Beziehungsarbeit

Beziehungstipps für eine stabile Partnerschaft

Katharina Lübkeam 22.07.2016 um 15:44 Uhr

Die ewige Liebe – viele Menschen haben die romantische Vorstellung noch nicht aufgegeben, bis ins Alter mit dem einen Seelenverwandten glücklich zu werden. Langjährige Beziehungen allerdings fühlen sich in der Regel selten glücklich an. Die meisten scheitern früher oder später. Der Psychologe John Gottman hat sich der Frage verschrieben, was Paare auf Dauer zusammenhält. Nach 40-jähriger Forschung sagt er mit 90-prozentiger Sicherheit voraus, ob es ein Paar schafft. Seine Beziehungstipps!

Eine Beziehung auf lange Sicht aufrecht zu halten und dabei glücklich zu sein, ist nicht einfach. Es bedeutet viel Arbeit von beiden Seiten, kann sich aber durchaus lohnen.

Eine Beziehung auf lange Sicht aufrecht zu halten und dabei glücklich zu sein, ist nicht einfach. Mit den richtigen Beziehungstipps ist es zu schaffen.

Eine Beziehung auf lange Sicht aufrecht zu halten und dabei glücklich zu sein, ist nicht einfach. Mit den richtigen Beziehungstipps ist es zu schaffen.

Gottmans Forschung

Schon seit den 80er-Jahren befragte Gottman Paare zu ihrer Beziehung. Gleichzeitig zeichnete er mit Elektroden, mit denen er die Paare angeschlossen hatte, Blutfluss, Puls und Schweißproduktion auf. Nach sechs Jahren wiederholte er das Prozedere mit den Paaren und stellte entscheidende Unterschiede zwischen den Paaren fest, die noch glücklich zusammen waren und die sich getrennt hatten beziehungsweise unglücklich zusammen waren.

Die zweite Gruppe wirkte im Interview nach außen hin stets ruhig, die Elektroden aber verrieten, dass sie im Inneren brodelten: Puls und Blutfluss rasten schneller und die Schweißdrüsen waren aktiv. Die Partner waren in ständiger Kampf- oder Fluchtbereitschaft, selbst wenn es um alltägliche oder sogar angenehme Dinge ging.

Entspannung aus der Verbundenheit

Beziehungstipps

Glückliche Paare schaffen es, eine Atmosphäre von Vertrauen und Intimität zu schaffen.

Die glücklichen Paare hingegen zeigten keine erhöhte physiologische Aktivität. Da sie sich verbunden fühlten, blieben sie entspannt. Selbst wenn es zum Streit kam, gingen sie liebevoll und freundlich miteinander um. Sie hatten es geschafft, eine Atmosphäre von Vertrauen und Intimität zu schaffen, die beide Partner emotional und damit auch physisch entspannte.

Für eine Folgestudie Anfang der Neunziger richtete Gottman ein Labor an der Universität von Washington wie ein hübsches Bed & Breakfast ein. Er lud 130 frisch verheiratete Paare ein, dort einen Tag zu verbringen und beobachtete sie bei typischen Urlaubsaktivitäten. Dabei machten die Partner einander immer wieder auf bestimmte Dinge aufmerksam, einen Vogel, der vorbei flog etwa oder eine bestimmte Fernsehsendung.

Mit derlei Verbindungsangeboten wollen wir vom Partner Interesse oder Unterstützung für das, was wir interessant finden, in der Hoffnung auf eine emotionale Verbindung zwischendurch. Wendet sich der Partner uns zu, zeigt er damit Interesse und Respekt – egal, wie unwichtig ihm der Anlass erscheint und egal, wie gestresst er gerade ist.

Es zeigte sich, dass Paare, die nach sechs Jahren noch zusammen waren, eine Zuwendungsrate von 87 Prozent hatten. Die im Laufe der Jahre geschiedenen Paare brachten es nur auf 33 Prozent. In den restlichen Fällen wurde nicht oder geringschätzig auf das Verbindungsangebot des Partners eingegangen. Ein zentraler Beziehungstipp ist deshalb, solche Angebote möglichst häufig wahrzunehmen, egal wie irrelevant sie erscheinen.

Beziehungstipp Nr. 1: Güte und Großzügigkeit

Damit zeigte sich, dass Paare, die Güte und Großzügigkeit innerhalb der Beziehung pflegen, langlebiger sind. Gottman erkannte Geringschätzung als den wichtigsten Trennungsgrund: Menschen, die ihren Partner ignorieren oder nur minimal auf ihn reagieren, schaden ihrer Beziehung, weil sich der Partner dadurch wertlos fühlt. Solche Missachtung schafft Distanz und Verbitterung. Durch Güte aber fühlt sich der Partner umsorgt, verstanden, wertgeschätzt und damit geliebt.

Am schwierigsten und am wichtigsten ist es, während eines Streits gütig zu bleiben. Güte im Konflikt äußert sich besonders in einer konstruktiven Streitkultur: Erfolgreiche Paare haben gelernt, ihren Ärger konstruktiv und wertschätzend auszudrücken und entsprechend zu streiten. Beziehungstipp: Partner in glücklichen Beziehungen versuchen grundsätzlich, die Intentionen des Partners positiv zu interpretieren und nachsichtig zu sein. Dazu ist es entscheidend, ob die emotionale Nähe zum Partner als wichtiger empfunden wird als der Grund des Konflikts. Die Basis einer stabilen Partnerschaft ist die Art und Weise des Umgangs miteinander in alltäglichen Situationen.

Beziehungstipp Nr. 2: Geteilte Freude

Beziehungstippse

Geteilte Freude stabilisiert die Beziehung.

Ein weiteres Merkmal für ein stabile Beziehung ist die Fähigkeit, sich für den Anderen zu freuen, denn über geteilte Freude kommt man sich näher. Wie man auf gute Neuigkeiten des Partners reagiert, beeinflusst deshalb die Qualität der Beziehung. Häufig reagieren wir auf gute Neuigkeiten mit Floskeln statt mit echter Freude, weil wir so sehr in unseren eigenen Alltag verstrickt sind: Entweder wir ignorieren die Aussage, „freuen“ uns aus Verpflichtung oder reagieren sogar offen negativ, indem wir den Anlass herunterspielen. All das macht die Freude unseres Partners zunichte und entzweit uns auf lange Sicht.

Nur, wenn wir uns ehrlich und aus vollem Herzen für unseren Partner freuen, können wir eine gesunde und stabile Beziehungen führen. Denn nur wer die grundsätzlichen Wünsche seines Partners respektiert, hat die Chance, eine lange und harmonische Beziehung zu führen.

Ein paar konkrete Beziehungstipps, wie das im Alltag aussehen kann, um die perfekte Beziehung zu führen, kannst Du hier nachlesen. Seid Ihr gerade mitten in der Krise, kannst Du Dich auch über ein Paartherapie informieren. Hier lässt sich in Ruhe abklären, was vielleicht schief läuft.

Bildquelle: iStock/Martinan, iStock/teksomolika, iStock/gpointstudio

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