Tschüss Pinocchio

Lügen erkennen: So entlarvst Du Schwindler!

Birte Immeam 19.12.2014 um 16:12 Uhr

„Lügen? Ich doch nicht!“, werden die meisten sagen, wenn es um das Thema geht. Doch da liegen sie falsch. Denn so traurig es ist: Es vergeht kein Tag, an dem wir nicht belogen werden und an dem wir nicht selbst flunkern, was das Zeug hält. Durchschnittlich 200 (!) Mal am Tag, sagt Betrugsexpertin Pamela Meyer, werden wir von unseren Mitmenschen hinters Licht geführt. Dabei ist es gar nicht so schwer, den Schwindeleien auf die Schliche zu kommen! Es gibt nämlich etliche Signale, die Lügner überführen können. Wir haben sie für Dich zusammengetragen, damit Du in Zukunft erfolgreich Lügen erkennen kannst.

Diese Tipps helfen Dir, Lügen zu erkennen

Eine lange Pinocchio-Nase wächst Lügnern leider nicht

„Der Mensch kann mit dem Mund so viel lügen, wie er will – mit dem Gesicht, das er macht, sagt er stets die Wahrheit.“ Bereits Friedrich Nietzsche wusste, dass die menschliche Kommunikation zum Großteil außerhalb der Sprache abläuft. Um genau zu sein, drücken wir nur 35 Prozent verbal aus – der Rest wird über Haltung, Gestik und Mimik kommuniziert. Kennst Du die Serie „Lie to Me“? Dort können die Hauptfiguren durch feinste körpersprachliche Signale Lügen erkennen.

Das Tückische an der nonverbalen Kommunikation ist, dass sie sich nur sehr schwer willentlich kontrollieren lässt: Vor allem das Lügen wird von untrüglichen Körperzeichen begleitet – doch die kann man mit etwas Übung sehr zuverlässig lesen. Achte doch einmal auf die Zeichen, die Dein Gegenüber Dir unbewusst sendet: Was macht die Person mit ihren Händen? Wo schaut sie hin? Wippt ihr Bein? Anhand seiner Körpersprache kannst Du einen Lügner entlarven, da sich daran Aufregung, Aggression oder Unwohlsein ablesen lassen. Warum? Weil jemand, der lügt, nur ungern dabei auffliegen möchte und dafür so viele Ressourcen braucht, dass es kaum ein Mensch schafft, beim Lügen keine Fehler zu machen. Aus Schuld und Angst vor den Konsequenzen verändert die Person ihr Verhalten – und verrät sich. Wenn Du Lügen erkennen willst, sind es genau diese oft winzig kleinen verräterischen Gestern, auch „Tells“ genannt, auf die Du achten musst.

Lügen erkennen: So beginnt man

Wenn sich jemand mit Lügenerkennung auskennt, dann ist es Betrugsexpertin Pamela Meyer. Für ihr Buch „Wie man jede Lüge erkennt“ hat sie aus den gängigen wissenschaftlichen Disziplinen wie Interview- und Befragungstechnik, Interpretation von Mimik und Körpersprache und Verhaltensanalyse eine Methode entwickelt, mit deren Hilfe wir Lügen erkennen können. Meyer zufolge muss man mithilfe unverfänglicher Fragen zuerst eine „Baseline“ schaffen, die einem zeigt, welche Körpersprache das Gegenüber unter normalen Umständen an den Tag legt. Beobachte Lachen, Gesten, Haltung, Mimik und Reaktionen des Gegenübers. Danach können heiklere Fragen folgen, die sich um das kritische Thema drehen, von dem man glaubt, das gelogen wurde. Erst spürbare Veränderungen des Normalverhaltens sind bedeutsam.

Lügen erkennen: Das Gesicht beobachten!

Wenn wir Angst, Traurigkeit, Abscheu, Freude, Verachtung, Überraschung oder Wut empfinden, äußert sich das bei allen Menschen mit der gleichen Mimik. Der Grund: Sie sind uns angeboren – und werden in der Regel vollkommen unbewusst benutzt. Daher sind mimische Äußerungen so hilfreich, damit man Lügen erkennen kann.

> Der wichtigste Verräter sind sogenannte „Mikroexpressionen“, ungefilterte Gesichtsausdrücke, die nur für den Bruchteil einer Sekunde im Gesicht aufblitzen, bevor sie von gesteuerter Mimik abgelöst werden. Möchte eine Person ihre wahren Gefühle unterdrücken, werden die Mikroexpressionen dennoch verraten, wie sie wirklich denkt.

> Die meisten Gefühle wie zum Beispiel Lächeln, Stirnrunzeln oder Brauenheben laufen symmetrisch ab, lediglich Verachtung wird durch eine einseitig hochgezogene Lippe symbolisiert. Wenn Du Lügen erkennen willst, solltest Du daher besonders auf Asymmetrien achten, ebenso auf eine nicht zu Ende geführte Mimik.

> Sehr verräterisch ist auch das falsche Lächeln, das sich dadurch äußert, dass die Mundpartie lächelt, sich um die Augen herum aber nichts rührt. Lächeln gehört nämlich zu den Gesichtsausdrücken, die wir bewusst steuern können. Schenkt Dir also jemand ein aufrichtiges Lächeln, werden auch die anderen Gesichtsmuskeln aktiv – die Augen lächeln dann mit. Auch die Dauer des Lächelns oder anderer Gefühlsmimik ist wichtig: Aufrichtige Gefühle dauern länger als fünf, aber selten länger als zehn Sekunden. Ein zu lange andauerndes Lächeln ist also definitiv falsch!

> Auch das Beobachten der Augen kann hilfreich sein, wenn man Lügen erkennen möchte. Entgegen der Annahme, dass Lügner dem Blick ihres Gegenüber ausweichen, passiert genau das Gegenteil: Viele Menschen halten den Augenkontakt, gerade wenn sie lügen! Da sie keine Erinnerungen aus dem Gedächtnis abrufen müssen, weil ihre Aussagen frei erfunden sind, besteht auch keine Notwendigkeit zur Augenbewegung – außerdem versuchen Lügner natürlich bewusst den Augenkontakt zu halten, da dies als Wahrheitsbeweis gilt. Verlässlicher für das Entlarven einer Lüge ist die Blinzelfrequenz: Beim Lügen blinzeln viele Menschen häufiger, als wenn sie die Wahrheit sagen. Auch ein kurzes Schließen der Augen kann ebenfalls ein Hinweis darauf sein, dass der Erzählende gerade etwas frei erfindet.

Lügen erkennen: Körpersprache verstehen!

Du willst Lügen erkennen?

Ein Pokerface kann beim Lügen helfen

Jemand, der nichts zu verbergen hat, muss sich auch keine Gedanken über eventuell verräterische Handbewegungen oder Körperreaktionen zu machen und kann frei gestikulieren. Lügner hingegen unterstreichen ihre Erzählungen seltener mit ausschweifenden Gesten. Wenn Du Lügen erkennen willst, solltest Du neben der Mimik also auch die Körpersprache beobachten.

> Vorsicht bei Widersprüchen: Wenn Körpersprache und verbale Aussage nicht miteinander harmonieren, ist etwas faul (z.B. Kopfschütteln bei positiver Aussage).

> Achte auf einen plötzlichen Abbruch der Gestik! Wer unmittelbar vorhat zu lügen, hält oft in seinen Bewegungen inne, damit ihn nonverbale Signale nicht verraten.

> Geht der Lügner auf Abstand? Fühlt sich jemand nicht wohl in Deiner Gegenwart, weil er Angst davor hat, von Dir entlarvt zu werden, wird er unbewusst Abstand suchen (z.B. durch Zurücklehnen, Fußstellung zur Tür, verschränkte Arme, verborgene Handflächen).

> Berührung im Gesicht: Lügner berühren sich im Gespräch öfters im Gesicht, an Hals oder Mund. Sie kratzen sich an der Nase oder hinter dem Ohr. Auch daran kannst Du Lügen erkennen.

Lügen erkennen: Richtig zuhören!

> Erhöhte Stimmlage: Fast 70 Prozent der Lügner sprechen mit deutlich höherer Stimme wenn sie lügen, vor allem Frauen und Kinder.

> Stelle immer ergebnisoffene Fragen, um den potenziellen Lügner zum Reden zu bringen. Er muss mit mehr als nur mit „Ja“ oder „Nein“ antworten können. Denn je mehr er sagt, desto höher ist die Chance, dass er sich verrät und Du die Lügen erkennen kannst.

> Achte immer auf die Chronologie der Geschichte, die Dir erzählt wird: Lügner geben eine Begebenheit nämlich immer in chronologischer Reihenfolge wieder, da sie sich die Geschichte ja zuvor zurechtgelegt haben. Sie sind sehr monoton und detailarm in ihren Schilderungen – Ausschmückungen gibt es so gut wie gar nicht. Eine Ausnahme bildete Baron Münchhausen, einer der berühmtesten Lügner überhaupt. Er hat seine Geschichten mit zahlreichen Details ausgeschmückt und war deshalb ein so erfolgreicher Lügner. Tipp: Lass Dir dieselbe Geschichte mehrmals und aus verschiedenen Perspektiven erzählen.

> „Wo warst Du gestern Abend?“ – „Du willst wissen, wo ich gestern Abend war? Wo soll ich schon gewesen sein?“ : Nachplappern ist ein Indiz für Unsicherheit. Wiederholt jemand ausführlich Deine Frage, ehe er antwortet, will er Zeit gewinnen. Dasselbe gilt für Gegenfragen (z.B. „Was soll ich dazu sagen?“ oder „Was hab ich damit zu tun?“).

> Auch Füllwörter dienen dazu, Zeit zu schinden, um sich eine passende Erklärung zu überlegen. Daher verwenden Lügner unbewusst Füllwörter wie „Ähm“ oder „Naja“. Auch ein Räuspern oder kurzes Auflachen können dazu dienen, sich vor der Aussage zu sammeln.

> Werden Dir Schuldgefühle eingeredet? Achtung, hier will jemand ablenken! („Ich wette, den Kollegen aus dem Vertrieb werden solche Fragen nicht gestellt!“; „Dass Du mir nicht vertraust, enttäuscht mich sehr.“)

> Eine besonders gewählte Ausdrucksweise und ausführliche Formulierungen können ebenso ein Indiz für eine Lüge sein (Beispiel: „Ich würde so etwas nie und nimmer über mich bringen!“). Jemand, der die Wahrheit sagt, würde es einfacher formulieren: „Sowas würde ich nie tun!“ Auch anhand Phrasen der Glaubwürdigkeit („Ich schwöre bei allem, was mir heilig ist“; „Ganz ehrlich gesagt“; „Ich versichere Ihnen“) lassen sich Lügen erkennen.

> Typische Lügen sind sehr kurz: „Wie war`s?“ – „Schön!“ „Wie war der Film?“ – „Gut.“ Eine Ausnahme bilden Teenager: Sie antworten immer kurz und knapp.

Die wichtigste Regel kommt zum Schluss: Höre immer auf Deine Intuition! Ein Indiz allein macht noch keinen Lügner, es kommt immer auf die Kombination mehrerer Zeichen an.

Machen wir uns nichts vor: Jeder von uns wird täglich belogen und das wird sich auch nicht ändern. Da ist es gut, wenn man weiß, wie man Lügen erkennen kann. Die Kunst besteht darin, die Menschen so genau wie möglich zu beobachten, sich in sie hineinzufühlen und ihren Gedankengängen zu folgen. Wenn Du dann noch eindringlich nachhakst, fängt das Lügengerüst meist schnell an zu wackeln und löst Verhaltensänderungen und Unwohlsein beim Lügner aus. Dennoch solltest Du es vermeiden, zu viel Misstrauen zu zeigen, denn das erschwert das alltägliche Leben ungemein. Jemanden zu Unrecht als Lügner zu beschuldigen, kann nicht nur Freundschaften zerstören, sondern auch Karrieren ruinieren oder Unschuldige in Bedrängnis bringen. Kleine Notlügen sind immer erlaubt! Sie haben schließlich noch niemandem geschadet…

Bildquellen: iStock/yanni; iStock/TatyanaGl

Kommentare (3)

  • Lügner kann man sehr gut anhand der Stellung der Augen entlarven... Hier ist ein guter Bericht wie das geht: http://www.ratgeber-lifestyle.de/beitraege/tipps-und-tricks/luegen-entlarven.html Wenn man schon so oft angelogen wird, sollte man gewappnet sein ☺

  • Durchschnittlich lügen wir 200 mal am Tag oder werden angelogen? Haha, krass!

  • Seeeeehr interessant, habe mir den Artikel aufmerksam durchgelesen ...


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