Dreiecksbeziehung

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Dreiecksbeziehung: Sind drei einer zuviel?

Katja Gajekam 19.05.2017 um 15:11 Uhr

Ein Liebespaar besteht im Normalfall aus zwei Personen. Doch was, wenn plötzlich eine dritte ins Spiel kommt? Kann das gut gehen? Eine Dreiecksbeziehung ist eine Zwickmühle, die in der Regel entsteht, wenn jemand neben seiner eigentlichen Beziehung eine Affäre beginnt. Doch welche Motive stecken hinter der Zweigleisigkeit und wie kommt man am besten wieder aus ihr heraus? Wir verraten dir alles über die Dreiecksbeziehung!

Finger in einer Dreiecksbeziehung

Dreiecksbeziehung: Das Glück ist meist nur von kurzer Dauer.

Was ist eine Dreiecksbeziehung?

Eine Dreiecksbeziehung, auch Dreierbeziehung oder Ménage-à-trois genannt, bezeichnet eine Konstellation zwischen drei Menschen, in der eine Person zu zwei anderen Personen eine Liebes- oder Sexbeziehung unterhält. Das kann in diesen Konstellationen ablaufen:

  • Als Affäre: Ein Partner ist in einer festen Beziehung und trifft sich heimlich mit jemand anderem, während der dritte Partner nichts davon weiß.
  • Als offene Beziehung: Alle Beteiligten wissen von den Umständen. Wenn man sich bildlich ein Dreieck vor Augen hält, wäre diese Art der Dreiecksbeziehung ein „V“ oder englisch „Vee“.
  • Als Triade (Polyamorie): Es gibt jedoch auch die Konstellation, in der jede Person zu beiden anderen Personen eine Beziehung unterhält – so wie in einem Dreieck jeder Eckpunkt mit jedem anderen Eckpunkt verbunden ist. Die Verallgemeinerung offener Beziehungen zu mehreren Partnern ist die Polyamorie.

Wir werden uns im Folgenden mit der klassischen Dreiecksbeziehung im Sinne des „V“ auseinandersetzen. In dieser gibt es zunächst den Aktiven, der zwei Beziehungen eingegangen ist, den Passiven, der meist nichts von der anderen Person weiß, sowie den unsichtbaren Dritten Doch wie kommt es überhaupt zu einer Dreiecksbeziehung? Was sind die Motive?

So entsteht die Dreiecksbeziehung

Eifersüchtige Frau

Das Gras ist oft grüner auf der anderen Seite – so scheint es.

Wenn die Euphorie der ersten Jahre in einer Beziehung vom häufig stressigen Alltag abgelöst wird, kann es leider passieren, dass Paare mehr nebeneinander her statt wirklich miteinander leben. Meistens nehmen es die Beteiligten hin, weil es nun einmal der Lauf der Dinge ist – schließlich läuft es bei den meisten Paaren so.

Dennoch wächst in Hintergrund die Unzufriedenheit und lässt eine häufig unbewusste Sehnsucht entstehen. Und weil Sehnsüchte sich immer ihren Weg bahnen, kommt eines Tages eine Person, die einem genau das gibt, was man die ganze Zeit so sehr beim Partner vermisst hat: Schmetterlinge im Bauch, aufregenden Sex, die Spannung vor den Verabredungen – zusammengefasst: das pure Glücksgefühl! Plötzlich ist da ein Mensch, der sich für einen interessiert, ein Mensch, von dem man Anerkennung und Bestätigung erhält und der eine Ausstiegsoption bietet, mit welcher man sein altes, langweiliges Leben hinter sich lassen könnte. Und an dieser Stelle steckt man auch schon bis zum Hals drin in der Dreiecksbeziehung.

Dreiecksbeziehung: Wie entscheide ich mich?

So aufregend eine Dreiecksbeziehung auch ist, man muss sich im Klaren darüber sein, dass sie endlich ist. Für die aktive Person ist die Affäre zu Beginn natürlich ein unglaublicher Glücksfall – schließlich hat man auf der einen Seite ein sicheres Zuhause und gleichzeitig eine Insel der Leidenschaft. Doch nach einiger Zeit wird aus Spaß Ernst – meistens möchte einer (oder beide) doch mehr – und der Druck, eine Entscheidung zu treffen, steigt.

Nun gilt es, sich zu fragen:

  • Möchte ich die Dreiecksbeziehung beenden und der „alten“ Beziehung eine weitere Chance geben?
  • Oder setze ich meiner Partnerschaft ein Ende und starte einen Neuanfang mit der neuen Liebe?
  • Möchte ich die Vertrautheit und Geborgenheit der langjährigen Beziehung wirklich aufs Spiel setzen?

Oft ist es nur der Reiz des Neuen und Verbotenen, der einen im Bezug auf die dritte Person so euphorisch werden lässt. Auch die Affäre kann irgendwann zu der gleichen langweiligen Monotonie werden, die in der bestehenden Partnerschaft zum Betrug geführt hat. Wie auch immer du dich entscheidest – wichtig ist, dass du dich fragst, was du von der anderen Person in Zukunft erwartest und zu erwarten hast. Da es bequemer ist, sich in den Schoß der Gewohnheit zu flüchten, halten die meisten Menschen in dieser Situation an ihrer langjährigen Beziehung fest, auch wenn es sie vielleicht nicht hundertprozentig glücklich macht.

Dreiecksbeziehung auf dem Sofa

Früher oder später muss eine Entscheidung her.

Dreiecksbeziehung: Soll ich es meinem Partner beichten?

Ob du deinem Partner von der Dreiecksbeziehung erzählst, ist eine wichtige Entscheidung. In der Regel bedeutet das Beichten eines Seitensprungs das Ende der Beziehung, da Untreue den größten Vertrauensbruch überhaupt darstellt. Es gibt allerdings auch Fälle, in denen sie als eine Art „Wachrüttler“ fungiert, nach dem sich beide Parteien wieder anstrengen und damit das Feuer in der Beziehung wieder neu entfacht werden kann. Aus Angst vor den Konsequenzen schenken jedoch die wenigsten Menschen ihrem Partner reinen Wein ein; das Lügen beginnt. Doch wie das so ist, kommen die meisten Dinge irgendwann ans Licht – doch dann ist es in der Regel zu spät.

Sei also ehrlich zu dir selbst und frage dich frühzeitig, für welchen der beiden Menschen an den beiden „V“-Enden dein Herz höher schlägt. Denn letztendlich bist du selbst der Einzige in dieser Dreiecksbeziehung, der Verantwortung übernehmen muss und eine Entscheidung fällen kann! Bist du hingegen in der Position der Geliebten und hast du Gefühle für deine neue „Bekanntschaft“ entwickelt, solltest du nicht mit dir spielen lassen. Über kurz oder lang sollte der Aktive eine Entscheidung treffen – und kann er das nicht, solltest du dir überlegen, ob er dir das Drama wirklich wert ist.

Eine Dreiecksbeziehung mag in ihrer Anfangsphase vielleicht spannend sein, doch nach ein paar Wochen häufen sich die Probleme, weil der Aktive versucht, allen Beteiligten gerecht zu werden. Generell sollte man sich immer vor allem fragen, warum es überhaupt so weit kommen konnte und so versuchen, eine Lösung zu finden.

Bildquelle: iStock/Voyagerix, iStock/Mukhina1, iStock/g_studio, iStock/Anchiy

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Kommentare (2)

  • merry111 am 17.11.2014 um 11:41 Uhr

    Ich stecke auch grad in so was fest....er ist verheiratet und hat Kinder....er hat gleich mit offenen Karten gespielt und auch kein Geheimnis draus gemacht. Anfangs war es schwer für mich, der Gedanke daran das er gerade bei seiner Frau ist oder sogar neben ihr im Bett liegt und nicht bei mir. Wir hatten ständig immer und immer wieder den gleichen Streitpunkt und wir haben uns gegenseitig viele Nerven gekostet....es hat mich verletzt...und ich war wütend auf ihn, seine Frau und vor allem auf MICH Wir hatten klare Verhältnisse geschaffen....er würde sich Nie von seiner Familie trennen aber mich will er auch nicht verlieren...und ich will ihn JETZT zu diesem Zeitpunkt auch nicht verlieren.....wir wissen beide das, wenn er nicht verheiratet wäre das wir zusammen wären.....das diese "Beziehung" nix auf langer Dauer ist.....das wir uns Lieben und das ich mich von ihm trennen werde wenn ich einen Mann finde der zu mir passt.

  • MariCarmen am 24.10.2014 um 15:48 Uhr

    Ich habe es vor zwei Jahren erfahren, das mein Mann drei Jahre eine Affäre hatte. Die Geliebte hat mich angerufen, als er nicht mehr wollte. Es hat mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt. Ich leide heute noch darunter..die Uneinigkeit in den Aussagen beider danach, sind das schlimmste. Das Vertrauen zerstört... Jeder möchte doch einzigartig für den anderen sein, ein Rückblick auf die Zeit in der man nichts davon wusste, ist das schmerzlichste. Ein Mann kann mit zwei Frauen zusammen sein, die Einzigartigkeit wird der Beziehung genommen. Das Wir-Gefühl wird verraten...ich bin geblieben und habe ihm verziehen, er tut alles mir seine Liebe nun zu zeigen, trotzdem bleibt der Beigeschmack erstmal. Ich gehe nun zum Psychologen um wieder zu mir selbst in der Beziehung zu finden. Es ist jetzt zwei Jahre her und mein Leben davor ist ausgelöscht... Schade

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