„Migräne?“

Lustlosigkeit: Wenn die Libido streikt

Birte Immeam 02.04.2015 um 17:19 Uhr

„Geht nicht, ich hab Migräne“ ist einer der typischsten Sätze, der angeblich fällt, wenn Frau keine Lust auf Sex hat. Und Männer? Die wollen eh immer! Lustlosigkeit in der Partnerschaft wird in der Regel dem schwächeren Geschlecht zugeschrieben. Doch ist das wirklich so? Denken Männer ständig an Sex, während bei Frauen nach der wilden Verliebtheit die Leidenschaft flöten geht? Wir sind der Sache auf den Grund gegangen…

Lustlosigkeit betrifft Frauen und Männer

Lustlosigkeit wird in der Regel den Frauen zugeschrieben. Das ist falsch!

Die Lustlosigkeit der Frau ist in aller Munde. In etlichen Medien werden die vermeintlichen Ursachen für weibliche Unlust diskutiert, Pharmaunternehmen setzen alles daran, eine Art „Viagra für die Frau“ auf den Markt zu bringen, und auch die negativen Nebenwirkungen der Pille rücken in diesem Zusammenhang immer mehr in den Fokus. Natürlich gibt es Frauen, denen Sex im Laufe einer Beziehung weniger wichtig wird und denen es genügt, einmal im Monat oder seltener mit ihrem Partner intim zu werden. Doch das ist nicht die Regel und darf nicht verallgemeinert werden! Denn auf der anderen Seite gibt es auch etliche Frauen, die sehr oft Lust auf Sex haben und der Meinung sind, dass ihr Liebster ihnen ruhig ein bisschen öfter an die Wäsche gehen könnte. Von wegen: Männer sind allzeit bereit! Daher wird in diesem Artikel die Lustlosigkeit nicht nur im Hinblick auf Frauen, sondern auch auf die Herren der Schöpfung bezogen. Wir gehen den größten Lustkillern auf den Grund und geben Dir außerdem Tipps für ein ausgewogenes Liebesleben.

Lustlosigkeit bei Frauen

Das Bedürfnis nach Sex ist bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt. Es ist von Zyklus, Lebensabschnitt, Tagesverfassung und psychischen Faktoren abhängig. Auch die Länge und Intensität einer Beziehung beeinflusst das Verlangen nach Sex. In der ersten Phase der Verliebtheit kommen die meisten Paare kaum noch aus dem Schlafzimmer heraus, doch im Laufe der Zeit nimmt das Verlangen nach Sex ab. Das ist der ganz normale Lauf der Dinge. Nur weil Du, etwa aufgrund einer momentanen Belastung oder viel Stress, öfter mal keine Lust auf Sex hast, ist das noch keine Störung. Erst wenn Deine Lustlosigkeit zum Dauerthema wird, weil Du einfach gar kein Interesse mehr an sexuellen Handlungen hast und Du und/oder Dein Partner und damit auch Eure Beziehung darunter leiden, solltet Ihr Euch darüber Gedanken machen.

Hypoactive Sexual Desire Disorder (HSDD) ist die internationale Bezeichnung für eine Störung, die sich durch vermindertes sexuelles Interesse oder Verlangen und fehlende sexuelle Gedanken oder Fantasien äußert. Sie hat verschiedene Ursachen, auf die später noch eingegangen wird. Nicht wenige Frauen sind von Lustlosigkeit betroffen. Eine große amerikanische Studie mit 31.000 Frauen, die im Jahr 2008 publiziert wurde, ergab, dass circa 40 Prozent der Befragten gelegentlich oder häufig keine Lust auf Sex haben. 10 Prozent der in dieser Studie befragten Frauen gaben an, sehr unter ihrer Lustlosigkeit zu leiden. In einer neueren deutschen Studie aus dem Jahr 2013, für die etwa 4.500 Patientinnen befragt wurden, waren rund 15 Prozent der Frauen über 20 von Lustlosigkeit betroffen.

Es ist kein Geheimnis, dass die Sexualität bei Frauen generell sensibler angegangen werden muss als bei Männern. Zwar wirken sich psychische Probleme oder endloses Grübeln bei Männern auch auf das Sexleben aus, allerdings eher auf die Erektion und ihre Orgasmusfähigkeit als auf die generelle Lust. Das ist bei Frauen anders: Sie müssen den Kopf frei von finanziellen Sorgen, Problemen am Arbeitsplatz, Stress und Sorgen um kranke Kinder haben, um auf Touren zu kommen. Auch Druck und falsche Erwartungen an das Liebesleben können Lustlosigkeit weiter begünstigen. Das Paar muss sich bewusst machen, dass sich die Sexualität im Laufe der Beziehung ändert und man nicht ewig wie frisch Verliebte übereinander herfallen kann. In ihrem Buch „Between Clean Sheets“ bringt die Autorin Maria Quinn diesen Umstand folgendermaßen auf den Punkt: „Wenn man als Frau ständig auf den Beinen ist und die Leute viel von einem erwarten, wird Sex schlicht zu einer weiteren Verpflichtung. Man hat das Gefühl, man tut es für jemand anderen, nicht für sich selbst. Und so wird man immer verbitterter, erschöpfter, zickiger und wütender über alles, was von einem erwartet wird.“

Lustlosigkeit bei Männern

Laut dem Klischee täuschen Frauen immer Kopfschmerzen vor, während Männer allzeit bereit darauf warten, ihr bestes Stück zum Einsatz bringen zu dürfen. Doch auch das starke Geschlecht leidet vermehrt unter Lustlosigkeit und „kann“ entgegen der allgemein verbreiteten Annahme nicht immer – mit steigender Tendenz! In einer Studie zu sexuellen Vorlieben, die mit 10.000 deutschen Männern durchgeführt wurde, kam heraus, dass Männer zwischen 41 und 50 Jahren gerade einmal zwei bis drei Mal im Monat Sex haben. Vor 30 Jahren war es noch sechs bis zehn Mal im Monat! Der Grund für die verminderte sexuelle Lust bei Männern ist jedoch ein anderer als bei den meisten Frauen: Die Hormone sind schuld! Denn ab dem 35. Lebensjahr nimmt die Testosteronproduktion und damit die die Libido sukzessive ab. Gepaart mit äußeren Faktoren wie zu wenig Bewegung, schlechter Ernährung und Stress sinkt die Sexfrequenz. Ganz anders bei den Frauen: Sie erreichen im Alter von 35 Jahren erst den Zenit ihrer Libido! Warum ist die Natur nur so gemein?

Vor allem der Bauchumfang hängt mit der Lustlosigkeit der Männer zusammen, denn im Bauchfett sind Enzyme enthalten, die das Testosteron in weibliche Hormone umwandeln. Das bedeutet: Je größer der Bierbauch, desto weniger Lust haben Männer auf Sex. Die Psyche spielt aber natürlich auch eine Rolle. Wer gestresst ist, ist lustloser – egal, ob Mann oder Frau. Nun aber zu einer Frage, die sich mit Sicherheit jede Frau schon einmal gestellt hat, wenn ihr Partner sie im Bett abgewiesen hat: Hat seine Lustlosigkeit etwas damit zu tun, dass er mich weniger attraktiv findet? In einem Interview mit „Brigitte.de“ gibt Prof. Dr. Frank Sommer, der erste Universiätsprofessor für Männergesundheit und Autor des Buches „Warum Frauen Pornos mögen und Männer einen G-Punkt haben“, diesbezüglich Entwarnung: „Das ist eine typische Befürchtung von Frauen. Aber auf männlicher Seite spielt das so gut wie nie eine Rolle. Es liegt nicht an der Partnerin, sondern am Mann. Er hat auch kein Interesse an anderen Frauen. Frauen beziehen die fehlende Lust nur leider häufig auf sich, sprechen das aber nicht aus. Das führt zu Missverständnissen, die die Probleme nur noch größer machen. Wichtig ist, miteinander zu reden. Wer offen miteinander redet, wird feststellen, dass viele Sorgen unbegründet sind.“ Puh, da fällt uns aber ein Stein vom Herzen!

Ursachen für Lustlosigkeit

Lustlosigkeit: Reden ist der erste Schritt zur Besserung

Lustlosigkeit: Miteinander reden hilft

Die Gründe für Lustlosigkeit sind vielfältig und können sowohl körperlicher als auch psychosozialer Natur sein. Wenn Du eine chronische oder psychiatrische Erkrankung hast oder starke Medikamente einnimmst, kann Lustlosigkeit eine Folge davon sein. Auch hormonelle Ursachen können ein Grund für die sexuelle Unlust sein. Gerade Frauen, die die Pille nehmen, sollten diese Möglichkeit gegenüber ihrem Gynäkologen ansprechen. Zu den psychosozialen Auslösern von Lustlosigkeit gehören ein negatives familiäres Klima, schlechte Erfahrungen in Beziehungen (ggfs. Traumata), Armut oder religiöse/kulturelle Normen. Weitere Lustkiller sind Stress, Müdigkeit und Herz-Kreislauferkrankungen wie hoher Blutdruck. Konflikte in der Partnerschaft, ausgelöst durch das Fehlen von Nähe, Bewunderung oder gegenseitiger Achtung, belasten die Sexualität zusätzlich und können ebenfalls zu Lustlosigkeit führen. Fühlt der Partner sich nicht mehr begehrt, nimmt sein sexuelles Verlangen quasi automatisch ab. Nur wenn der persönliche mentale Zustand, die Harmonie in der Paarbeziehung und der soziale Kontext (Dauer der Beziehung, Treue, Vertrauen) gleichzeitig auf Sex eingestellt sind, kommt die Lust auf Sex überhaupt erst auf.

Lustlosigkeit – Das könnt Ihr dagegen tun

Ob Mann oder Frau – wer sich immer wieder abgewiesen fühlt, leidet unter dem Entzug von liebevoller Nähe und vermisst die Möglichkeit, seine Lust auszuleben. Die Folge: Enttäuschung und Resignation auf der einen, Erwartungsdruck auf der anderen Seite. Um der Lustlosigkeit zu entkommen, gibt es verschiedene Lösungsansätze. Das oberste Gebot lautet jedoch: Konflikte thematisieren und miteinander reden, entweder alleine oder mit therapeutischer Hilfe. Dabei sollte in jedem Fall behutsam vorgegangen werden, sonst fühlt sich derjenige, von dem die Lustlosigkeit ausgeht, womöglich angegriffen und blockt sofort ab. Eine weitere Methode, die eingeschlafene Libido wieder aufzuwecken, besteht darin, den Alltagsstress und die Beziehungsroutine zu vermindern, im besten Fall sogar zu vermeiden. Das ist leichter gesagt als getan, doch mit ein bisschen Kreativität und dem nötigen Ehrgeiz schafft Ihr es!
Genau wie die Lustlosigkeit ungewünschter Weise „erlernt“ werden kann, gibt es Techniken, die dabei helfen, wieder Lust auf Sex zu bekommen. Zunächst gilt es, über ein Wiederentdecken der sexuellen Fantasien zur Erregung zurück zu finden. Erotische Literatur oder Filme können dabei hilfreich sein, ebenso wie Masturbation. Für Frauen, die unter Lustlosigkeit leiden ist die Selbstbefriedigung oft der erste Schritt, wieder Lust zu empfinden. Viele Psychotherapeuten empfehlen betroffenen Paaren zudem, es mit Streichelübungen zu versuchen. Sex oder ein Orgasmus spielen dabei überhaupt keine Rolle, es geht lediglich darum, einander zu berühren, um die sexuelle Erregung wieder in Gang zu bringen – ganz ohne Druck und Versagensängste. Und da wir alle wissen, dass verbotene Dinge besonders reizvoll sind, verordnen viele Therapeuten ihren Patienten ein striktes Sexverbot. Nach einiger Zeit sind die Paare so heiß aufeinander, dass sie gar nicht anders können, als miteinander ins Bett zu gehen.

Zu guter Letzt noch ein hilfreicher Tipp: In der weiblichen Sexualität geht es oft um das richtige Timing. Rund um den Eisprung, also in der Mitte des hormonellen Zyklus, haben Frauen am meisten Lust auf Sex. Warum? Weil sie in diesen fruchtbaren Tagen mehr Testosteron produzieren und dieses männliche Hormon – wie wir eben erfahren haben – der Libido gehörig einheizt.

Wie Du siehst, gibt es einige Tipps und Tricks, um der Lustlosigkeit die Grenzen aufzuzeigen und den Appetit auf Intimität und Sex wieder zu steigern. Gib Dich also nicht geschlagen, wenn Du oder Dein Partner an sexueller Unlust leiden, sondern geht das Problem gemeinsam an! Meidet Stress, sprecht miteinander und Ihr werdet sehen, dass die Lust wieder von selbst in Euer Schlafzimmer einzieht.

Bildquellen: iStock/Ximagination; iStock/andreusK

Kommentare (2)

  • Broeselchen123 am 26.05.2016 um 13:22 Uhr

    hallo Rocketman, aber für die Frau doch bitte die von femlamore ! Die Tabs 24 sind doch nur etwas für Männer ! lg.

  • Rocketman am 08.10.2015 um 16:47 Uhr

    Die bequemste Methode die wir gefunden haben um meine Lustlosigkeit wieder in den Griff zu bekommen waren Potenztabs24 was anderes habe ich in der gleichen Qualität nicht gefunden es hat meine Libido merklich gesteigert so das ich selbst im Alltag einfach besser drauf bin.


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