Sex-Studie

Mehr Sex durch geteilte Hausarbeit

Katharina Lübkeam 01.07.2016 um 14:54 Uhr

Ihr habt mal wieder eine Sexflaute? Die Lust aufeinander fehlt? Dann haben wir jetzt den ultimativen Tipp für euch: Teilt euch die Hausarbeit! Klingt unsexy – ist es aber nicht. Laut US-amerikanischen Forschern haben nämlich Paare mehr Sex, wenn sie den Haushalt gemeinsam schmeißen. Wenn das kein Argument ist!

Die Daten für die Sex-Studie wurden bereits 2006 in den USA gesammelt, jetzt aber erst auf den ungewöhnlichen Zusammenhang hin untersucht. Demnach landen Partner häufiger im Bett miteinander, wenn sie Hausarbeiten, wie Kochen, Waschen oder Einkaufen, paritätisch teilen. In eher konventionellen Beziehungen dagegen, in denen die Frau den Haushalt schmeißt, kommt es seltener zum Liebesspiel.

Wer gemeinsam den Staubwedel schwingt, kocht und einkauft, landet öfter im Bett, so das Ergebnis einer Studie.

Wer gemeinsam den Staubwedel schwingt, kocht und einkauft, hat mehr Sex, so das Ergebnis einer Studie.

In Zahlen ausgedrückt: Paare mit geteilter Hausarbeit haben im Schnitt 6,8 mal Sex im Monat. Übernimmt nur eine Person, meist die Frau, mindestens den Großteil der Arbeit allein, geht es nur fünfmal im Monat zur Sache – also deutlich mehr Sex durch geteilte Hausarbeit!

Gleiche Aufgaben kurbeln die Leidenschaft an

„Moderne Paare, die eine gerechtere Teilung der Arbeit leben, erfahren im Vergleich zu Paaren aus der Vergangenheit eine Steigerung der sexuellen Frequenz. Alle anderen Gruppen, darunter solche, bei denen die Frau für den Haushalt zuständig ist, haben Rückgänge in der sexuellen Frequenz erfahren“, so die Forscher.

Das sei besonders bemerkenswert, weil die durchschnittliche sexuelle Frequenz in den vergangenen Jahrzehnten weltweit zurückgegangen sei. Generell beobachten die Wissenschaftler mit zunehmender Abkehr von klassischen Rollenvorstellungen eine zunehmende Leidenschaft in der Beziehung. Immerhin spielt der Kopf eine zentrale Rolle beim Sex.

Teilen Paare ähnliche Aufgaben, kurbelt das die Leidenschaft an.

Teilen Paare ähnliche Aufgaben, kurbelt das die Leidenschaft an.

„Wenn Paare ähnliche Aufgaben teilen, statt geschlechterspezifische, scheint das die Leidenschaft anzukurbeln und zu vertiefen“, so die Wissenschaftler. Früher sei Liebe als Anziehung von Gegensätzen verstanden worden: Jeder Ehe-Partner war demnach in einer einzigartigen Reihe von Fähigkeiten, Ressourcen und Emotionen spezialisiert, die, so die damals gängige Meinung, dem anderen Part fehlte. „Heute beruht Liebe auf gemeinsamen Interessen, Aktivitäten und Emotionen. Wo einst Unterschied die Grundlage von Verlangen war, wird heute die Gleichheit zunehmend erotisch empfunden.“

Mehr Sex in fairen Beziehungen

Auch das veränderte egalisierte Machtverhältnis zwischen Mann und Frau habe sich auf das Sexleben ausgewirkt: So hätten Frauen in Ehen aus den 1950ern und den 1960ern häufiger Sex mit ihren Ehemännern gehabt, als sie wollten, weil sie von ihnen abhängig waren. Jetzt, da Frauen sich frei fühlen, nein zu sagen, sind sie eher geneigt ja zu sagen, wenn sie das Gefühl haben, in einer fairen Beziehung zu leben.

Etwas Nachholbedarf bezüglich Arbeitsteilung scheint es aber noch zu geben, denn laut der Studie übernimmt – zumindest in den USA – meistens die Frau den Haushalt und der Mann verdient das Geld. Auch hierzulande ist der Trend ähnlich: Selbst in vielen modernen Partnerschaften macht oft die Frau den Großteil der Hausarbeit: Im Schnitt verbringt sie 164 Minuten am Tag mit Putzen, Kochen, Bügeln und Kindererziehung, Männer dagegen nur 90 Minuten.

Aber wer weiß, ob diese neuen einschlägigen Argumente nicht endlich den Funken zum überspringen und den Hausherren dazu bringen, die Bude auf Vordermann zu bringen.

Bildquellen: iStock/lofilolo, iStock/grinvalds

 

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