Stabilität

So viele Beziehungskrisen müssen wir überstehen

Katharina Lübkeam 19.08.2016 um 11:57 Uhr

Vor Beziehungskrisen ist so gut wie keine Partnerschaft gefeit. Irgendwann kommen sie einfach und stellen uns auf die Probe. Eifersucht, Seitensprung oder Geldsorgen – wenn Konflikte ernste Beziehungskrisen auslösen, entscheidet sich, ob die Beziehung auf einem stabilen Fundament ruht und für die Zukunft gerüstet ist oder ob sie scheitert. Wer aber länger als zehn Jahre zusammen ist, hat es offenbar geschafft: Laut einer Studie der Online-Partnervermittlung Parship leben die Partner nach dem ersten gemeinsamen Jahrzehnt nahezu krisensicher. Am häufigsten kriselt es zwischen dem fünften und dem zehnten Jahr. 

Parship wollte herausfinden, wie häufig Krisen eine Partnerschaft bedrohen: Gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Innofact AG hat das Online-Portal dazu in einer bevölkerungs­repräsentativen Umfrage im April diesen Jahres 1.035 Männer und Frauen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren befragt. Davon lebten 727 in einer Beziehung.

Beziehungskrisen

Im Schnitt 1,7 Beziehungskrisen müssen wir in den ersten fünf Jahren überstehen. manche mehr, andere keine.

1,7 Beziehungskrisen in den ersten fünf Jahren

Das Ergebnis: Im Schnitt muss ein Paar in den ersten fünf Jahren der Partnerschaft 1,7 ernsthafte Beziehungskrisen überwinden. Die meisten Krisen, die die Partnerschaft gefährden, passieren zwischen dem fünften und dem zehnten Jahr: im Durchschnitt sind es 2,4. Hier sind offenbar die meisten gravierenden Unstimmigkeiten zu klären, die den Paaren in Sachen Streitkultur und Kompromissbereitschaft einiges abverlangen.

Dennoch werden die ernsten Beziehungskrisen nicht umso seltener, je länger die Partner einen gemeinsamen Weg gehen: Während die Zahl der Krisen vom zehnten bis zum zwanzigsten Jahr der Beziehung auf 2,2 abnimmt, legt sie nach dem 20. Beziehungsjahr noch einmal auf 2,3 zu.

Fast jedes dritte Paar (30 Prozent) erlebt übrigens in den ersten fünf Jahren überhaupt keine ernsthafte Beziehungskrise. In den Jahren fünf bis zehn und zehn bis zwanzig trifft das immerhin auf 20 Prozent beziehungsweise 21 Prozent zu. Sind die Partner mehr als 20 Jahre zusammen, bleiben wieder 30 Prozent von ernsthaften Krisen komplett verschont. Man sollte aber nicht vergessen, dass Streit vermeiden ebenfalls die Beziehung gefährden kann.

Eifersucht und Geld sind die Auslöser

Beziehungskrisen

Der häufigste Auslöser von Beziehungskrisen ist Eifersucht.

Am häufigsten werden Beziehungskrisen durch Eifersucht ausgelöst, 12 Prozent der Befragten gaben dies als Hauptgrund an. Mehr als jedes zehnte Pärchen (11 Prozent) stürzte ein Seitensprung in die Beziehungskrise. Ebenso viele ließen sich von Uneinigkeiten über die Finanzen auf die Probe stellen. Darüber hinaus sorgten bei ebenfalls 11 Prozent der Paare Probleme bei der Arbeit oder Arbeitslosigkeit für Schwierigkeiten.

Fragen zur Kindererziehung bereiteten 9 Prozent der Befragten beziehungsgefährdende Probleme, die Schwiegereltern sowie abweichende Zukunftsvorstellungen schlugen bei jeweils 7 Prozent zu Buche. Streitereien über die Hausarbeit aber auch Schicksalsschläge resultierten bei jeweils 6 Prozent der Paare in schwerwiegende Beziehungskrisen. Seltener waren es Unstimmigkeiten wegen des sozialen Umfeldes (4 Prozent), des Hobbys (4 Prozent) oder auch des Ex-Partners beziehungsweise der Ex-Partnerin (3 Prozent), die den Gedanken an eine mögliche Trennung aufkommen ließen.

Während übrigens die männlichen Teilnehmer mit 14 Prozent am häufigsten Eifersucht als schwerwiegendes und beziehungsgefährdendes Problem angaben, nannten die Frauen meist die Finanzen (13 Prozent).

Was auch immer der Auslöser für die Beziehungskrise ist – um sie zu überwinden, ist es wichtig, stets respekt- und liebevoll miteinander umzugehen und auch im Streit Regeln zu beachten. Psychologen kennen außerdem hilfreiche Beziehungstipps für eine stabile Partnerschaft. Auch eine Paartherapie kann sich in vielen Fällen lohnen. Immerhin haben Langzeitbeziehungen, trotz aller Schwierigkeiten und Anstrengungen, unbestechliche Vorteile. 

Bildquelle: iStock/KatarzynaBialasiewicz, iStock/AntonioGuillem

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