Coming-Out
Christina Tobiasam 08.09.2017

„Ich bin lesbisch“: Es sind nur drei kleine Worte, aber sie bedeuten viel und verändern vielleicht die eine oder andere Beziehung zu Freunden, Familienmitgliedern und Co. Wir finden, dass niemand sich verstecken muss, der homosexuell ist, und haben deshalb ein paar Ratschläge, die dir das Coming-out ein wenig erleichtern sollen.

8 Tipps fürs Coming-out

Zwar ist die Gesellschaft heutzutage in vielerlei Hinsicht toleranter und ein Coming-out viel akzeptierter als noch vor einigen Jahren. Trotzdem ist es für dich persönlich natürlich etwas Besonderes, und je nachdem wie konservativ oder offen dein Umfeld ist, auch etwas, wovor du vielleicht Angst hast. Wir haben acht Tipps, die dir beim Coming-out helfen können:

#1 Such dir Unterstützung

Wenn du dein Coming-out planst und dir große Sorgen darüber machst, wie die Leute darauf reagieren könnten, such dir Unterstützung. Egal, ob in einem Chat im Internet oder mit einem Freund, der ebenfalls schwul, lesbisch oder bisexuell ist: Mit anderen Leuten Erfahrungen und Coming-out-Geschichten auszutauschen, hilft dir, deine Ängste zu verlieren.

#2 Überleg dir, wem du’s sagen willst

Ganz klar: Du allein entscheidest, ob und wem gegenüber du dich als homosexuell outen möchtest. Das muss auch nicht jede x-beliebige Bekanntschaft sein. Vor deinen Eltern, deiner Familie und engen Freunden solltest du dich aber nicht verstecken müssen. Beginne am besten erst einmal mit der Person, der du vertraust und bei der du dich sicher fühlst. Diese kann dich dann unterstützen, wenn du für dich schwierigere Fälle angehst, wie deine vielleicht konservativ eingestellteren Eltern oder Großeltern.

#3 Wähle den (für dich) richtigen Moment

Gerade den Personen, die dir wichtig sind und die du schon lange kennst, möchtest du nicht einfach zwischen Tür und Angel erzählen, ob du jetzt auf Frauen oder Männer stehst. Habt ihr außerdem gerade Streit oder ist die Situation angespannt, macht es Sinn, noch ein wenig mit dem Coming-out zu warten. Soll es ein ruhiges Vieraugengespräch sein oder möchtest du vielleicht lieber einen Brief schreiben? Geh am besten nach deinem Bauchgefühl.

Coming-Out: Ich bin lesbisch

Es ist nicht immer leicht, der Familie zu sagen, dass man lesbisch ist

#4 Gib den Leuten Zeit

Gerade deine Mutter und deinen Vater kann es ganz schön überraschen, dass du dich plötzlich als schwul, lesbisch oder bisexuell outest. Manche Eltern reagieren überraschend cool, andere sind zunächst geschockt und denken plötzlich an die leiblichen Enkel, die sie nie bekommen werden. Falls deine Eltern sich erst einmal zurückziehen und nicht mehr über das Thema reden wollen, muss das nicht heißen, dass das für immer so bleibt. Denk einfach daran, wie lange du selbst gebraucht hast, um dir deiner sexuellen Orientierung klar zu werden. Lass deiner Familie Zeit, um den womöglichen ersten Schock zu verdauen. Sie werden wieder auf dich zukommen, wenn es so weit ist. Wer weiß, vielleicht suchen sie am Ende sogar mal das Braut-Outfit für dich und deine Partnerin aus?

#5 Sei offen, wenn jemand mehr wissen will

Für irgendwen bist du auch mal der erste schwule, lesbische oder bisexuelle Freund im engeren Bekannten- oder Familienkreis. Dadurch bekommst du sicher die eine oder andere neugierige Nachfrage gestellt. „Wusstest du es schon immer?“ „Woran hast du es gemerkt?“ Auch wenn diese Fragen dich vielleicht nerven oder dir unangenehm sind, so zeigen sie vor allem eines: Die Person interessiert sich für dich und das ist doch sehr positiv, oder? Es ist aber gleichzeitig auch dein gutes Recht, eine Grenze zu ziehen, wenn es dir zu privat wird.

#6 Lass dich nicht von negativen Reaktionen runterziehen

Keine Frage, sich zu offenbaren und eine negative Reaktion dafür zu kassieren, ist schmerzhaft. Mach dir aber bewusst, dass das nicht deine Schuld ist. Du bist schließlich immer noch du selbst. Mit jemandem, der das nicht versteht, beziehungsweise nicht bereit ist, dich so zu akzeptieren, wie du bist, solltest du dich nicht umgeben. Es werden andere Menschen in dein Leben treten, die kein Problem mit deiner Homosexualität haben und dich genauso mögen, wie du bist.

#7 Mach’s schnell und mach’s kurz bei neuen Bekanntschaften

„Hallo ich heiße soundso und bin heterosexuell.“ Schon mal erlebt, dass sich jemand so vorstellt? Wahrscheinlich nicht. Genauso musst du mit deiner Homosexualität auch nicht unbedingt ungefragt hausieren gehen. Falls du die Leute allerdings magst und ein gutes Gefühl dabei hast, mach einfach so früh wie möglich reinen Tisch. Kleiner Tipp: Mit einer kurzen Randbemerkung wird es leichter sich zu outen. Wenn zum Beispiel alle anfangen von ihren Dates zu erzählen, tu es ihnen gleich und klär die Fronten, statt ein Versteckspiel zu beginnen. Sonst kommt es nur zu Missverständnissen oder unangenehmen Nachfragen. So zeigst du auch, dass du mit dir selbst im Reinen bist und offen mit deiner Sexualität umgehst.

#8 Fühl dich frei und steh offen zu dir selbst

Wenn du zu dir selbst stehst und dein Geheimnis nicht mehr länger hüten musst, wirkt das ungemein befreiend. Ab jetzt kannst du über deine Dates oder auch deinen Liebeskummer offen reden. Genieße diese Offenheit und steh zu dir selbst.

Kennst du übrigens den Kurzfilm In a Heartbeat? Der animierte Clip zeigt spielerisch, dass die Leute nicht immer so auf ein Coming-out reagieren, wie man denkt.

Stars wie Ellen Page und Neil Patrick Harris machen es vor: Ein Coming-out ist befreiend und ist heute nicht mehr so ein Skandal, wie es noch vor einigen Jahrzehnten der Fall war. Wir hoffen, dass wir dir mit unseren Tipps die Entscheidung leichter machen können, zu dir selbst und deiner sexuellen Orientierung zu stehen. Teile deine Erfahrungen auch gerne mit uns in den Kommentaren.

Bildquelle: iStock/MarijaRadovic, oneinchpunch

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