Zusammenziehen
Jessica Tomalaam 16.11.2017

Und plötzlich ist immer jemand da. Was schön ist. Man ist weniger allein. Aber auch recht nervig. Selbst wenn mein Freund in der Küche seine komischen PC-Spiele zockt und dabei mit seinen Kumpels über Skype quatscht, hör ich ihn reden, während ich nebenan versuche zu schlafen. Als er vor einem halben Jahr in meine schön eingerichtete 1-Zimmerwohnung eingezogen ist, habe ich gedacht, dass sich nicht viel ändern wird, weil er sowieso ständig da war. Da lag ich wohl falsch.

Was habe ich also gelernt aus diesen recht aufregenden sechs Monaten? Erstens: Da wir jetzt zusammen in eine größere Wohnung ziehen, hat sein Einzug unsere Beziehung wohl nicht zerstört. Das habe ich zeitweise gedacht. Denn wenn man auf 44 Quadratmetern zusammenhockt, ist das Konfliktpotenzial doch viel höher, als wenn er zur Not noch in seine Wohnung verschwinden kann. Also auch in einer kleinen Wohnung kann man sich lieb haben. Zumindest für eine gewisse Zeit. Auf Dauer funktioniert so ein Zusammenleben auf kleinstem Raum meiner Meinung nach nicht. Deshalb haben wir bei der neuen Wohnung auch darauf geachtet, dass jeder sein eigenes Zimmer hat und diese auch noch möglichst nicht direkt nebeneinander liegen.

Sauberkeit und Ordnung ist Ansichtssache

Wenn ich so an die Gespräche mit meinen Freundinnen denke, haben sowohl mein Freund als auch andere Männer ein vollkommen unterschiedliches Verständnis von Sauberkeit. Zum Beispiel, wie oft sauber gemacht werden sollte, wann so ein überquellender Mülleimer mal runtergebracht werden sollte oder wie oft die Freundin eigentlich sauber macht und wie oft der Herr selbst zum Putzlappen greift. Aber schließlich gefährdet Putzen laut einer Studie angeblich auch die Gesundheit von Männern. Meine liebste Diskussion fand gerade heute wieder statt: Er kann nicht den gesamten Müll runternehmen, wenn er sich auf den Weg zur Arbeit macht, denn er hat ja nur zwei Hände. Meine Anmerkung, dass man ja einfach zweimal gehen könnte, damit seine Pizzaschachteln nicht ewig bei uns rumgammeln, wurde mit einem verständnislosen Kopfschütteln quittiert. Ist ja auch wirklich unvorstellbar. Das Schlimme ist: Wie viele Frauen räumen dann lieber selbst auf, weil sie eben genau keine Lust auf diese blöde Diskussion haben? Ich habe leider keine Zahlen dazu gefunden, aber ich glaube, es sind eine Menge. Abhilfe kann übrigens eine lustige Hausordnung schaffen, die du bei Amazon bestellen kannst*.

Freund zieht ein

So schlimm sieht es bei uns zwar nicht aus, aber mit Ordnung und Sauberkeit scheinen es viele Männer nicht so zu haben.

Oh mein Gott, jeder muss mal aufs Klo

Als mein Freund und ich noch eine Fernbeziehung geführt haben und er am Wochenende oder im Urlaub bei mir zu Besuch war, ging er bei mir einfach nicht auf Toilette, wenn es mal eine längere Sitzung werden sollte. Er wartete dann immer, bis ich mal aus dem Haus war. Da wurde manchmal tagelang das Klo gemieden. Ich habe mich kaputt gelacht, als er mir davon erzählte, als wir zusammengezogen sind. Ich habe das Gefühl, dass Frauen viel eher klar ist, dass es natürlich auch mal miefen kann, wenn man die Toilette aufsucht. Männer scheuen sich bei Frauen eher vor diesem Gedanken. Wie oft habe ich damals noch gehört: „Nein, nein. Da wird immer Blumenduft versprüht.“ Ist klar. Nach fünf Jahren Beziehung hat sich das ziemlich geändert. Und gerade in einer kleinen Wohnung hört man natürlich auch eher mal was. Ein bisschen Privatsphäre bleibt aber, denn der Andere wird netterweise mit: „Mach die Tür zu und den Fernseher an“ vorgewarnt.

Nur einer von vielen Meilenstein, die ihr in einer Beziehung erreichen könnt

Kompromisse sind ganz schön nervig

Ich habe so sehr gerne alleine gewohnt, dass ich sogar einen Artikel darüber geschrieben habe. Ich konnte alles so einrichten, wie ich wollte. Ich konnte kochen, was ich wollte. Ich konnte machen, was ich wollte. Wenn der Freund einzieht, ist da plötzlich dieses Wort, das bei mir zwar im Beruf schon aufgetaucht ist und auch in der Beziehung, aber noch nicht in meinem eigenen Heim: Kompromiss. Plötzlich musste ich Kompromisse schließen. Welcher Schrank gekauft wird, muss von zwei Personen entschieden werden. Dann die ständigen Diskussionen, was denn gegessen werden soll. Der eine mag das nicht, der andere hatte das schon zum Mittagessen. Absolut nervig. Mit der Zeit habe ich mich daran gewöhnt, aber gerade jetzt, wenn wir die Möbel für die neue Wohnung aussuchen, wünsche ich mir doch manchmal mein tolles kleines Apartment zurück, in dem ich alleine schalten und walten konnte, wie ich wollte. Einige Einrichtungstipps für kleine Räume, habe ich mir übrigens aus diesem Video gezogen:

Welche Erfahrungen hast du gemacht, als du mit deinem Freund zusammengezogen bist? Hast du dich in einigen Punkten wiedererkannt oder kommen bei dir noch ganz andere Situationen dazu, die ich nicht bedacht habe? Ich freue mich sehr auf deine Kommentare!

Bildquelle:

iStock/AndreyPopov, iStock/g-stockstudio, Giphy/Hulu

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Was denkst du?

  • UranDorf794 am 20.11.2017 um 12:55 Uhr

    Ich habe, aus Not, gut ein halbes Jahr mit meinem Freund in 11qm aufeinander gehockt. Ging auch ohne Probleme, obwohl er Serien geschaut hat, wenn ich schlief und dabei nicht im Nebenraum war. Was ich gelernt habe: reden in ruhigen Momenten ist Gold. Damit klärt man 99.9 % der Probleme.

    Antworten
  • Nina Röller am 16.11.2017 um 15:38 Uhr

    Ja, ich kenne einige Situationen, die du beschreibst leider auch nur zu gut. Meine Situation ist allerdings umgekehrt: Ich habe erst einige Jahre mit meinem Ex-Partner zusammengewohnt und freue mich darauf, bald das erste Mal eine Wohnung ganz für mich alleine zu haben. Damit will ich nicht sagen, dass es nicht auch schöne Seiten gab. Aber ich würde auf jeden Fall raten, die Wäsche getrennt zu halten. Ich war immer so genervt darüber, selbst keine passenden Sockenpaare mehr zu haben, weil mein Exfreund seine immer bunt durchgemischt hat. 😀

    Antworten