Körpersprache

Manspreading: Müssen Männer SO sitzen?

Nina Rölleram 21.07.2016 um 13:51 Uhr

Auch wenn Du noch nie etwas von Manspreading gehört hast, bist Du diesem Phänomen mit Sicherheit schon einmal begegnet. Manspreading beobachtet man meist in öffentlichen Verkehrsmitteln und bezeichnet damit das sehr breitbeinige Sitzen von manchen Männern – ohne Rücksicht auf andere Mitfahrer und vor allem Mitfahrerinnen. Vielleicht ist es Dir auch nie aufgefallen, dass manche Herren unnötig viel Platz für sich in Anspruch nehmen? Das liegt dann aber wahrscheinlich eher daran, dass Du es als normal empfindest, dass Männer sich derart breitmachen und Frauen sich eben daneben quetschen müssen. Die Frage ist doch: Müssen die Herren der Schöpfung aufgrund ihrer Genitalien aber wirklich SO breitbeinig sitzen? 

Welche Sitzhaltung Menschen in ihren Privaträumen oder bei ausreichend Platz einnehmen, ist natürlich Privatsache. Wenn jedoch Männer – in der Regel ist dieses Verhalten fast ausschließlich bei den Herren zu beobachten – in überfüllten Zügen durch ihre weit gespreizten Beine gleich mehrere Sitze blockieren, wird die Frage nach der männlichen Sitzhaltung zum Diskussionsthema. Engagierte Bloggerinnen in New York wollten sich nicht mehr damit abfinden, benannten das Phänomen Manspreading und finden seitdem immer wieder neue humorvolle Methoden, um darauf aufmerksam zu machen. Wir zeigen Dir, was Katzen und Pokémons mit alldem zu tun haben und gehen der Frage nach, ob Männer keine andere Wahl haben, als breitbeinig zu sitzen.

Manspreading

In U-Bahnen trifft man sie besonders häufig an: Männer, die so breitbeinig sitzen, dass sie gleich mehrere Sitze für sich beanspruchen.

Anatomische Notwendigkeit oder gesellschaftliche Prägung?

Manspreading Prince Charles

Manspreading findet man weltweit und kommt in allen Schichten vor.

Bei der Diskussion, ob Manspreading ein Problem ist, findet man in der Regel zwei Seiten. Männer, die das breitbeinige Sitzen verteidigen, behaupten, dass es für Männer nicht möglich sei, mit geschlossenen oder überschlagenen Beinen zu sitzen. Grund dafür seien ihre männlichen Geschlechtsteile, denen ansonsten die Blutzufuhr abgeschnürt werden würde oder aber, dass die schiere Größe ihrer Genitalien ihnen keine andere Sitzposition erlaube. Ihre Gegnerinnen können darüber nur schmunzeln. Sie sind der Meinung, dass die menschliche Körpersprache und die Unterschiede zwischen den Geschlechtern viel mehr mit gesellschaftlicher Prägung und Erziehung zu tun haben, als mit der Anatomie. Schließlich säßen manche Männer ja auch mit gekreuzten Beinen oder seien in der Lage Fahrrad zu fahren. Eine erst kürzlich veröffentlichte Studie betrachtet das breitbeinige Sitzen von Männern als dominantes Balzverhalten – und das wohl mit Erfolg: Ein Großteil der befragten Studienteilnehmerinnen empfand Bilder von breitbeinig sitzenden Männern als sexuell attraktiv. Dies könnte auch wiederum die These stützen, dass das breitbeinige Sitzen ein angelerntes Verhalten ist. Nichtsdestotrotz scheint die Frage berechtigt, ob Männer in überfüllten Zügen und anderen öffentlichen Räumen nicht zeitweise eine rücksichtsvollere Sitzposition einnehmen könnten.

So wird auf Manspreading aufmerksam gemacht

Wie so oft ist die Stadt New York Vorreiter, wenn es darum geht, neue gesellschaftliche Probleme in Angriff zu nehmen. Nachdem mehrere Bloggerinnen vehement und überzeugend auf das rücksichtslose Sitzen mancher Männer in der chronisch überfüllten New Yorker U-Bahn aufmerksam machten, hat die Stadt reagiert. In der Subway findet man mittlerweile Hinweisschilder, die Manspreading verhindern sollen.

Auf den Infotafeln wird darauf hingewiesen, dass es sich hierbei schlichtweg um ein Platzproblem handelt und das Ausbreiten doch bitte unterlassen werden sollte. Wie wirksam diese vor zwei Jahren gestartete Kampagne wirklich ist, bleibt noch abzusehen.

Manspreading mit Humor begegnen

Einen besonders witzigen Umgang mit Manspreading, hat die amerikanische Journalistin Cassie J. Sneider gefunden. Genervt davon, dass sie oft übermüdet stehend Bahn fahren musste, weil Männer mal wieder einige Sitze blockierten, fing sie an, diese einfach direkt zu konfrontieren. Wenn diese auf ihre höfliche Bitte, etwas Platz zu machen, nicht eingingen, setzte sie sich kurzerhand einfach auf deren Schoß. Die perplexen Männer suchten dann in der Regel das Weite und Cassie hofft, dass diese Männer dadurch aufmerksamer werden. Sie ist jedenfalls stolz ihren Mut zusammengenommen und das Problem aktiv angegangen zu haben.

Were is this damned train?

A photo posted by Cassie J. Sneider (@cassiejsneider) on

Die lassen doch nur Platz für Katzen (und Pokémons)!

Es gibt aber auch etwas weniger offensive Methoden, um auf Manspreading aufmerksam zu machen. Auf Tumblr-Blogs wie Men Taking Up Too Much Space On The Train oder Saving Room For Cats posten Menschen weltweit Fotos von Manspreading-Beispielen. Auf letzterem werden dabei in den großen Zwischenraum, der durch das Beinespreizen entsteht, Bilder von Katzen montiert.

#savingroomforcats So thoughtful, saving room for all these cats.

A photo posted by amy darling (@amydarling) on

Damit soll mit einem Augenzwinkern verdeutlicht werden, wie viel Platz diese Herren für sich (und ihre Kätzchen) beanspruchen.

#savingroomforcats

A photo posted by Lori U (@loriungemah) on

Besonders lustig wird es, wenn zwischen den Männerbeinen doch tatsächlich ein Pokémon gefunden wird. Denn der Pokémon Go-Hype hat natürlich auch schon diese gesellschaftliche Diskussion erreicht. Wer so ein Pokémon zwischen den Beinen hat, kann sie natürlich unmöglich schießen, wir wollen das arme Pokémon ja schließlich nicht zerdrücken.

He's not #manspreading! He's just saving room for Pidgey! #igavein #pokemongo #idontknowhowifeelaboutit #savingroomforpokemon

A photo posted by emmascottschaeffer (@emmascottschaeffer) on

Das nächste Mal, wenn Du Bahn fährst, kannst Du ja einmal beobachten, wie unterschiedlich Männer und Frauen sitzen – und das unabhängig davon, ob sie Rock oder Hose tragen. Uns gefällt auf jeden Fall, wie kreativ Internetuserinnen mit diesem Phänomen umgehen.

Bildquelle: Getty Images/william87, Getty Images/AFP

Kommentar (1)

  • Männer mit großen Penis müssen so sitzen ! Anders geht es nicht, wirklich ... Ich hatte ganz großen Penis, aber früher war er nicht so groß. na ja aber wir haben XXI JH. und alles ist möglich. Dank Übungen, Blasen und Penirium Pillen werde ich um 3 cm länger !


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