Datingtrend Cushioning
Juliane Timmam 24.05.2017

Wer keine Beziehung sucht, ist Single. Wer Single ist und hin und wieder gerne Sex hätte, versucht es mit einer lockeren Liaison. So weit, so gut. Leider tummeln sich zwischen dem Single-Dasein und einer ernsten Beziehung viel zu viele unliebsame Verhaltensmuster herum. Ganz neu dabei: der Dating-Trend Cushioning.

Neben dem harmlosen Gatsbying gibt es auch das wenig charmante Benching, das fiese Ghosting und viele mehr. Ein weiterer Dating-Trend, der nun die Runde macht, nennt sich Cushioning. Der Begriff ist abgeleitet aus dem Englischen und bedeutet Polsterung.

Was bedeutet Cushioning in der Datingwelt?

Cushioning betreibt die Person, die eigentlich in einer Beziehung ist, aber nebenbei noch ein, zwei andere interessante Kandidaten für den Posten als Partner in petto hat. So fällt der Cushioning-Partner im Falle einer Trennung, dank des „Liebes-Polsters“, nicht in ein tiefes Loch. Falls die eine Beziehung zerbricht, fällt er oder sie, ganz weich, in die Arme des nächsten Partners. Ganz schön fies, oder nicht?

Datingtrend Cushioning

Wer in einer Beziehung “Cushioning” betreibt, fällt weich bei einer Trennung.

Kann so eine Form von Beziehung überhaupt funktionieren? Die Pfeiler jeder ernsten Beziehung sind Vertrauen und Ehrlichkeit dem Partner gegenüber. Wenn man kein Vertrauen in die Beziehung oder zum Partner hat und sich noch hinterhältig andere Optionen offen hält, kann man es eigentlich auch ganz sein lassen. Oder etwa nicht?

Was sagst du zu diesem Datingtrend, bist du dafür oder dagegen? Verrate es uns in den Kommentaren unter diesem Artikel oder bei Facebook.

Bildquelle: iStock/cyano66


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  • Pippsi am 26.08.2017 um 21:46 Uhr

    Das Moralempfinden der Leute hinter ihren Neigungen hängt ganz stark davon ab, mit wem man es zu tun hat. Für den einen ist es vielleicht bewusstes "Cushioning" ("Buffering", wie ich es wohl eher anglizistisch ausdrücken würde), der andere bezeichnet seine Einstellung vielleicht in starkem Selbstbewusstsein und Freizügigkeit als Polyamorie. Der deutliche Unterschied in der Umgangsweise ist, dass Polyamorie in seinem Umfang und Bedeutung offen gelebt und von Partnern befürwortet und explizit gewusst werden soll. Um ihre eigene Schwierigkeit der Festlegung und Priorisierung in sozialer Ordnung und sozialer Anerkennung leben zu können, haben Sympathisanten ihren Lebenseinstellung als eine eigene Alternative erklärt, die sie darüber hinaus noch mit Moral und gesellschaftlich anerkannten Prinzipien versehen haben, um sich sozial zu legitimieren und Akzeptanz zu erreichen. Demzufolge heben Polyamoristen Werte wie Treue, Ehrlichkeit (also die Offenlegung all seiner Beziehungen mit anderen) und Beziehungspflege (und zwar eine anspruchsvolle vollständige intensive Liebe) gegenüber jeder Beziehung, die sie führen, besonders hervor (zumindest in der Theorie, die Praxis kenne ich nicht). Im Cushioning hingegen basiert die Beziehung allerdings auf Täuschung und Misstrauen und nicht auf einem Einverständnis oder dem Wissen der Partner. Die Wichtigkeit von Rechtfertigung und Moral ist diesen Individualisten weniger wichtig als ihre Selbstverwirklichung. Den Sinn und der empfundene Wert hinter einer fremdgeteilten Liebe bleibt einem selbst hinterlassen zu bewerten, besonders die Funktionalität und Gesundheit mehrerer intensiver Beziehungen, was aus meiner Sicht vermutlich anfälliger fürs Auseinanderlebung ist (je weniger man sich bei der Anzahl an Beziehungen zügeln kann und neue Liebe findet) und nicht geringe Schwierigkeiten der Aufrechterhaltung besitzt, wenn schon langzeitliche Bindungsschwierigkeiten zwischen nur 2 Leuten aufgrund der gesellschaftlich häufig verinnerlichten Freizügigkeit heute zur Norm geworden sind. Während Polyamuröse und Cushioner wohl auf Polyamorie stehen (weil die Verfügbarkeit anderer und nicht die Exklusivität das tolle Gefühl ihrer Liebe ausmacht) und - aufgrund von ihrer eigens gering oder schwach gehemmten Befriedigung von Liebestrieben - es in ihrer Partnerschaft gut akzeptieren können, werden andere Leute nichts damit anfangen können und wollen, für die die Liebe einen exklusiven Wert besitzt und sich diese besondere Exklusivität für ihre Wertschätzung selbst wünschen. Der Umgang mit anderen bleibt kompliziert, insofern man nicht selbst ein Vertreter der anderen Seite ist. Mit der Ehe für alle kommt vermutlich als nächstes die Ehe zwischen allen (Polygamie), dann die Ehe ausschließlich zwischen Kindern, schließlich die grüne Ehe zwischen Menschen einschließlich immer weiter jüngeren heute noch als minderjährig geltenden Partnern und wird zuletzt noch ganz vom Arm der libertären Individualisten abgeschafft, weil jeder mit allem machen darf und soll (Stichwort: sexuelle Freiheit der 60er- bis 80er-Jahre Revolution), was er will und Priviligierung und Differenzierung für die "Freiheit" abgeschafft wird, auch weil aus der folgenden Entwicklung von Bindungsproblemen der Menschheit die Bindung evolutionär als rückschrittliches Auslaufsmodell im Willen der Natur erklären wird und ein sexuelles Verhältnis zwischen 2 irgendwelchen Lebewesen nichts mehr bedeutet oder besonders ist. Der erste Schritt etwas abzuschaffen ist, seine Bedeutung zu beseitigen, der Freiheitsgedanke im philosophischen Verständnis basiert darauf, Regeln und Grenzen abzuschaffen. Diejenigen, die aufgrund ihrer bewussten starken Einstellung zu Ordnung (Regelbestimmtheit - denn jede Ordnung ist Resultat von Regeln, wenn man Willkür und Zufälligkeit nicht als Ordnung sieht -), Moral und Werte zum bewussten selbsterklärten für altmodisch/Retro gehaltenes Ehemodell greifen als Gegenstatement, werden als die Ökofreaks von heute angesehen und beschränken sich zumeist nur noch auf eine gesellschaftlicher Minderheit authentischer Religiöser.

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