Unverbindlich

Mingle – Der neue Beziehungstrend

Christina Cascinoam 30.03.2016 um 12:08 Uhr

Gemeinsam einsam – so ungefähr lässt sich der neue Beziehungstrend beschreiben. Denn die Zeiten, bei denen man bei einem Kuss oder zumindest dem erste Sex sicher sein konnte, dass man nun in einer Partnerschaft ist, sind vorbei. Immer mehr Menschen führen eine sogenannte „Mingle“-Beziehung: Eine Mischung aus Alleinsein, Affäre und Beziehung. Sind wir zusammen oder was? Über das Leben als Mingle.

Offiziell bist Du eigentlich Single, doch in Wahrheit triffst Du schon seit einiger Zeit diesen ganz bestimmten Mann. Ihr unternehmt etwas miteinander, wenn es zeitlich passt, ihr teilt Euch ab und zu das Bett, ihr habt aufregenden Sex und lacht viel miteinander. Hört sich wie eine Beziehung an? Im Grunde ja, dennoch ist es offiziell keine gewöhnliche Partnerschaft. Du bist vielmehr in einer sogenannten „Mingle“-Beziehung, in einer Art Halbbeziehung.

Der Begriff „Mingle“ setzt sich aus den Wörtern „mixed“ und „single“ zusammen: Während man mit den Begriffen „Freunde mit gewissen Vorzügen“ oder „Fuckbuddys“ eine Beziehung zwischen zwei Menschen beschreibt, die miteinander befreundet sind und „nur“ ab und zu Sex haben, definiert der Begriff „Mingle“ nun endlich etwas, was nicht definiert ist. Irgendwie vermischt man die Lebensweise eines Singles mit der eines Pärchens: Man mag sich, findet sich anziehend, trifft sich immer wieder – in größeren oder kleineren Abständen – man küsst sich, hat Sex, geht gemeinsam aus, telefoniert manchmal und hört auch mal ein paar Tage nichts voneinander. Oder so ähnlich!

In der Regel führen Mingles keine exklusive sexuelle Beziehung und treffen sich auch weiterhin mit Anderen. Eifersucht? Ist in einer Halbbeziehung fehl am Platz! Ein Mingle-Pärchen erwartet sich in guter Stimmung und möchte nicht über die Alltagsprobleme des Anderen sprechen. Und wenn ein Mingle-Partner ganz kurzfristig das geplante Treffen doch absagt und lieber mit seinen Freunden um die Häuser ziehen möchte, dann gibt es keine Vorwürfe oder ein schlechtes Gewissen, denn gerade eine größtmögliche Flexibilität macht eine solche Beziehung aus. Im Grunde treffen sich hier zwei Menschen, die selbst nicht wirklich sagen können, was sie gemeinsam eigentlich sind. Aber wieso? Worin liegt der Reiz eines solchen Zusammenseins und wie glücklich kann man mit dieser „Beziehung“ wirklich werden?

Die neue Beziehungsgeneration

Immer mehr junge Menschen leben in einer „Mingle“-Beziehung und lehnen die klassische Partnerschaft ab. Denn sie wollen mehr! Gefühle, Zweisamkeit, Sex und Zärtlichkeit auf der einen Seite, Unverbindlichkeit, Freiheiten und keinerlei Verpflichtungen auf der anderen Seite. Gerade in der heutigen schnelllebigen Zeit möchten sich nur noch die Wenigsten mit Anfang 20 für ein ganzes Leben binden – vielmehr will man so viel wie möglich erleben: Ein Land nach dem anderen bereisen, in unterschiedlichen Städten wohnen, jedes Wochenende eine andere Party feiern und so viele verschiedene Menschen kennenlernen wie nur möglich. Das alles sind Nebeneffekte einer Generation, die so viele Möglichkeiten hat, dass sie lieber jahrelang herumprobiert, als sich auf eine einzige Sache festzulegen. Verständlich und schade zugleich, denn der Trend geht somit auch in Liebesdingen immer mehr zu den sogenannten Mingles – zu einer unverbindlichen Verbindlichkeit!

Vorteile einer Mingle-Beziehung

Auf den ersten Blick sind diese Halbbeziehungen verführerisch, denn sie verbinden die Vorteile einer Beziehung mit denen des Singledaseins. Und so kann man als Mingle-Paar sehr viel Spaß miteinander haben: Während man sich in einer gewöhnlichen Partnerschaft auch ab und zu mit den Problemen des Anderen und gelegentlichen Streitereien auseinandersetzen muss, genießt ein Mingle-Paar die Sonnenseiten des Lebens. Kompromisse eingehen und wegen dem Partner seine Freiheit verlieren? Das erscheint vielen heutzutage als unattraktiv. Vielmehr führt man eine Beziehung, bei der man nicht Schluss machen muss, weniger Verpflichtungen hat und ganz locker noch andere Menschen daten kann. Denn: Das Bedürfnis nach einer Beziehung ist zwar da, doch wenn sich Komplikationen auftun, bleibt man lieber noch ein wenig länger „allein“.

Die Gründe, weshalb man sich für eine „Mingle“-Beziehung entscheidet sind also vielfältig: Sie können zwischen Bindungsangst, Entscheidungsproblemen, verletzten Gefühlen und gescheiterten Beziehungen liegen. Ein zentraler Grund ist wohl die Angst, sich festzulegen und somit vielleicht bessere Möglichkeiten zu verpassen. Gerade Partnerbörsen und Dating-Apps bieten uns heutzutage Unmengen von Optionen, neue Menschen kennenzulernen. So legt man sich nur ungern auf einen Menschen fest, schließlich ist das Angebot viel zu groß und der potentielle Partner fürs Leben ist womöglich nur einen Klick entfernt.

Doch nicht nur die Angst, andere Partner zu verpassen, sobald man sich festlegt, bremst den Bindungswillen, auch der explizite Wunsch nach Selbstverwirklichung ist mit einem klassischen Pärchendasein nicht immer vereinbar. Gerade die Generation um die Dreißig will sich unabhängig weiterentwickeln, herausfinden, was und wen man wirklich will und frei entscheiden können, ohne Verpflichtungen zu unterliegen. Wieso nicht ein Jahr ins Ausland? Wieso morgen nicht noch mal komplett neu beginnen? Als Mingle-Paar ist das möglich – und auch als klassisches Pärchen ist man natürlich weiterhin frei, selbst für sich zu entscheiden, doch entstehen nicht letztendlich Probleme und Diskussionen, wenn man den Partner nicht mit in seine Lebensplanung einbezieht?

Zwar wünschen sich die Menschen heutzutage weiterhin Geborgenheit, Sicherheit und Struktur, doch die traditionellen Beziehungsformen verwischen zunehmend. Schließlich setzt doch auch die Welt um einen herum andere Kriterien als Maßstab. Geht es in unserer heutigen Zeit nicht vielmehr um Schnelligkeit und das ständige Austauschen? Da ist es nicht verwunderlich, dass ein fester Partner oder eine Beziehung oft mit dem Entzug von Freiheit oder von der Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen, gleichgesetzt wird.

Beziehung in der Schwebe

Doch so eine Halbbeziehung bringt auch Probleme mit sich, denn früher oder später kommen bei jedem Mingle-Paar Fragen auf: „Was ist das jetzt eigentlich genau? Sind wir zusammen? Treffen wir uns noch mit anderen?“ Spätestens beim ersten „Ich habe Gefühle für Dich entwickelt“-Geständnis sind Diskussionen angesagt, denn Fakt ist, dass bei den meisten Mingles einer leidet. Meistens sind es Frauen, die in solche Situationen geraten, die hoffen und rätseln, ob sie in einer Beziehung sind. Männer dagegen binden sich lieber gar nicht, als eine Beziehung einzugehen, von der sie wissen, dass sie nicht die Richtige ist.

Doch was tut man dann, wenn man doch mehr will? Nach Klarheit verlangen? Natürlich besteht die Angst, den Anderen zu verschrecken und zu vertreiben, wenn man etwas fordert, doch macht man das Ganze stillschweigend mit und hofft weiterhin, dass sich das Blatt doch irgendwann einmal wendet, hat man das Gefühl irgendwie hingehalten zu werden und nicht auszureichen. Und dass dieses Gefühl, sich nicht vollkommen auf eine Beziehung einlassen zu können, nicht glücklich macht, ist wohl jedem klar.

Aus diesem Grund sollte jedes Mingle-Pärchen früher oder später Klartext reden –  miteinander und übereinander. Denn darüber zu sprechen entspannt die Lage und stoppt das Gedankenkarussel. Hat man nicht selten vorher sonst jedes Wort überdacht, jede Geste überinterpretiert und jede Berührung als Hoffnung gesehen. Am Ende muss jedes Mingle-Paar und jeder Einzelne für sich selbst entscheiden, ob er nun so weitermachen kann und möchte – oder eben nicht.

Wir sind in einer Zeit angekommen, in der die klassischen Beziehungsstrukturen immer mehr verwischen: Es genügt nicht mehr, nur von einer Partnerschaft oder dem Singledasein zu sprechen. Denn so vielfältig die Möglichkeiten unserer Zeit heute sind, einen Partner zu finden, so vielfältig sind auch die Arten einer Beziehung. Wichtig bei all diesen neuen Arten, eine Beziehung zu führen, ist schlussendlich nur, dass sich die Beteiligten dabei wohlfühlen und mit dieser Art des Zusammenseins glücklich sind.

Bildquelle: iStock/marinovicphotography

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