich fühle mich überfordert und fände es schön, wenn du ein wenig mehr Rücksicht nehmen und versuchen würdest, pünktlicher nach Hause zu kommen.“ Auch wenn man sich fühlt wie der neue diplomatische Botschafter der UNO, bewirkt die sanftere Formulierung oft, dass gar kein handfester Streit entstehen muss.

2.) Fragen kostet nichts.
Keine Monologe! Sprich Dein Problem an, aber fang nicht an, darüber zu lamentieren. Wenn ihm Deine Meinung langsam wieder aus den Ohren rauskommt, wird er irgendwann auf Durchzug schalten. Lass ihn also zu Wort kommen. Es ist wichtig, dem anderen zuzuhören und auf das Gesagte einzugehen. Sonst kann es keine Entwicklung geben im Streit, und man steht am Ende wieder da, wo man angefangen hat.

3.) Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.
Kurz noch eine Grundsatzdiskussion, bevor die Eltern zum Abendessen kommen? Nach einem anstrengenden 10-Stunden-Tag, ihm mal alles vor den Latz knallen? Lieber nicht! Auch wenn man darauf brennt, seinen Ärger loszuwerden, sollte man auf das richtige Timing achten. Ist die ganze Energie schon im Arbeitsalltag verpufft und die Nerven liegen eh schon blank, macht ein Streit nicht mehr viel Sinn. Besonders, wenn es um ein langfristiges Problem geht. Da heißt es dann: Zähne zusammenbeißen und auf einen besseren Zeitpunkt warten.

4.) Contenance, baby!
Nicht schreien und keine verletzende Worte. Das heißt: Keine Schimpfwörter, kein hämischer Spott und keine ironische Kritik. Auch wenn Dir danach ist, hier gilt es, Dich zusammenzureißen. Sonst kann ein klitzekleines Problem schnell zum stundenlangen Streitmarathon auswachsen. Und Achtung: Nicht nur verbal kann man verletzen, sondern auch durch eine abweisende Haltung oder verdrehte Augen. Das ist nämlich richtig fies.

5.) Ende gut alles gut?
Alles muss einmal ein Ende haben. Vor allem ein Streit. Deshalb immer nach konkreten Lösungen suchen, und gemeinsam diskutieren, wie sich beide diese vorstellen. Meistens sind dazu Kompromisse nötig. Es sollte nie einen klaren Gewinner und Verlierer geben, vielmehr sollte man immer nach einer „Zwei-Gewinner-Lösung“ suchen. Du solltest aber dennoch aufpassen, dass Du keine Zugeständnisse machst, die Du nicht bereit bist zu realisieren. Eine Lösung nur um den lieben Frieden willen wird nie lange halten.

Also wenn mal wieder dicke Luft ansteht, nur nicht den Kopf in den Sand stecken. Und immer daran denken: Auf Regen folgt auch wieder Sonnenschein.

Kommentare (4)

  • aber manchmal ist es so.. das wenn man sich gestritten hat.. das die beziehung nachher sich enger anfühlt.. find ich

  • immer normal reden und ausreden lassen.

  • Uhja das kenn ich auch, der satz ist hervorragend und passt super *heeeheee*

  • tja jetzt weiß ich was ich verkehrt gemacht hab :-D


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