OKem App
Nina Rölleram 14.12.2016

Es gibt kaum jemanden, der nicht schon mal versucht hat, über Facebook und Google mehr über eine andere Person herauszufinden. Besonders interessiert uns das natürlich, wenn wir auf jemanden stehen oder sicherstellen wollen, dass sich die Onlinebekanntschaft beim ersten Date nicht als böse Überraschung entpuppt. Bisher konnte man aber mit diesen Mitteln nur schwer herausfinden, ob jemand gleichzeitig noch andere Frauen datet oder gar in einer festen Beziehung ist. Ein Berliner Start-up hat dafür nun eine App namens OKem entwickelt, die Dir sofort Auskunft über den Beziehungsstatus Deiner neuen Bekanntschaft geben kann. Wie das funktioniert, erklären wir Dir hier.

In Zeiten von Social-Media-Plattformen und Online Dating ist ein bisschen Cyberstalking fast schon gängig geworden. Mit ein paar Tricks findet man schnell mal das Facebook- oder Instagramprofil seines Angebeteten. Viel mehr noch als Partyfotos und Lieblingsbands interessiert die meisten aber vielmehr, wie es im Beziehungsleben des Anderen aussieht. Ist das neue Tindermatch vielleicht ein waschechter Player, der sich jede Woche mit einer anderen trifft? Oder verteilt der süße Typ, den Du gestern Abend im Club kennengelernt hast, seine Handynummer an Dutzend andere Frauen? Wenn Du Glück hast, kannst Du mit OKem Antworten darauf finden. Wir gehen aber auch der Frage nach, ob die Sache nicht einen Haken hat.

OKem

Die OKem-App kann Dir verraten, ob Dein Date womöglich in einer Beziehung ist.

So funktioniert der Beziehungs-Check mit OKem

Alles, was Du für den Beziehungs-Check benötigst, ist die Handynummer Deiner Bekanntschaft und natürlich ein eigenes Smartphone. Mit diesem lädst Du Dir im App Store die kostenlose App herunter. Bislang ist OKem nur für iOS verfügbar, die Android-Version soll aber bald folgen. Nun musst Du Dich lediglich über Deine eigene Handynummer verifizieren, eine Anmeldung über Facebook ist nicht nötig. Als Nächstes gibst Du die Handynummer der Person ein, über die Du mehr herausfinden möchtest. Wenn Du Glück hast, haben bereits andere App-User ihren Beziehungsstatus zu dieser Person vermerkt. Ist dies der Fall, kannst Du zum Beispiel sehen, wie viele Dates Dein potenzielles Date in der Vergangenheit gehabt hat, ob er in einer Beziehung ist, mit wie vielen anderen Frauen er flirtet oder wie viele andere sich für ihn interessieren. Außerdem kannst Du nun angeben, wie Du zu dieser Person stehst. Diese Angaben erfolgen anonym, also kann keiner zurückverfolgen, dass Du beispielsweise eingetragen hast, auf jemanden zu stehen. Die beiden Macherinnen von OKem versichern dabei, dass keinerlei Kosten auf Dich zukommen und die Handynummern nicht an Dritte weitergegeben werden.

Wie OKem Dich vor bösen Überraschungen schützen kann

OKem App

Was, der Typ datet gerade noch zehn Andere!?

Die Idee für diese App kam Lisa Maria Mino, als sie erst beim dritten Treffen mit einem Tindermatch herausfinden musste, dass dieser eine Freundin hat. Als sie sich anschließend zum Quatschen mit ihrer Freundin Charlotte Marxen traf, entwickelten sie schnell die Idee für eine App, mit der sich solche unschönen Erfahrungen im Vorhinein vermeiden lassen. Mit OKem soll mehr Transparenz in die Datingwelt gebracht werden. Das Suchergebnis soll Dir eine Art zweiten ersten Eindruck einer neuen Bekanntschaft vermitteln. Schließlich fragen die wenigsten direkt im ersten Chat mit einer Onlinebekanntschaft oder beim Kennenlernen in der Bar nach, wie lange die letzte Beziehung her ist oder man selbst gerade die einzige Frau ist, für die er sich interessiert. Man will ja nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen und so wirken, als würde man sich sofort eine feste Beziehung wünschen. Um diese Unsicherheiten von Beginn an aus dem Weg zu räumen, kann das Konzept von OKem natürlich behilflich sein – vorausgesetzt viele User teilen ihre Beziehungen zueinander mit und geben korrekte Daten an.

Grenzt das nicht an Stalking?

OKem App

Ein Missbrauch der App lässt sich schwer vermeiden.

Wenn Du OKem skeptisch gegenüberstehst, bist Du nicht allein. Laut der App-Gründer reagieren viele zunächst mit Kritik bezüglich des Datenschutzes und genereller moralischer Vorbehalte. Juristisch ist die Verwendung der App erst einmal unbedenklich, da Du nur dann mehr über eine Person herausfinden kannst, wenn Du bereits ihre Handynummer erhalten hast und alle Angaben anonym erfolgen. Zudem können die User nur wertfreie Angaben zu ihrer Beziehung machen und keinerlei Kommentare hinterlassen. Doch wie kann man sich darauf verlassen, dass die Informationen, die OKem ausspuckt, auch wirklich stimmen? Im Prinzip gar nicht, was die Macher der App sogar eingestehen. So kann es natürlich passieren, dass Du davon ausgehst, dass Dein potenzielles Date in einer festen Beziehung ist, es sich dabei aber um eine falsche oder veraltete Angabe handelt. Schließlich muss die andere Person nicht verifizieren, ob dieser Beziehungsstatus auch tatsächlich stimmt. Die Informationen sind also immer mit Vorsicht zu genießen: Aufgrund von OKem solltest Du keine Beziehung beenden, sondern die Angaben lediglich als Ratgeber verstehen. Die Gründerinnen von OKem verteidigen ihr Konzept, da es sich bei den geteilten Angaben lediglich um eine digitale Verlagerung von Informationen handle, die man genauso gut in persönlichen Gesprächen erhalten könne.

Irgendwie unwohl wird einem aber doch bei dem Gedanken an solch eine App. Schließlich kann man selbst kaum kontrollieren, welche Angaben andere über einen machen. Was, wenn sich Personen in der App als Deine angeblichen Partner ausgeben und Dir somit Dein Datingleben erschweren? Wenn die Angaben zur eigenen Person völlig verzerrt sind, solltest Du Dich an den Support von OKem wenden und nach einer Lösung suchen. So ganz ohne Tücken ist das Konzept aufgrund der Anonymität der User also nicht. Dennoch siegt bei den meisten wohl schlichtweg die Neugier, sodass die App bereits großen Anklang findet.

Darüber hinaus kann man sich natürlich fragen, ob es nicht besser wäre, solche Informationen einfach direkt persönlich anzusprechen. Wenn Du selbst ehrlich und offen kommunizierst, erfährst Du so womöglich sogar aufschlussreichere Antworten. Zudem hältst Du wahrscheinlich selbst Deine eigenen intimen Beziehungen nicht für eine Information, die Du öffentlich mit jedem teilen möchtest. Ob neue Bekanntschaften unbedingt ein Recht darauf haben, zu wissen, mit wie vielen Kerlen Du bereits in der Kiste warst, ist ebenso fraglich. Du musst also selbst entscheiden, ob Du diese neue App bei der nächsten Gelegenheit ausprobierst oder Ihr Euren Beziehungsstatus einfach sofort abklärt.

Bildquelle: iStock/djedzura, iStock/kcslagle, iStock/Marjan_Apostolovic, iStock/nicoletaionescu

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