Hochzeitsbräuche aus aller Welt

Wow!

Faszinierende Hochzeitsbräuche aus aller Welt

Nina Rölleram 31.10.2016 um 17:06 Uhr

Geheiratet wird überall auf der Welt, doch die Festlichkeiten sehen in jedem Land ein bisschen anders aus. Vielerorts besinnt man sich gerade zur Hochzeit auf traditionelle Riten, die das neue Eheglück besiegeln sollen. Dies können lustige Spielchen wie das Entwenden von Schuhen des Bräutigams, oder auch deutlich skurrilere Bräuche sein. Wir geben Euch heute einen Einblick in die faszinierendsten Hochzeitsbräuche aus aller Welt!

Wie der bedeutsame Tag der Eheschließung gefeiert wird, hängt auch immer von aktuellen Moden ab. In vielen Ländern hat man sich jedoch noch traditionelle Gebräuche bewahrt. In der Regel geht es darum, symbolisch den Schritt vom Ledigsein in das gemeinsame Eheleben zu zelebrieren. Manch ein Brauch mag dabei für uns ganz schön ungewöhnlich klingen. Andere klingen wiederum so witzig, dass man sie glatt für die eigene Hochzeit übernehmen will. Wir zeigen Dir, wo das Brautpaar traditionell über die Rücken seiner Gäste läuft und, wo der Bräutigam mit Pfeilen auf die Braut schießt.

Hochzeitsbräuche aus aller Welt

Wer kann das größere Stück vom Brot abbeißen? In welchem Land sich zur Hochzeit diese Frage stellt, erfährst Du hier!

China: Mit Pfeil und Bogen auf die Braut

In der chinesischen Provinz Gansu feiern viele Mitglieder der dort ansässigen Uiguren Hochzeiten nach traditionellem Ritus. Die Feierlichkeiten können locker 48 Stunden andauern! Im Vorfeld der Eheschließung begibt sich die Braut auf einem weißen Pferd zu ihrem zukünftigen Ehemann. Neben einer Reihe von anderen Ritualen schießt dieser mit drei Pfeilen auf seine zukünftige Ehefrau. Natürlich werden vorher die Pfeilspitzen entfernt. Anschließend zerbricht der Bräutigam die Pfeile, um seine ewige Liebe symbolisch zum Ausdruck zu bringen.

Mongolei: Auf der Suche nach einer gesunden Leber

Mongolischer Hochzeitsbrauch

In der Mongolei muss vor der Ehe ein Huhn dran glauben.

Etwas weiter nördlich müssen mongolische Paare vor der Eheschließung ein etwas blutigeres Ritual vollziehen: Gemeinsam müssen sie ein Huhn töten und mit einem Messer, das sie beide mit ihren Händen umfassen, den Körper des toten Vogels aufschneiden. Das Ziel ist, eine gesunde Leber ausfindig zu machen. Ist dies der Fall, kann die Hochzeit geplant werden, andernfalls müssen noch mehr Hühner dran glauben.

Südkorea: Fisch-Prügel auf die nackten Fußsohlen

Dieser südkoreanische Brauch findet erst nach der zeremoniellen Eheschließung, aber noch vor der ersten gemeinsamen Hochzeitsnacht statt: Der Bräutigam muss seine Füße entblößen. Nun werden diese von seinen Familienmitgliedern mit einem Seil zusammengeschnürt und er erhält einige Hiebe auf seine Fußsohlen – und zwar mit einem Stock oder einem Stück getrocknetem Fisch. Dies kann zwar ein bisschen schmerzvoll sein, in der Regel ist die Prozedur aber schnell überstanden. Sie dient eher der Belustigung aller Beteiligten. Manchmal wird der Bräutigam währenddessen nach seinem Wissen befragt, um sicherzustellen, dass er bereit für die Hochzeit ist.

Indien: Henna und Schuh-Diebstahl

In Indien gibt es aufgrund der vielen dort ansässigen Religionen und Minderheiten eine Vielzahl an Hochzeitsbräuchen. Auf Hindu-Hochzeiten ist es üblich, dass sich die Braut vor den Feierlichkeiten die Hände in aufwendigen Motiven aus Henna, dem sogenannten Mehndi dekorieren lässt. Traditionell übernehmen dies die engsten Freundinnen der Braut, heutzutage werden dafür aber auch oft spezielle Kosmetikerinnen engagiert.

Auf manchen indischen Hochzeiten findet außerdem ein besonders lustiges Ritual statt: Der Bräutigam muss vor dem Gang zum Altar seine Schuhe ausziehen. Nun ist es die Aufgabe der Familie des Bräutigams, diese zu bewachen, während die Familie der Braut versucht, die Schuhe zu stibitzen und zu verstecken. Durch dieses Spiel sollen sich die Familien näher kennenlernen.

Kongo: Nichts zum Lachen

Kongo Hochzeit

Bloß keine Miene verziehen!

Während manche Hochzeiten im Kongo durchaus große Freudenfeste sind, wird man das Brautpaar auf manchen besonders traditionellen Feiern nicht lächeln sehen. Denn in manchen Kulturen Kongos gilt Lächeln während der Zeremonie als Zeichen dafür, die Hochzeit nicht ernst zu nehmen. Das klingt gar nicht so einfach, denn das Lächel-Verbot gilt für den kompletten Hochzeitstag!

Mauretanien: Abnehmen für die Hochzeit? Bloß nicht!

Während es in den meisten Kulturen üblich ist, vor der Hochzeit eine strenge Diät zu halten, um auch ja rank und schlank im Hochzeitskleid zu glänzen, gelten in Mauretanien andere Schönheitsideale. Junge Frauen sollten vor der Hochzeit lieber einige Pfunde zulegen, da ein wohlgenährtes Äußeres als Zeichen des Wohlstands gilt. In manchen ländlichen Gegenden geht dies leider so weit, dass bereits sehr junge Mädchen zwangsgefüttert werden, um möglichst früh weibliche Rundungen zu erhalten und so früh wie möglich verheiratet werden zu können.

Franzöisch-Polynesien: Einmal über alle drüber

Auf der abgelegenen Inselgruppe im Südpazifik findet man einen besonders kuriosen Hochzeitsbrauch: Nach der offiziellen Zeremonie legen sich alle Gäste der Reihe nach mit dem Gesicht nach unten auf den Boden. Das Brautpaar muss nun einmal über alle Gäste hinweglaufen. Der Gang über diesen menschlichen Teppich soll ihre Bereitschaft symbolisieren, gemeinsam ein neues Leben anzufangen.

Schottland: Die große Dreckschlacht

Den englischen Brauch, dem Brautpaar „Etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes und etwas Blaues” für die Hochzeit mitzugeben, dürfte den meisten ein Begriff sein. Der schottische Hochzeitsbrauch, der in ländlichen Regionen immer noch gerne vollzogen wird, ist jedoch um einiges unterhaltsamer: Vor der Hochzeit wird das zukünftige Paar von der Familie und Freunden mit allerlei möglichst klebrigen Flüssigkeiten und Schmutz eingeschmiert. Die alte Tradition nennt sich Blackening. Zum Einsatz kommen kann so ziemlich alles von dunklem Zuckerrübensirup, über Schlamm und Nahrungsmittelresten. Das Ziel ist, Braut und Bräutigam möglichst arg einzusauen und diese danach für alle sichtbar im Dorf herumzuführen oder sie an einen Baum zu fesseln.

Russland: Wer ist das Großmaul der Familie?

In Russland kann es sich zur Hochzeit auszahlen, ein besonders großes Maul zu haben: Das frisch verheiratete Paar teilt sich das süße Brot namens Karavai. Beide müssen nun versuchen von dem reichlich verzierten Gebäck einen möglichst großen Bissen zu nehmen. Dabei dürfen nicht die Hände benutzt werden. Derjenige, der es schafft einen größeren Bissen zu nehmen, gilt anschließend als inoffizielles Familienoberhaupt.

Bildquelle: iStock/gracetansc, iStock/Argument, iStock/Alexander Podshivalov, Getty Images/AFP


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