Trennungsphasen
Susanne Falleram 16.01.2017

Das Ende einer Beziehung ist immer mit Trauer verbunden. Auch, wenn sich Liebeskummer in seinen Phasen individuell äußert, verarbeiten wir alle den Verlust einer geliebten Person auf erstaunlich ähnliche Art und Weise. Genauer gesagt gibt es vier klassische Trennungsphasen, die man durchleben muss, bis es endlich besser wird. Wie der steinige Weg aussieht, bis du deinen Ex endlich vergessen kannst, das erfährst du hier.

Video: Tipps gegen Liebeskummer

Egal, ob man selber Schluss gemacht hat oder verlassen wurde: Der Schmerz sitzt nach einer Trennung tief. Der Verlassende konnte sich seelisch vielleicht besser darauf vorbereiten als der Verlassene, doch darunter, dass die andere Hälfte plötzlich fehlt, leiden beide. Wenn man sich nur noch zu Hause verkriechen will und der Kummer nicht besser zu werden scheint, fragt man sich früher oder später, wie lang man noch leiden muss, ehe der Herzschmerz vergeht.

Trennungsphasen

Trennungsphasen ähneln den klassischen Trauerphasen beim Tod eines geliebten Menschen.

Das sind die klassischen Trennungsphasen

Vielleicht bist du gerade mittendrin, eine Trennung zu verarbeiten. Dann kannst du jetzt mal überprüfen, in welcher Phase du dich befindest und auf was du dich noch gefasst machen musst.

1. Trennungsphase: Das „Nicht-Wahrhaben-Wollen“

Schluss, aus, vorbei. Aber so richtig wahrhaben kannst du es zu Beginn noch nicht. Plötzlich kannst du deinen Freund nicht mehr anrufen, ihn nicht mehr einfach so sehen, ihm nicht mehr alles erzählen. Er ist weg, dafür ist eine emotionale Distanz da, als wäre man sich plötzlich fremd. Selbst wenn du den Schlussstrich selber gezogen hast, fühlst du dich wie benommen und kannst der Realität noch nicht ins Auge sehen. Plötzlich Single?! In dieser Phase kommst du mit dem Gedanken noch nicht zurecht.

Trennungsphasen

Zwischen Wut und Traurigkeit: In der Trennungsphase erlebst du ein wahres Gefühlschaos.

2. Trennungsphase: Die unkontrollierten Gefühlsausbrüche

Auch bekannt als: Das große Weinen, Schreien und Fluchen. Du hast realisiert, dass Ihr nun getrennte Wege geht und trauerst Eurer gemeinsamen Zeit mit einem riesigen Gefühlschaos hinterher. Diese Trennungsphase ist tückisch, weil du jetzt besonders gern an eure guten Zeiten zurückdenkst und aus dem Auge verlierst, warum ihr, dein Ex und du, euch eigentlich getrennt habt. Jetzt kann es sogar sein, dass du deinen Exfreund wieder zurückgewinnen willst und ihn einfach nicht aus dem Kopf bekommst, weil du ihn so sehr vermisst. Und im nächsten Moment wirfst du eine Tasse gegen die Wand, weil du so wütend bist. Auf ihn, auf dich, auf die ganze Situation. Und dann steigen dir auch schon wieder die Tränen in die Augen.

3. Trennungsphase: Die Neuorientierung

Diese Phase zeichnet einen wichtigen Übergang ab: Schluss mit depressiver Stimmung, du erwachst wie ein Phönix aus der Asche und hast Lust auf Neues! Nicht gleich in Sachen Männer, aber du fängst an, dein Leben neu zu ordnen. Jetzt, wo du alleine bist, hast du plötzlich viel mehr Zeit für dich, deine Interessen und Hobbys, die du vielleicht schon immer mal ausprobieren wolltest. Du beginnst, dich neu zu entdecken. Zudem hast du jetzt auch Lust, mit Freundinnen auszugehen und den Frust, den du noch in dir trägst, einfach wegzufeiern.

4. Trennungsphase: Die Akzeptanz und Öffnung für eine neue Liebe

Du hast es geschafft und Frieden mit deiner neuen Situation gefunden. Du weißt, dass die Trennung richtig war und kannst dich auch langsam mit dem Gedanken anfreunden, eine neue Beziehung einzugehen. Bis dahin genießt du aber dein selbstbestimmtes Singleleben in vollen Zügen.

Es kann übrigens sein, dass du alle vier Trennungsphasen mehrmals durchlebst, bis du die Trennung verarbeiten und auch geistig abschließen kannst. Verzweifle also nicht, wenn du dich an einem Tag super fühlst und am nächsten der Beziehung schon wieder hinterhertrauerst. Die Zeit heilt alle Wunden!

Trennungsphasen

Eine Trennung zu verarbeiten braucht seine Zeit. Doch auch ein gebrochenes Herz kann wieder geklebt werden.

Wie lange dauern die Liebeskummer-Phasen nach einer Trennung bei Männern und Frauen?

Wie lange die gesamte Trauerzeit dauert, kann man nicht vom Geschlecht abhängig machen. Vielleicht hast du schon mal davon gehört, dass man etwa die Hälfte der Beziehungsdauer benötigt, um über einen Expartner hinwegzukommen. Das trifft auch erstaunlich oft zu, wie ich aus eigener Erfahrung sagen kann. Und das betrifft beide Geschlechter gleichermaßen, denn auch wenn sich Männer gerne als stärkeres Geschlecht darstellen, leiden sie genauso darunter, ihre Freundin zu verlieren wie andersrum.

Einen Unterschied gibt es bei den Trennungsphasen aber dennoch: Männer und Frauen leben sie mitunter ganz unterschiedlich aus. Während Frauen ihren Gefühlen gerne freien Lauf lassen, sich bei ihrer besten Freundin ausheulen und Tonnen an Schokolade und Eiscreme verdrücken, verschließen sich viele Männer lieber. Sie gehen in den Sport, um ihre Wut abzubauen, gehen mit Kumpels exzessiv trinken und geben vor, dass alles bestens sei, obwohl sie gerade verschiedenste Liebeskummer-Phasen durchleben. Natürlich können auch Männer weinen und Frauen ihre Trauer verdrängen, sodass es im Endeffekt sehr vom Individuum abhängt, wie sich die Trennungsphasen äußern.

Trennungsphasen sind Trauerphasen. Du hast etwas verloren, dass wahrscheinlich schon lange in deinem Leben war und ohne das du dich erst mal zurechtfinden musst. Doch keine Sorge: Selbst der schlimmste Herzschmerz wird mit der Zeit schwächer.

Bildquellen: iStock/AntonioGuillem, iStock/KatarzynaBialasiewicz, iStock/Rawpixel


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Was denkst du?

  • EeKe7 am 17.01.2017 um 20:37 Uhr

    Wenn eine Liebe entsteht, dann verändern sich bestimmte Botenstoffe im Körper. Sie vermitteln das Gefühl dieser starken Verbundenheit. Das Problem ist aber: wenn diese Liebe zerbricht dann sind es genau diese Botenstoffe, die ein Gefühl wie bei einem Entzug entstehen lassen. Viele Liebeskranke berichten von einer Art Grippegefühl mit Kälteschauer und Hitze, haben keinen Appetit, sind abgeschlagen, können einfach nicht klar denken, kriegen sich und ihre Gefühle nicht in den Griff, würden sich am liebsten zurückziehen und gleichzeitig die Welt auf den Kopf stellen. Wissenschaftlich wird Liebeskummer mit einem Substanzentzug verglichen. HG von Chiara

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