Liebeskummer: So tut es weniger weh
Juliane Timmam 05.05.2017

Wenn man gerade eine böse Trennung verarbeiten muss, hat man oft das Gefühl das wirklich nichts gegen Liebeskummer helfen will. Neue Forschungen aus den USA zeigen nun, dass es dir körperlich guttut, wenn du etwas tust, wovon du überzeugt bist. Es kann sogar deine Schmerzwahrnehmung mindern.

Forschungen beweisen, dass Placebo-Medikamente schon Wirkung gegen Schmerzen gezeigt haben. Genau dieser Effekt soll dir auch nach einer schlimmen Trennung helfen können, sagen jetzt Wissenschaftler von der Universität von Colorado.

Teilnehmern wurden körperliche Schmerzen zugefügt

US-Wissenschaftler haben eine Studie mit 40 Freiwilligen gestartet, die in den letzten sechs Monaten alle von ihren Partnern verlassen worden waren.

Die Teilnehmer mussten zum Versuch ein Foto ihres Ex-Partners und das eines guten Freundes des gleichen Geschlechts mitbringen. Bei den Untersuchungen nutzten sie einen Hirnscan, um die physiologische Funktionen im Inneren des Körpers darzustellen. Den Teilnehmern wurden dann beim Anblick der Fotos ihrer Ex-Partner gesagt, dass sie sich an ihre Trennung erinnern sollen. Außerdem wurden ihnen die Fotos ihrer Freunde gezeigt. Zeitgleich wurden ihnen dabei körperliche Schmerzen am Unterarm zugefügt.

Die Ergebnisse zeigten, dass körperliche und seelische Schmerzen ganz ähnliche Veränderungen im Gehirn verursachen. Das gab den Forschern den Hinweis darauf, dass emotionaler Schmerz real ist, auch neurochemisch.

Liebeskummer wird mit einem Placebo weniger schmerzhaft

Liebeskummer wird mit einem Placebo weniger schmerzhaft

Placebo-Test mit Nasenspray

Die Teilnehmer bekamen daraufhin ein wirkstofffreies Nasenspray überreicht. Der einen Hälfte der Gruppe, der Placebo-Gruppe, wurde erzählt, dass es emotionale Schmerzen lindern kann, der anderen Hälfte sagte man, dass es eine einfache Salzlösung ist. Dann wurde der Test mit den körperlichen Schmerzen wiederholt. Die Placebo-Gruppe berichtete danach, dass sie weniger körperliche und emotionale Schmerzen gefühlt hätten, außerdem reagierten sie auch anders auf die Fotos ihrer Ex-Partner.

Leonie Koban, eine Wissenschaftlerin der Studie, verriet: „Eine Trennung ist eine der emotional negativsten Erfahrungen, die eine Person machen kann und kann ein schwerer Auslöser für psychologische Probleme sein.” Bei Liebeskummer sei das Risiko 20 mal höher im Laufe des Jahres an einer Depression zu erkranken, so Koban. Ihre Studie zeige, dass ein Placebo die Intensität seelischer Schmerzen ziemlich deutlich verringern kann.

Koban bringt es auf den Punkt, was bei Liebeskummer helfen kann: „Egal was du tust: Wenn du glaubst, dass es dir helfen wird, dich besser zu fühlen, wird es dir sehr wahrscheinlich wirklich helfen, dich besser zu fühlen.” Alleine deine positive Erwartungshaltung nach einer Trennung reicht offenbar schon aus, um deinen Liebeskummer zu lindern. Das ist doch irgendwie tröstlich.

Bildquelle: iStock/AntonioGuillem


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