Blockiert

Mooning: Heimliches Ignorieren als Dating-Ende

Susanne Falleram 05.10.2016 um 17:52 Uhr

Alle schlechten Dinge sind drei: Nach Ghosting und Benching haben wir es nun mit einem neuen Dating-Phänomen namens Mooning zu tun. Noch nie davon gehört? Glück gehabt. Vielleicht wurdest Du aber auch schon mal Mooning-Opfer, ohne es zu wissen. Denn genau das ist das Heimtückische bei dieser Verhaltensweise: Das Opfer bekommt sie gar nicht von Beginn an mit, sondern erst später. Was es mit dem Mooning auf sich hat, erklären wir Dir hier.

Stell Dir vor, Du lernst einen süßen Typen kennen. Ihr versteh euch prächtig, Friede, Freude, Eierkuchen. Ihr telefoniert und schreibt euch Nachrichten regelmäßig hin und her. Doch dann wird aus dem Flirt plötzlich eine Ein-Frau-Show. Du schreibst ihm die süßesten Nachrichten und hoffst natürlich auf eine schnelle oder zumindest zeitnahe Antwort. Doch nichts. Auch Anrufe werden nur noch sporadisch angenommen. Hilfe: Ist man jetzt zum waschechten Benching-Opfer degradiert worden? Mag sein. Doch nicht nur das: Auch mit Mooning könnte man gestraft werden, ohne es richtig mitzubekommen.

Mooning

Anrufe und Nachrichten verlaufen ins Leere? Mooning könnte Schuld daran haben!

Was ist Mooning genau?

Der Begriff Mooning leitet sich in diesem Zusammenhang von einem Symbol auf dem iPhone ab, nämlich dem „Nicht stören“-Icon. Ist dieser aktiviert, werden Anrufe und Nachrichten von bestimmten Personen herausgefiltert. Man empfängt sie zwar, aber das Handy gibt weder Laute von sich, noch fängt es an zu Vibrieren oder zu Leuchten. Kurzum: Die Kontaktaufnahme wird stumm geschaltet und dezent ignoriert, ohne dass es der andere gleich mitbekommt. Eine ganz eigene Art des Ghostings bzw. Benchings also (je nachdem, ob die andere Person nochmal vor hat, die Nachrichten des anderen zu beantworten).

Wenn Du also mal bemerkst, dass jemand Deine Nachricht erstaunlich oft erst viel später zu würdigen scheint, obwohl Du sie als wichtig und sofort beantwortenswert empfandest, könnte es sein, dass Du unbemerkt zum Mooning-Opfer wurdest. Autsch! Warum der andere von Deinen Nachrichten oder Anrufen nicht gestört werden will, kann die unterschiedlichsten Gründe haben. Vielleicht kann er einfach gerade nicht ans Telefon gehen, weil er ein wichtiges Meeting oder ähnliches anstehen hat. Vielleicht hat er gerade eigene Probleme. Im schlimmsten Fall hat er aber einfach keine Lust mehr auf engeren Kontakt und zieht sich so schon mal aus der Affäre. Nicht gerade charmant, wenn man der anderen Person nicht mal sagt, dass man die Kommunikation aus welchen Gründen auch immer reduzieren oder einstellen will. Ein Dating-Ende, vom den beide wissen, ist doch irgendwie höflicher.

Fun Fact: Die ursprüngliche Bedeutung von Mooning

Hintern

Mooning, veranschaulicht in seiner ursprünglichen Bedeutung.

Eigentlich hat Mooning eine ganz andere Bedeutung. Der Begriff stand bisher eigentlich für das Entblößen des eigenen Hinterns vor anderen als Akt des Protests oder, wortwörtlich, blanken Hohns. Vielleicht hast Du es schon mal bei peinlichen Touristengruppen oder bei Demonstrationen erlebt. Der Po wird hier gerne quasi als Weiterentwicklung des Mittelfingers inszeniert. Mooning leitet sich in diesem Zusammenhang vom englischen Wort „Moon“, also Mond ab, der poetisch gerne mal als Metapher für das Gesäß verwendet wird. Zwischen dieser Bedeutung von Mooning und der erklärten gibt es offiziell keinen Zusammenhang. Inoffiziell sieht man aber doch ein paar Parallelen: Zum Beispiel, dass einem mit dem neumodischen Mooning auf eine andere Art der Mittelfinger gezeigt wird. Und dass der Mooner selbst, pardon, ein Arsch ist.

Kommt Dir das Mooning-Verhalten (ersteres, vielleicht auch zweiteres) bekannt vor? Hast Du vielleicht schon mal selbst jemanden bewusst blockiert, weil er Dir auf die Nerven ging und Du einfach mal Deine Ruhe gebraucht hast? Die Ignoranz kann schließlich nicht nur beim Dating angewandt werden, sondern auch bei Freunden, die einem zeitweise auf die Nerven gehen (aber man keine Lust hat, ihnen das ins Gesicht zu sagen). Zugegeben: Ich fühle mich ja etwas ertappt…

Bildquelle: iStock/

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