Geliebte
Susanne Falleram 06.06.2017

Erst war es nur eine gemeinsame Nacht. Doch daraus wurde irgendwie mehr – und das, obwohl er eigentlich vergeben ist (und vielleicht auch du selbst?). Schnell wird aus einer solchen Situation eine Dreiecksbeziehung, in der man die Rolle der Geliebten einnimmt. Und von diesem Moment an fristet man ein Schatten-Dasein. Vielleicht steckst du selber gerade in dieser Situation und weißt, wie sich das anfühlt.

Vielleicht fragst du dich: Wie konnte ich überhaupt zur Geliebten werden? Bin ich nur Mittel zum Zweck oder können beim Mann Gefühle im Spiel sein? Und falls ja: Wird er sich jemals von seiner Frau trennen? Diesen und weiteren Fragen werden wir im Folgenden nachgehen.

Die Geliebte führt ein Leben auf dem Abstellgleis

Als Geliebte ist man immer nur „die Andere“.

„Irgendwie ist es so gekommen. Er war einfach ein toller Typ: sexy, witzig, intelligent. Dass er eigentlich in einer Beziehung ist, war egal – anfangs. Doch irgendwann kamen die Gefühle und mit ihnen die Einsamkeit, wenn er nicht da war, sondern bei ihr…“

So oder so ähnlich würde die Geliebte eines Mannes ihre Geschichte erzählen – und wäre damit nicht allein. Denn mehr als drei Millionen deutsche Frauen haben eine Affäre mit einem verheirateten Mann. Und in nicht wenigen Fällen wissen diese Frauen gar nicht, dass sie „nur“ die Geliebte sind und der Mann ihrer Träume vergeben und vielleicht sogar Familienvater ist. Denn wer möchte schon freiwillig die zweite Geige spielen?

Die Geliebte hat keinen guten Stand

Früher konnte man sich als Frau glücklich schätzen, die Geliebte eines Mannes zu sein, denn es war schlicht und einfach die Anrede für eine geliebte, weibliche Person. Heutzutage hingegen hat die Geliebte ein Imageproblem, denn sie ist illegal, ein Sexobjekt und stellt darüber hinaus eine Bedrohung für die Familie des Mannes bzw. für ihre eigene dar. Die Gesellschaft macht es sich einfach: Die Geliebte steht immer auf der falschen Seite. Das ist zwar verständlich, aber nicht fair, denn es gehören immer zwei dazu. Der Mann, der mit seiner Geliebten zusammen ist, obwohl er eigentlich im Bett einer anderen liegen müsste, trägt genau dieselbe Schuld an der Misere – sollte die heimliche Affäre denn einmal auffliegen.

Affäre Lippenstift Kragen

Sobald die Affäre auffliegt, wird man als Geliebte schnell enttarnt.

Als Geliebte glücklich sein, geht das?

Am Anfang ist eine Affäre ein Feuerwerk der Gefühle: verboten, aufregend, neu – und unverbindlich. Die Vorteile, die zuerst noch für den vergebenen Mann sprechen, zum Beispiel, dass er keine Ansprüche stellt, werden schnell zur Last, sobald die Geliebte Gefühle entwickelt (und zugegeben passiert das bei uns Frauen ziemlich schnell, wenn ein paar Mal Sex im Spiel ist…).

Während sich die Geliebte anfangs noch auf Augenhöhe mit ihrem Liebhaber befindet, sich unabhängig und unnahbar geben kann, gelingt ihr dieser Selbstschutz nun nicht mehr so leicht. Ein Teufelskreis beginnt. Denn die Geliebte begibt sich auf das Abstellgleis. Sie akzeptiert eine lange Wartezeit für viel zu kurze Begegnungen, verbringt die Wochenenden, Urlaube und Festtage in der Regel allein, verzichtet auf die Privilegien einer Partnerschaft wie Händchenhalten, Küssen in der Öffentlichkeit, oder gemeinsame Treffen mit Freunden. Er hingegen schwört, dass er sich bald von seiner Frau trennt. Sagt, dass seine Ehe nur noch auf dem Papier besteht und dass eigentlich die Geliebte die Eine ist. Er macht es sich bequem in der Dreierkonstellation aus Sicherheit, Spaß und Selbstbestätigung.

Ehering verstecken

Ob er sich wirklich von seiner Freundin bzw. Frau trennt? In den meisten Fällen unwahrscheinlich.

Einmal Geliebte, immer Geliebte? So entkommst du der Rolle

Indem sich die Geliebte immer wieder vertrösten lässt, immer wieder glaubt, dass ihr Liebster seine Versprechungen irgendwann wahr werden lässt, gelangt sie ungewollt in eine Opferrolle, wird zu einem Anhängsel, von dem der Mann weiß: „Ich kann machen, was ich will, sie bleibt sowieso bei mir.“ Stichwort Gaslighting oder Benching. Eigentlich müsste die Geliebte jetzt aus dieser aussichtslosen Situation ausbrechen, etwas sagen wie: „Komm wieder, wenn Du frei bist!“ Doch das kann sie nicht. Und will es auch nicht. Und da die meisten Männer ja bekanntlich nicht von selbst auf die Idee kommen, heikle Themen von sich aus anzusprechen, wird sich an der Situation auch erst einmal nichts ändern.

Um dich aus der Rolle der Geliebten zu befreien, solltest du Folgendes beachten:

  1. Frau traurig Mann Streit

    Der Rolle als Geliebte zu entkommen, ist nicht einfach.

    Es nützt nichts, den Mann vor die Wahl zu stellen. Das Ultimatum „Sie oder ich!“ geht in der Regel nach hinten los – davon einmal abgesehen, dass es auf ein beschädigtes Selbstwertgefühl hinweist, an dem du in diesem Fall arbeiten solltest.

  2. Halte dir vor Augen, dass du es nicht verdient hast, nur im Hintergrund akzeptiert zu werden, denn irgendwo wartet jemand auf dich, der zu dir steht und stolz ist, dich an seiner Seite zu haben. Du solltest dir mehr Wert sein als nur die Rolle der Sexpartnerin!
  3. Auch solltest du dich fragen: Will ich wirklich einen Mann, der nicht treu ist? Der seine Ehe verleugnet? Will ich an die Stelle seiner jetzigen Frau rücken und wird er dann bald auch mich mit einer anderen betrügen?
  4. Zu guter Letzt: Es ist zwar nicht unmöglich, von der Geliebten zur Partnerin „aufzusteigen“ – aber sehr selten. Die Statistik sagt: In nur zehn Prozent der Fälle trennt sich der Mann von seiner (Ehe-)Frau, um ein neues Leben mit seiner Geliebten zu beginnen. Und je mehr Zeit vergeht, desto unwahrscheinlicher werden seine Trennungsabsichten. Um das vertraute Elend also zu beenden, solltest du selbst den Schlussstrich ziehen – so schwer es auch ist! In die Affäre verliebt zu sein, kann dir nämlich auf Dauer richtig weh tun.

Video: Tipps gegen Liebeskummer

Mittlerweile salonfähig: Der männliche Geliebte

Geliebte

Auch Frauen nehmen sich einen Geliebten.

Die meisten Menschen sind der Annahme, dass es überwiegend Frauen sind, die sich einen Mann teilen müssen. Dabei leben heute auch viele Männer als Langzeit-Lover ohne Aussicht, die Frau irgendwann ganz für sich zu haben. Doch wie geraten sie in die Rolle des Geliebten? Eigentlich hatten sie doch jahrelang die Zügel (und die Frauen) in der Hand. Eine großangelegten Studie der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung aus dem Jahr 2008 hat den Grund dafür herausgefunden.

Demnach ist die Zahl der untreuen Frauen in den letzten Jahren gestiegen. Um dem nicht genug: Sie haben die Männer sogar überholt. Stolze 38,9 Prozent der Frauen sind schon mal fremdgegangen – bei den Männern sind es „nur“ 37,1 Prozent. Sexuelle Unzufriedenheit ist auf beiden Seiten der häufigste Grund für den Seitensprung. Verständlich, dass das auch die Frauen nicht lange mitmachen, wenn es im Bett nicht läuft.

Entgegen der weitläufigen Annahme, dass Frauen öfter die Rolle der Geliebten „spielen“, herrscht auf dem Feld des Ehebruchs also ein gewisser Gleichstand – genau wie in der Gefühlswelt. Denn: „Der moderne Mann buddelt, hofft und verzehrt sich genauso. Sie wollen ja gute Liebhaber sein, geben sich viel Mühe, vielleicht auch, um ihren Selbstwert zu steigern“, erklärt Ragnar Beer, Psychologe an der Uni Göttingen und Begründer des Projekts „Theratalk“, das Eheberatung, Paartherapie und Partnerschaftstests online anbietet gegenüber der „FAZ“. Zahlreiche gebrochene Herzen männlicher Betthäschen beweisen, dass nicht alle Männer Sex und Liebe so gut voneinander trennen können, wie sie immer behaupten…

Als Geliebte mag frau zwar unabhängig sein und eine schöne Zeit mit einem Mann genießen können, der keine Ansprüche stellt, dennoch degradiert dich diese Rolle eher zu einer Schattenexistenz. Denn spätestens wenn Gefühle ins Spiel kommen, rückt der Spaß an der Affäre in den Hintergrund – und ein Gefühl der Einsamkeit breitet sich bei dir aus. Herumsitzen, warten, hoffen, so sieht der Alltag für die Geliebte aus. Deswegen ist Folgendes sehr wichtig: Achte immer und in erster Linie auf dich und deine Bedürfnisse! Sei dir etwas wert und lass dich nicht zum Spielball seiner Lust machen! Denn: Zum Betrug gehören zwar immer zwei Menschen, zum Selbstbetrug reicht schon einer.

Bildquellen: iStock/KatarzynaBialasiewicz, iStock/Kiuikson, iStock/Wavebreakmedia, iStock/vchal, iStock/ASIFE, iStock/Sjale

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Was denkst du?

  • LadyPresley am 12.02.2015 um 18:36 Uhr

    Geliebte = die 2. Wahl, nicht schön.

    Antworten
  • erdbeerchen014 am 18.01.2015 um 07:18 Uhr

    Käme für mich nicht infrage

    Antworten
  • fettbock am 16.01.2015 um 17:34 Uhr

    Ja würde ich machen

    Antworten