Trauzeugin

Ehrenhafte Rolle

Trauzeugin

Birte Imme am 18.02.2015 um 17:12 Uhr

Deine Freundin heiratet und Du sollst Trauzeugin werden? Da ist die Freude natürlich riesig – schließlich ist es eine große Ehre, an diesem wichtigen Tag im Leben eine so große Verantwortung zu tragen. Doch nachdem Du spontan „Ja“ gesagt hast, wurdest Du unsicher. Denn Du hast keine Ahnung, was Dich erwartet, was Du zu tun hast und wo Du bei der Planung anfangen sollst. Doch keine Sorge! Wir haben einen Guide für Dich zusammengestellt, in dem Deine neue Rolle als Trauzeugin sowie die damit verbundenen Aufgaben erklärt werden. So bewahrst Du einen kühlen Kopf und machst die Hochzeit Deiner Freundin zum Event ihres Lebens!

Die Trauzeugin ist das Mädchen für alles

Die Trauzeugin steht der Braut an
ihrem großen Tag bei

Natürlich sind bei einer Hochzeit die Braut und der Bräutigam die beiden Hauptfiguren. Doch gleich danach kommt die Trauzeugin. Wenn Du für diesen „Job“ auserwählt wurdest, ist schon einmal klar, dass Du im Leben des Brautpaars einen besonderen Stellenwert hast und diesen auch im Hochzeitsgeschehen haben wirst. Wenn es sich bei der Braut um die beste Freundin oder die eigene Schwester handelt, macht die Rolle als Trauzeugin natürlich umso mehr Spaß, weil Du die beteiligten Person besser kennst und infolgedessen kreativer und persönlicher bei der Hochzeitsplanung sein kannst. Zu der Ehre, Trauzeugin sein zu dürfen, kommt aber natürlich auch große Verantwortung hinzu. Es gibt eine Menge Dinge, die Du vor, während und nach der Hochzeit managen musst. Damit Du dabei nicht den Überblick verlierst, haben wir die wichtigsten Facts für Dich zusammengetragen.

Welche traditionellen Aufgaben hat die Trauzeugin?

Traditionell besteht die Aufgabe der Trauzeugen darin, die Eheschließung zu bezeugen und zwar in dem Sinne, dass sie bei der Trauung als Zeugen anwesend sind. In der Regel bestimmen Braut und Bräutigam jeweils eine Person. Heutzutage können Paare in Deutschland jedoch auch komplett alleine heiraten. Denn seit dem 1. Juli 1998 sind zur standesamtlichen Trauung keine Zeugen mehr vorgeschrieben und auch in der evangelischen Kirche wird die Gültigkeit dieser zivilen Eheschließung anerkannt. Lediglich die katholische Kirche besteht nach wie vor auf ihre Anwesenheit, da sie durch ihre Unterschrift die Eheschließung für gültig erklären. Dennoch entschließen sich nur wenige Brautpaare dazu, bei ihrer Hochzeit auf die Unterstützung einer Trauzeugin oder eines Trauzeugen verzichten.

Trauzeugin – und jetzt?

Das Amt der Trauzeugin hast Du angenommen, nun kann die Hochzeitsplanung beginnen. Doch welche Aufgaben musst Du eigentlich übernehmen? Mit der Unterschrift im Standesamt ist die Arbeit nämlich noch lange nicht getan. Je nachdem, wie es sich das Brautpaar wünscht, kann die Trauzeugin nämlich auch folgende Rollen übernehmen: Hochzeitsplanerin, Dekorateurin, Modeberaterin, Geschenkekoordinatorin, Streitschlichterin, Gästebetreuerin,… Kurz gesagt: Eigentlich bist Du das Mädchen für alles, das seine Augen und Ohren überall hat und ständig einen klaren Kopf bewahren muss. Also all die Dinge, die die Braut vor, an und nach ihrem Hochzeitstag alleine nur schwer schafft. Du solltest ihr daher wann und wo immer möglich zur Seite stehen, dabei aber Deine eigenen Wünsche und Vorstellungen definitiv hinten anstellen. Es ist schließlich nicht Deine Hochzeit! Darüber hinaus kann es hilfreich sein, wenn Du Dich mit den anderen Trauzeugen zusammentust: Das erleichtert die Arbeit und verdoppelt die guten Ideen.

Trauzeugin sein: Vorbereitung ist alles

Je mehr Du Dich in die Hochzeitsvorbereitungen vertiefst, desto mehr wird Dir einfallen und desto mehr drohen wichtige Einfälle und gute Ideen wieder verloren zu gehen. Deshalb solltest Du Dir für Deine Arbeit als Trauzeugin unbedingt eine To-Do-Liste schreiben, in der Du zu jeder Aufgabe auch gleich den Verantwortlichen bestimmst sowie den Zeitpunkt, bis zu dem sie erledigt sein muss. Bei einem so großen Event wie einer Hochzeit ist Vorbereitung nämlich das A und O! Ob es sich dabei nun um die Wahl der Location, die Dekoration, die Suche nach einer Band, das Hochzeitsessen, die Sitzordnung oder das Design der Einladungskarten handelt – stehe Braut und Bräutigam bei und versuche, ihrem Geschmack gerecht zu werden. Denke immer daran, dass das Brautpaar das letzte Wort hat. Entscheide also nichts, ohne sie vorher zu fragen.
Damit im späteren Hochzeitstrubel alles glatt läuft, solltest Du Deine To-Do-Liste immer wieder durchgehen und Dir einen zusätzlichen Ablaufplan machen, mit dem Du den Überblick behältst. Denn nichts ist unangenehmer, als wenn am Tag X irgendetwas vergessen wurde – oder erst drei Tage vorher auffällt, dass bei der Organisation etwas nicht stimmt. Wenn die Trauzeugin bereits im Vorfeld gute Arbeit geleistet hat, kann sie die Hochzeit selbst viel besser genießen und den Gästen bei jeglichen Fragen Rede und Antwort stehen.

Die Aufgaben der Trauzeugin…

… vor der Hochzeit:

Die Brautkleidsuche: Eine besonders schöne Seite an der Rolle als Trauzeugin kann das Aussuchen des Brautkleides sein. Hier kann man sich ganz in Ruhe bei einem Gläschen Sekt die schönsten Roben von der Braut vorführen lassen. Aber Achtung! Die wenigsten Bräute können sich bereits nach drei Kleidern für „das Eine“ entscheiden, sondern möchten stattdessen lieber zig Brautmodengeschäfte abklappern, um auch ja nicht das Traumkleid zu verpassen, dass sie sich in ihrem Kopf bereits seit Jahren ausgemalt haben. Da kann der Brautkleidkauf auch schonmal in einer nervenaufreibenden Shoppingtour enden, die sich über Tage, wenn nicht sogar Wochen hinzieht. Um dies zu vermeiden, sollte sich die Trauzeugin schon im Vorfeld mit der Braut treffen, um ganz gemütlich bei Kaffee und Kuchen ein paar Brautkataloge zu wälzen. So kannst Du Dir einen ersten Eindruck von den Vorstellungen der Braut verschaffen und kommst im Geschäft schneller zu dem Kleid, in dem die Braut vor lauter Glück Tränen vergießt.

Die Kommunikation: Nichts ist für ein Hochzeitspaar stressiger, als sich neben der Planung der Hochzeit auch noch um die Fragen der Gäste zu kümmern. Deswegen solltest Du als Trauzeugin die Kommunikation übernehmen. Fragen zum Dresscode, zur Geschenkeliste oder zur Buchung eines Hotels kannst Du genauso gut beantworten, da Du ja auch die dazugehörigen To-Do-Listen angefertigt hast… Tipp: Richte eine Mailadresse, eine Homepage oder einen Blog für die Hochzeit ein. So kann jeder über den aktuellen Stand der Planung auf dem Laufenden gehalten werden.

Der Junggesellinenabschied: Deine letzte Aufgabe vor der eigentlichen Hochzeit ist, den Junggesellinnenabschied zu organisieren – sofern sich die Braut überhaupt einen wünscht. Sollte sie ausdrücklich dagegen sein, sollte die Trauzeugin ihren Wunsch respektieren und nicht einfach trotzdem den Stripper bestellen, nur weil sie es witzig finden würde. Der letzte Abend in Freiheit sollte der Braut positiv im Gedächtnis bleiben, daher bietet es sich an, vorher über ihre diesbezüglichen Vorstellungen zu sprechen. Du könntest Dich auch mit anderen Brautjungfern zusammentun und den Abend gemeinsam planen.

… am Hochzeitstag:

Die Trauzeugin kümmert sich darum, dass das Brautkleid sitzt

Die Trauzeugin legt bei der Braut letzte Hand an

Erst einmal die gute Nachricht: Als zweitwichtigste Person nach dem Brautpaar, darf die Trauzeugin auch gerne die zweitschönste Frau nach der Braut sein. Wirf Dich am Hochzeitstag also in Schale – vermeide es allerdings, Weiß zu tragen oder Dich zu freizügig oder zu schrill zu kleiden. Schlichte Eleganz ist für eine Hochzeit der beste Dresscode – es sei denn, das Brautpaar hat sich ein spezielles Motto überlegt. Nachdem Du, sofern es von Nöten war, Deine Unterschrift im Standesamt geleistet hast (Personalausweis nicht vergessen!), bist Du für den weiteren reibungslosen Ablauf des Hochzeitstages verantwortlich. Das fängt beim Weckruf des Brautpaares an und hört beim Aufräumen nach der Feier auf. Halte Dich daher mit dem Alkohol zurück und stoße nach dem ersten Glas Champagner lieber nur noch mit Wasser oder Cola an. Die Trauzeugin ist immerhin die Ansprechpartnerin für die Gäste, verantwortlich für die Durchführung von Hochzeitsspielen und sollte versuchen, folgende Störfaktoren zu vermeiden, die wir auf „Trauzeugin.de“ gefunden haben:

► Langeweile und störende Pausen
► Gestresste Brautleute
► Überforderte „Helfer“
► Unzufriedene Gäste
► Fehlende Gesprächspartner
► Schlechte Organisation (im Vorfeld / am Tag der Feier)
► Keine, zu wenige oder zu viele Einlagen
► Unpassende Spiele
► Streitigkeiten während der Feier
► Falsche oder doppelte Geschenke
► Fehlendes Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Gästen (zwei Familien, verschiedene Freundeskreise,…)
► Fehlende persönliche Atmosphäre
► Unliebsame Überraschungen
► Unpassende Musik

Als Trauzeugin hast Du eine besondere Rolle inne, daher darfst Du Dich nicht scheuen, auch mal ein Machtwort zu sprechen, wenn damit die Harmonie auf der Feier wieder hergestellt werden kann. Sei außerdem auf alles gefasst! Halte beispielsweise einen „Notfallkoffer“ bereit, der mit folgenden Dingen gefüllt ist: Strumpfhosen, Deo, Lippenstift, Kopfschmerztabletten, Parfüm, Batterien, Flüssigkleber, Tacker, Kaugummi, Mundwasser, Pflaster, Nadel und Faden, Schere, … Dann sollte am schönsten Tag im Leben Deiner Freundin eigentlich nichts mehr schief gehen.

… nach der Hochzeit:

Nicht unbedingt nötig, aber trotzdem eine große Freude wäre es, wenn Du das Hochzeitspaar zum ersten Hochzeitstag überraschst. Ein kleines Geschenk, ein Strauß Blumen eine Einladung zum Essen oder zumindest eine schöne Karte würde diesen Tag zu etwas ganz besonderem machen. Du könntest auch Erinnerungen wecken und dem Paar ein zuvor gestaltetes Fotoalbum mit (bisher geheim gebliebenen) Fotos der Hochzeitsfeier und Wünschen der Gäste übergeben.

Und welche Aufgaben hat der männliche Trauzeuge?

Im Gegensatz zur Trauzeugin hat der männliche Trauzeuge meist nicht sonderlich viel tun tun: den Junggesellenabschied planen, auf die Ringe aufpassen und sie bei der Trauung übergeben, eine Rede auf der Feier halten und für eine diskrete Bezahlung der Servicekräfte, des Fotografen und ggfs. der Band sorgen. Lediglich vier Dinge muss der Trauzeuge auf dem Schirm haben und kann sich danach getrost mit der Hochzeitsgesellschaft der Feier widmen.

Wie du siehst, ist Trauzeugin zu sein nicht ohne. Doch so viel Arbeit Du hast, so viel Anerkennung und Freude erhältst Du zurück, wenn Du Dich um die Planung einer Hochzeit kümmerst. Sollte Dich Deine Freundin also darum bitten, ihre Trauzeugin zu sein, nimm ihr Angebot mit Freude an. Schließlich hast Du jetzt mit unserem Guide die besten Tipps an der Hand, um die geplante Hochzeit zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen!

Bildquelle: iStock/kevinruss; iStock/pzRomashka


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