Männer im Bad

Männer im Bad

am 22.01.2008 um 10:16 Uhr

Der kleine Unterschied zwischen Mann und Frau macht sich auch in Louisas Bad bemerkbar.

Ich wohne gern allein. Wie gern ist mir am Wochenende wieder klar geworden. Da hat mich mein lieber Freund Jonas besucht. Das macht er nicht so oft und deshalb war es besonders schön. Also zumindest bis zur alles entscheidenden Frage „Kann ich mal kurz bei Dir duschen?“ Klar konnte er. Und kurz war es auch. Umso verwunderlicher, dass es in solch einem winzigen Zeitfenster möglich ist, einen 5qm großen Raum komplett auf den Kopf zu stellen.

Nach einer Viertelstunde kommt Jonas nun also tröpfelnd und gut riechend aus dem Bad getänzelt. „Fertig!“, ja, genau! Fix und fertig, denke ich als ich nach ihm den Raum betrete. Denn der erzählt die gruselige Geschichte der jüngsten Geschehnisse, detaillierter und plastischer als ich es mir wünschen würde.

So fehl am Platz wie Orangenhaut zur Sommerzeit, springt mir der offene Klodeckel ins Auge. Wo ist das Problem sich hinzusetzen? Die Frage ist bestimmt so alt wie die Menschheit. Zumindest aber so alt wie das Wasserklosett. Die Antwortvariationen reichen von „fehlender Praktikabilität“ bis hin zum „herben Verlust der Männlichkeit“. Unterschreiben würde ich weder die eine noch die andere Möglichkeit. Für mich sind das faule Ausreden, die mit verständnisloser und vorwurfsvoller Zurechtweisung gestraft werden.

Auch die Toilette an sich ist in diesem Zusammenhang mehr als erwähnenswert. Aus ästhetischen Gründen möchte ich mich in diesem Punkt aber nicht in Details verlieren. Nur soviel sei gesagt: Die Klobürste zählt nicht zur Kategorie „weiblicher Schnickschnack“ und erfüllt einen rein praktischen Zweck. Nur mal so…

Den Bartstoppeln entnehme ich, dass Jonas nun offensichtlich frisch rasiert und glatt wie ein Babypopo ist. Schön für ihn! Die Beißerchen sind auch blitzblank, wovon sowohl die Spritzer am Badezimmerspiegel als auch die zerquetschte Zahnpastatube zeugen. Da merke ich plötzlich, dass meine Füße langsam nass werden. Meine rechte Socke hat sich bereits komplett mit Wasser voll gesogen und am linken Fuß fängt es auch schon an. Mist! Das halbe Bad steht ja unter Wasser. Hat er sich hier drin mit einem Schlauch abgespritzt, oder was? Eine kleine Pfütze vor der Dusche, gut, die kennt wohl jeder. Aber wie man es schafft, aus dem Badezimmer eine Nasszelle zu machen, werden wohl nur Männer verstehen.

Nun freue ich mich besonders auf eine entspannende Dusche, die wird mein erhitztes Gemüt hoffentlich etwas abkühlen. Und tatsächlich- das scheint zu helfen. Der Stress wird nur so den Abfluss hinunter gespült. Moment- den Abfluss? Igittigitt! Der ist ja total verstopft. Und zwar mit schätzungsweise zwanzig Prozent der Brustmatte meines haarigen Freundes.

Es wäre vermessen zu behaupten, dass der Weg wie ich die Dinge angehe, der einzig richtige ist. Dennoch kann man, glaube ich, bei manchen Gewohnheiten eine gewisse Allgemeingültigkeit voraussetzen. Dazu zählen Dinge wie Hygiene, ein Mindestmaß an Ordnung und dass man generell versucht einen Raum so zu verlassen, wie man ihn vorgefunden hat.

Ich sehe zwar ein, dass es beim Thema Ordnung Ausnahmen geben kann. Wer hat nicht schon mal verpennt, in aller Hektik die Bude auf den Kopf gestellt und ist dann abends in eine Wohnung zurückgekehrt, die eher einem Schlachtfeld gleicht, als einer Oase der Ruhe und Entspannung? Dabei darf man nur eines nicht vergessen: und das ist die Eigenschaft die eine Ausnahme zur Ausnahme macht: dass sie nicht zur Regel wird. Und dass man bei sich Zuhause ruhig machen kann was man will. Beim Fremdduschen hört der Spaß aber auf.

Mit spitzen Fingern greife ich nach dem triefnassen Handtuch in der Badezimmerecke und bringe es zu Jonas in die Küche. Ich muss mich kurz zusammenreißen ihm den feuchten Klumpen nicht um die Ohren zu hauen, entschließe mich dann aber doch für eine waschechte Standpauke. Soeben schließe ich meine Beschwerdeliste, da entgegnet Jonas entschuldigend: „Die Fußnägel hab ich aber alle aufgesammelt!“ Na schönen Dank auch.


Kommentare (5)

  • silbertau am 03.07.2009 um 09:20 Uhr

    oh man wie ichs hassen würde xD

  • hotdiva1986 am 21.10.2008 um 10:09 Uhr

    oh ja besonderes mit dem Stehpinkeln finde ich es ekelig

  • Laura am 26.03.2008 um 15:44 Uhr

    Also ...meiner ist nicht so. Der pinkelt im sitzen und weiß auch wie man den Toilettendeckel wieder runter klappt! Barthaare verschwinden ebenso im Waschbecken, wie auch das Wasser, welches er aus der Duschzelle mit ins sonstige Badezimmer brachte. Meiner ist vorbildlich!

  • CheerGirl16 am 22.03.2008 um 11:51 Uhr

    booaaah das kenn ich^^

  • sternchen am 13.03.2008 um 16:03 Uhr

    oh ja, Schlachtfeld Badezimmer.... ich hätte ihm das nasse Handtuch aber um die Ohren gehauen! ;-)