Zweisamkeit
Birte Imme am 06.03.2015

Zweisamkeit ist ein großes Thema in Beziehungen – der eine braucht viel davon, der andere genießt hin und wieder auch gerne seine Einsamkeit. Die richtige Dosis muss jedes Paar selbst für sich herausfinden, doch eine „Grundmenge“ an Zweisamkeit sollte in jeder Partnerschaft gewährleistet sein. Doch wie viel ist das?

„Du hast nie Zeit für mich. Liebst Du mich eigentlich noch?“ oder „Heute Abend möchte ich mal für mich sein. Lass mir ein bisschen Freiraum.“ – Beide Zitate sagen etwas über das jeweilige Bedürfnis von Zweisamkeit aus. Die erste Person braucht viel Nähe, um sich in der Beziehung wohlzufühlen, die andere Person ist auch gerne mal für sich, was aber nicht bedeutet, dass sie den Partner weniger liebt als die erste. Doch wie viel Zweisamkeit ist „normal“ und wann wird es zu viel des Guten?

Zweisamkeit sollte in jeder Beziehung eine Rolle spielen

Zweisamkeit vermittelt dem Partner, wie wichtig er für den anderen ist

Was ist Zweisamkeit?

Der Duden bezeichnet Zweisamkeit als ein „meist harmonisches, oft romantisches Zusammensein von zwei Personen, ohne störende andere Personen“. Der Mensch ist nicht gern allein, sondern wünscht sich einen Partner, mit dem er Glück, Geborgenheit und Nähe teilen kann. Zweisamkeit ist Liebe in Form von Qualitätszeit. Man schenkt seinem Partner seine ungeteilte Aufmerksamkeit – nebenbei fernsehen, Zeitung lesen oder Facebook checken ist nicht erlaubt! Da man dem anderen ein Stück seiner Lebenszeit widmet, sollte man es als großes Geschenk ansehen. Kaum etwas anderes vermittelt dem Partner, wie wertvoll er für den anderen ist. Deshalb sollte Zweisamkeit in Form von intimen Momenten in jeder Liebesbeziehung, aber besonders bei Paaren, die schon viele Jahre zusammen sind, eine Rolle spielen.

Das Bedürfnis nach Zweisamkeit ändert sich

Zu Beginn einer Beziehung ist der Wunsch nach Zweisamkeit in der Regel bei beiden Beteiligten extrem hoch. Die Verliebten möchten am liebsten jede Minute miteinander verbringen und können sich nur schwerlich vorstellen, dass sich das einmal ändern wird. Doch das wird es: Nach einer gewissen Zeit schleichen sich Alltag und Gewohnheit in die Beziehung ein und der Wunsch nach Freiraum wird wieder größer. Viele Menschen konzentrieren sich dann wieder stärker auf sich selbst. Darunter kann natürlich auch die Zweisamkeit leiden – insbesondere die Person, die darauf besonders großen Wert legt, fühlt sich in einer solchen Phase einsam und ungeliebt. Doch dafür hat Psychologin und Beziehungsexpertin Dr. Wiebke Neberich auf „edarling.de“ einen Rat: „Das Bedürfnis nach Nähe und Distanz ist kein konstantes, sondern verändert sich auch über die Zeit. In den seltensten Fällen fühlen die Partner zu jeder Sekunde das gleiche Bedürfnis. Außerdem muss Distanz nicht immer ‚weg vom Partner‘ bedeuten, sondern eher ‚hin zu einem selbst‘. Es sollte also nicht als Bedrohung für die Partnerschaft verstanden werden, wenn dieses Bedürfnis geäußert wird. Im Gegenteil, dies kann anschließend wieder zu einem stärkeren Wunsch nach Nähe führen.“Sollte Dein Partner sich also mal mehr mit sich selbst und dafür weniger mit Dir beschäftigen, ist das ganz natürlich und kein Grund zur Sorge. In einer glücklichen Partnerschaft pendelt sich das Verhältnis der Zweisamkeit irgendwann auf ein Level ein, das beiden zusagt.

Zweisamkeit ist eine Frage der Planung

Im stressigen Alltag fällt es Paaren oft schwer, neben Job, Haushalt und anderen Verpflichtungen noch genügend Zeit füreinander zu finden. Doch Zweisamkeit ist sehr wichtig und ihr ständiges Fehlen kann unter Umständen das baldige Ende einer Beziehung bedeuten. Um dies zu verhindern, ist Planung und manchmal auch Verzicht von Nöten – doch das lohnt sich, denn Zweisamkeit kann Werte schaffen, von denen die Beziehung noch jahrelang zehren kann.

Wie nutzt man Zweisamkeit sinnvoll?

Wie bereits erwähnt, sollte Zweisamkeit bewusst erlebt werden. Das intensive Gespräch eignet sich daher perfekt, um die Zeit zu zweit sinnvoll zu nutzen. Dabei geht es jedoch nicht um oberflächlichen Informationsaustausch oder schnelle Absprachen, sondern darum, sich aufeinander einzulassen, sich einander zu öffnen und aneinander Anteil zu nehmen. Dazu gehört sowohl, dass man dem anderen aufmerksam zuhört, als auch, dass man über sich selbst, seine Gedanken und Gefühle spricht. Gleich nach dem intimen Gespräch sind gemeinsame Unternehmungen eine schöne Art, Zweisamkeit miteinander zu erleben. Ob Konzert, Kino, gemeinsame Gartenarbeit, ein Ausflug ins Grüne, ein schickes Candle-Light-Dinner oder ein luxuriöser Urlaub – alles, was Euch Freude macht, trägt dazu bei, dass Eure Beziehung wachsen kann und die Liebe erhalten bleibt. Denn bei Dates zeigt man dem Partner, wie wichtig er einem ist und dass man gerne mit ihm oder ihr zusammen ist. Es vermittelt dem anderen das Gefühl, wertvoll zu sein. Zudem kann man auf die schönen Erinnerungen immer wieder zugreifen. In schlechten Zeiten geben sie einem vielleicht ein bisschen Trost.

Gehörst Du zu den Menschen, die am liebsten jede Minute mit ihrem Partner verbringen, oder gibt es auch Zeiten, in denen Du auf Zweisamkeit pfeifst? Solltest Du zu der ersten Gruppe gehören, musst Du versuchen, Deinem Partner – so schwer es auch sein mag – genügend Raum für sich zu lassen, sonst läufst Du Gefahr, ihn durch Klammern zu verlieren. Ist das Gegenteil der Fall, so ist es wichtig, dass Du und Dein Partner ein Gleichgewicht zwischen Nähe und Distanz findet, mit dem ihr beide einverstanden seid. Ganz egal, welche Dosis Zweisamkeit in Deiner Beziehung am besten schmeckt – solange beide Beteiligten zufrieden sind, könnt ihr es halten, wie ihr wollt.

Bildquelle: iStock/JoseASReyes


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Was denkst du?

  • Kerzenkunst am 22.03.2015 um 17:56 Uhr

    Ja bei jung verliebten kann ich die Zweisammkeit noch verstehen aber trotzdem sollte jeder seinen Freiraum habe sonst leidet die Beziehung

    Antworten