Ernsthaft?

Benching: Und wir dachten, Ghosting ist fies…

Susanne Falleram 15.06.2016 um 13:55 Uhr

Über Ghosting haben wir uns ja schon mal ausgelassen. Mit dem sogenannten Benching kommt jetzt ein neues Verhaltensmuster in Sachen Dating dazu, das vom Gemeinheitsgrad dem Ghosting absolut das Wasser reichen kann. Oder vielleicht sogar noch fieser ist! Und wir garantieren vorab: Dieses fragwürdige Handeln kommt einigen von uns sicher bekannt vor. Was sich hinter Benching verbirgt, verraten wir Dir hier.

Die große, weite Welt des Datings kann einen schon fertig machen. Da trifft man zum Beispiel einen Mann, an dem man echtes Interesse entwickelt. Alles läuft großartig und dann? Boom, Funkstille von seiner Seite. Als hätte er nie existiert. Ghosting nennt sich das. Doch es gibt noch ein weiteres Verhaltensmuster, das sich immer mehr verbreitet. Benching nennt sich dieses wiederum und ist eine noch viel gemeinere, durchtriebenere Art eines Psychospiels. Derjenige, der sich als verliebtes Opfer mitten in diesem Spiel befindet, wird darunter auf Dauer so richtig leiden. Dürfen wir vorstellen: die neue Version des Mistkerl-Seins.

Benching

Der Angebetete meldet sich, aber nur sporadisch? Willkommen im Benching-Club.

Was ist Benching? Eine Erklärung des Dating-Phänomens

Der Begriff leitet sich vom englischen Begriff „to bench“ ab und bedeutet im Deutschen so viel wie „auf die Wartebank schieben“. Und das beschreibt auch eigentlich schon ziemlich genau, was sich in solch einer Situation abspielt. Stell es Dir so vor:

Du lernst einen netten Typ kennen, Ihr beginnt, Kontakt aufzubauen, euch vielleicht sogar näher zu kommen. Doch mit der Zeit, oder gar von Anfang an, läuft etwas gehörig falsch bei der Kommunikation. Während Du Feuer und Flamme bist, fängt der Profi-Bencher an, sich zu distanzieren. Im Gegensatz zum Ghosting zieht er sich jedoch nicht komplett zurück. Stattdessen geht er wie folgt vor: Erst meldet er sich tagelang nicht, versetzt uns damit in Wut und Verständnislosigkeit, nur um dann wieder hervorgekrochen zu kommen und sich mit einer „Hey, wie geht’s?“-Nachricht wieder ins Gedächtnis zu rufen. Als wäre nie etwas gewesen. Und Du bist natürlich ganz entzückt, jeglicher Frust durch Herzklopfen ersetzt. Aber auch nur für kurze Zeit, denn langsam wird deutlich: Er meldet sich nicht nur sporadisch, sondern auch immer absolut unverbindlich. Wenn er vorschlägt, dass man sich IRGENDWANN mal wieder sehen könnte, dann immer ohne konkreten Termin-Vorschlag. Und dann? Erneute Funkstille. Bis urplötzlich ein Kompliment zum neuen Profilbild oder einem Status-Update kommt. Es ist zum Irre werden!

Benching

Benching sorgt für ein großes Fragezeichen über unseren Köpfen…

Benching kann man also im Prinzip so zusammenfassen: Das „Opfer“ schmort als Reservespieler vor sich hin, dem immer wieder Versprechungen gemacht werden, dass er bald zum Einsatz kommt. Was er aber niemals wird, weil sich der Bencher lieber alle Optionen offen hält. Denn warum für eine Frau entscheiden, wenn man gleich mehrere haben und bei Laune halten kann?

Deshalb meldet sich der Bencher hier und da auch nicht aus Nettigkeit, nein, hier geht es um puren Egoismus. Alles kann, nichts muss, das wird einfach mal wörtlich genommen. Charmant.

Ich werde ge-bencht. Und jetzt?

Hingehalten werden ist nicht nur unhöflich, sondern einfach, pardon, beschissen. Wenn Du Dich also gerade in einer solchen Benching-Opferrolle wiedererkennst, solltest Du dieser zu Deinem eigenen Wohl entfliehen. Was bringt es einem, auf einen Mann zu warten, der sich einfach nicht entscheiden kann – oder will? Und möchte man, falls er es tatsächlich doch irgendwann tun sollte, immer den Gedanken im Hinterkopf haben, dass man lange die zweite, dritte oder vierte Geige gespielt hat? Nein. Deine Gutmütigkeit haben er und Dein Ego nicht verdient.

Benching

Benching kann man durchaus mal mit Ghosting bestrafen…

Du kannst Dich auf zwei Weisen aus der Benching-Situation befreien. Zum einen kannst Du den Täter direkt konfrontieren und fragen, was eigentlich Sache ist. Lass Dich allerdings nicht mit Versprechungen um den kleinen Finger wickeln, an die er sich im Endeffekt doch nie halten wird. Zum anderen kannst Du ihm auch einfach nicht mehr auf seine kläglichen Zwischenmeldungen antworten. So merkt er mit der Zeit, dass Du die Reservebank auf eigene Faust verlassen hast und garantiert nicht alles mit Dir machen lässt. Ein bisschen Ghosting ist hier als kleine Rache durchaus legitim. Auch, wenn es Dir am Anfang vielleicht weh tut, loszulassen, wirst Du auf Dauer froh sein, Dich auf eigene Faust aus der aussichtslosen Benching-Situation gerettet zu haben. Auf dass auch ER daraus lernen möge.

Und weil Jack Johnson schon 2005 wusste, wie sich Benching anfühlt, haben wir hier noch (mit einem kleinen Augenzwinkern für die ganze Misere) den passenden Soundtrack für Dich:

Bildquellen: iStock/Samo Trebizan, huffingtonpost.com via giphy

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