Smart is sexy

Sapiosexuell: Wer steht nicht auf kluge Männer?

Katharina Meyeram 20.05.2016 um 14:13 Uhr

Mal ganz ehrlich: Wir Frauen wollen bei unserem Partner eigentlich immer das ganze Paket! Humorvoll soll er sein, ehrlich und einfühlsam – und natürlich auch nicht auf den Kopf gefallen. Was nützt einem das heißeste Sixpack, wenn Dein Gegenüber nur über Autos oder Protein-Shakes reden mag? Menschen, die sich vor allem zu intelligenten Partnern hingezogen fühlen, nennt man sapiosexuell. Wir gehen dem Phänomen auf den Grund!

Spätestens, als Hipster angefangen haben, sich Hornbrillen als modische Accessoires aufzusetzen und die Nerds aus der TV-Serie „The Big Bang Theory“ die Herzen von Penny (Kaley Cuoco), Bernadette (Melissa Rauch) und Amy (Mayim Bialik) erobern konnten, ist klar, dass nicht mehr nur traumhafte Schönlinge gefragt sind, sondern Männer, die etwas auf dem Kasten haben. Und sobald eine beobachtbare sexuelle Vorliebe auftaucht, scheut die Welt sich nicht davor, dieser einen Namen zu geben: Sapiosexualität heißt die Vorliebe für den Intellekt eines Menschen – noch vor seinem Aussehen.

Wenn Dir Intellekt wichtiger ist als das Aussehen, bist Du vermutlich sapiosexuell!

Wenn Dir Intellekt wichtiger ist als das Aussehen, bist Du vermutlich sapiosexuell!

Aber sind wir dann nicht alle zumindest ein wenig sapiosexuell? Schließlich wird kaum eine Frau sich wirklich einen dummen Mann wünschen. Doch nur, wer wirklich mehr auf Hirn statt auf Sixpacks steht und sich nicht nur emotional, sondern auch erotisch zu einem intelligenten Partner hingezogen fühlt, ist als sapiosexuell einzustufen.

Sapiosexualität: Begleiterscheinung vom Online-Dating?

Der Begriff „Sapiosexualität“ stammt vom lateinischen Wort „sapere“ („wissen“) ab und taucht vor allem im Internet in den letzten Jahren immer wieder auf. In Zeiten, in denen es so viel mehr als homo- oder heterosexuell gibt, scheint es fast so, als ob jede Vorliebe ihren eigenen Namen braucht. Doch das Netz ist nicht nur deswegen der Ort, in dem uns der Begriff immer wieder begegnet, sondern quasi auch der Marktplatz für Sapiosexuelle. Wo sonst kann man sich schließlich erst in den Intellekt eines Menschen verlieben, bevor man seinen Körper überhaupt zu sehen bekommt. Egal, ob auf Seiten wie ElitePartner, auf der die Suche nach einem Akademiker zum Konzept gehört, oder bei der beliebten Dating-App Tinder – „sapiosexuell“ ist ein Label, dass sich vor allem Frauen sehr gerne verleihen.

Mehr Frauen sapiosexuell?

Anscheinend sind mehr Frauen sapiosexuell

Anscheinend sind mehr Frauen sapiosexuell

Erste Studien zur Sapiosexualität zeigen, dass sich mehr Frauen dazu bekennen, Intelligenz sexy zu finden als Männer. Wir wollen jetzt den Herren natürlich nicht unterstellen, dass sie ihre Partnerinnen getreu des geflügelten Sprichwortes „Dumm f***t gut“ aussuchen – doch irgendwie gefällt uns die Theorie des Sexualforschers Ulrich Clement, der in einem Interview mit der „Zeit“ bemerkt: „Intelligenz ist attraktiv, weil sie vermittelt, dass jemand Ressourcen hat und auch auf lange Sicht eine interessante Perspektive bietet. Hinzu kommt, dass das Empfinden von Attraktivität, wie überhaupt jede Emotion, über das Gehirn läuft.“ Sapiosexuelle (Frauen) suchen also oft nicht nur die schnelle Nummer, sondern eine tiefergehende Verbindung.

Tiefsinnige Gespräche als Vorspiel?

Ob die Vorliebe für Intelligenz nun so weit geht, dass ein Gespräch über Philosophie oder physikalische Phänomene Sapiosexuelle so scharf macht, dass sie anschließend übereinander herfallen, oder einfach nur eine Gewichtung bei der Partnerwahl vorgibt – letztlich ist die sapiosexuelle Präferenz ja nur einer von vielen Faktoren, wenn es darum geht, eine Beziehung einzugehen. Für Sapiosexualitätsforscher sogar ein ganz logischer: Ein hoher IQ steht Untersuchungen zufolge in direktem Zusammenhang mit der Spermienqualität und der Libido eines Mannes.

Smart is the new sexy… Wer so empfindet, ist höchstwahrscheinlich sapiosexuell. Aber mal ganz ehrlich: Wenn unter dem schlauen Köpfchen auch noch ein schöner Körper wartet, haben wir auch absolut nichts dagegen.

Bildquellen: iStock/Wavebreakmedia, iStock/nyul

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