Unperfekt

Deutsche suchen Partner mit Ecken und Kanten

Christina Cascinoam 08.08.2016 um 12:29 Uhr

Von unserem Mr. Right haben wir ja so einige Vorstellungen. Am besten liebenswert, humorvoll, beruflich erfolgreich, abenteuerlustig und dieselben Lebenseinstellungen. Sind wir Deutschen also auf der Suche nach dem perfekten Partner? Nein! Laut einer Studie lieben Männer und Frauen Menschen mit Ecken und Kanten. Wir verraten Dir mehr.

Das Datingportal „LoveScout24“ wollte wissen, ob die Deutschen in der Liebe auf der Suche nach dem perfekten Partner sind oder ob kleine Schwächen womöglich einen Menschen viel charmanter werden lassen. Bei der Studie wurden insgesamt 1.000 deutsche Männer und Frauen vom Marktforschungsinstitut Gfk befragt. Das Ergebnis: 79 Prozent der Teilnehmer lieben einen Partner mit Ecken und Kanten. Nur jeder Fünfte (21 Prozent) sucht in der Liebe nach Perfektion.

Unperfekt ist in! Deutsche suchen nach einem Partner mit kleinen Schwächen

Unterschiede konnten hier vor allem im Alter der Befragten festgestellt werden: Während lediglich zwölf Prozent der 18 bis 30-Jährigen nach einem Partner ohne Makel suchen, sind es bei den zwischen 50 und 60-Jährigen bereits 24 Prozent. Ab 60-Plus steigt der Wunsch nach einem perfekten Partner sogar auf 30 Prozent an. Zudem lässt sich ein Unterschied zwischen Frauen und Männer erkennen. Frauen scheinen demnach mehr Wert darauf zu legen, dass Mr. Right den eigenen Vorstellungen entspricht: 75 Prozent der befragten Frauen wünschen sich jemanden mit charmanten Schwächen. Und die Männer? Die übertrumpfen uns sogar: Insgesamt 83 Prozent der Herren der Schöpfung mögen es, wenn die Partnerin kleine Mängel hat.

Perfektion ist schlecht für die Liebe

Ein gutes Ergebnis, wenn man Experten befragt. Denn viele sehen in der Perfektionssehnsucht ein Problem, um die wahre Liebe zu finden: „Medien und Werbung wecken in vielen die Sehnsucht nach einem perfekten Leben mit einem perfekten Partner“, sagt Dr. Katharina Ohana, Psychologin und Beziehungsexpertin von „LoveScout24“. Doch in der Liebe gehe es darum, einen Menschen zu finden, der wirklich zu uns passe und der mit unseren Eigenheiten und Erwartungen umgehen könne. „Wer sich bei der Partnersuche zu sehr von der Perfektion leiten lässt, übersieht leider oft den realen Menschen, der einen glücklich machen würde.“

Bevorzugte Schwächen: Schüchternheit und Ehrlichkeit

Doch welche liebenswerten Schwächen kommen besonders gut bei der Partnersuche an? Da sagt noch mal einer, dass schüchterne Menschen größere Probleme damit haben, einen Partner zu finden: 39 Prozent der männlichen und weiblichen Befragten fühlen sich laut der Umfrage davon nämlich angezogen. 28 Prozent finden es besonders charmant, wenn er oder sie zu ehrlich ist. Mit leichtem Abstand auf dem dritten Platz landen die Sensiblen: 24 Prozent finden Menschen toll, die besonders empfindsam sind. Nicht so gut finden die Deutschen dagegen Ungeduldige (10 Prozent), Unordentliche (10 Prozent) oder wenn er oder sie zu viel isst (9 Prozent).

Und hier das gesamte Ergebnis im Überblick:

„Wenn Sie als Single ein Date hätten, welche dieser kleinen Schwächen bzw. Ecken und Kanten Ihres Dates fänden Sie charmant?“

1. Wenn er/sie zu schüchtern ist: 39,1 % Gesamt, 41,7 % Männer, 36,7 % Frauen

2. Wenn er/sie zu ehrlich ist: 27,9 % Gesamt, 31,0 % Männer, 24,9 % Frauen

3. Wenn er/sie zu sensibel ist: 23,8 % Gesamt, 22,0 % Männer, 25,6 % Frauen

4. Wenn er/sie tollpatschig ist: 22,1 % Gesamt, 21,9 % Männer, 22,3 % Frauen

5. Wenn er/sie zu schnell zu begeistert ist: 17,6 % Gesamt, 19,4 % Männer,15,9 % Frauen

6. Wenn er/sie ein Dickkopf ist: 11,3 % Gesamt, 13,3 % Männer, 9,4 % Frauen

7. Wenn er/sie nicht entscheiden kann: 10,7 % Gesamt, 11,6% Männer, 9,9% Frauen

8. Wenn er/sie zu ungeduldig ist: 9,9 % Gesamt, 10,8 % Männer, 9,0 % Frauen

9. Wenn er/sie zu unordentlich ist: 9,6 % Gesamt, 9,9 % Männer, 9,3 % Frauen

10. Wenn er/sie zu viel isst: 8,7 % Gesamt, 10,2 % Männer, 7,3 % Frauen

11. Nichts von allem, für mich kommt nur ein Partner ohne Ecken und Kanten in Frage: 21,2 % Gesamt,17,1 % Männer, 25,2 % Frauen

Bildquelle: iStock/yuryRumovsky

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