Schmusebär oder harter Kerl

„Schnurrend schmiege ich mich in seine starken Arme, lasse meinen Kopf auf seine Schulter sinken und streiche ihm liebevoll über den Kopf. Ich bedecke seine bärtige Wange mit kleinen, stürmischen Küssen und warte auf eine Erwiderung meiner zärtlichen Liebesbeweise. Erwartungsvoll schaue ich ihm tief in seine Augen, die sich bisher noch nicht vom Abendprogramm im Fernsehen lösen konnten. „Jetzt nicht“ dröhnt es mir entgegen. Jonas Worte treffen mich eisenhart. Enttäuscht wende ich mich von ihm ab und ziehe mich beleidigt in die andere Ecke des Sofas zurück. Ist doch immer das Gleiche, mit diesem Eisklotz!“

Diese kleine Szene habe ich vor ziemlich genau drei Jahren meinem Tagebuch anvertraut. Da waren Jonas und ich noch ein glückliches Paar. Dachten wir. Jetzt grade wird mir aber wieder mehr als deutlich, was ich in unserer Beziehung so vermisst habe: Kuscheln. Denn Jonas ist mit dieser Liebes-Ressource sehr sparsam, wenn nicht sogar geizig umgegangen. Klar, dass ich dadurch nur noch mehr Kuschelbedarf hatte.

Ich erinnere mich an unzählige Annäherungsversuche und mehr oder weniger penetrante Kuschelattacken, mit denen ich versucht habe, mir meine Portion Wärme zu erhaschen. Aber Jonas hat es mir damit mehr als schwer gemacht. „Ich steh halt nicht auf das ganze Rumgeschmuse, das ist doch irgendwie unmännlich,“ war stets seine abwehrende Antwort. Da ich aber ein sehr starkes Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit habe, war klar, dass bei uns zwei Welten aufeinander prallen: die kuschelige auf die coole, Östrogen meets Testosteron. Solche Situationen endeten dann meist mit meiner beleidigten Schnute und Unverständnis. Für mich ist Kuscheln nämlich alles andere als unmännlich. Damit zeigt er mir doch nur seine Zuneigung und was soll daran bitte schlecht sein? Es ist ja wohl eher unmännlich, sein Verhalten nach dem geforderten Rollenmuster auszulegen. Schließlich ist nichts mehr sexy, als Selbstbewusstsein.

Andererseits: wer will schon ein kleines verschmustes Kuschelbärchen ohne Biss? Das beste Beispiel dafür ist Richard. Ein Kommilitone, mit dem ich ungefähr ein halbes Jahr lang versucht habe, eine Post-Jonas-Beziehung zu führen. Jetzt sollte natürlich alles anders werden. Und tatsächlich war er ein richtiger Kuscheltyp, hat mich bei jeder Gelegenheit abgeknutscht, geknuddelt und geherzt. Viel zu viel! Das war mir nun auch nicht recht, ich fühlte mich eingeengt und hatte schnell genug von derartigen Liebesbeweisen. Dadurch, dass mit ihm die Kuschelrate inflationär nach oben gestiegen war, habe ich mir auf einmal den guten alten, Schmusemuffel Jonas zurück gewünscht und Richard musste sich ein neues Herzblatt suchen.

Ob Schmusekatze oder Stubentiger, so oder so, ist es wohl schwer, es uns Mädels recht zu machen. Lassen uns die Männer am ausgestreckten Arm verhungern, sehnen wir uns nach Zärtlichkeiten. Haben wir dann aber endlich einen gefunden, der uns nach Herzenslust knutscht und knuddelt, fühlen wir uns wie im Streichelzoo und haben schnell genug. Wahrscheinlich sollten wir uns auch hier am besten auf unser Bauchgefühl verlassen. Denn mit Herrn Richtig werden wir auch automatisch auf der richtigen Schmusewelle schwimmen. Darauf würde ich glatt meine Kuscheldecke verwetten.


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Was denkst du?

  • diepartymäuse5 am 09.01.2017 um 15:49 Uhr

    Ich liebe Motorradfahrer und Kassierer!!!! Am meisten die von lidl, die bei REWE sind alles Schnösel

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  • silbertau am 03.07.2009 um 11:46 Uhr

    mag männer die zwiscehndrin sind 😀

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  • Suesse20 am 22.08.2008 um 14:48 Uhr

    Ich mag Männer, die gerne kuscheln. 🙂 Ich hasse Machos

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  • Billy am 05.06.2008 um 11:55 Uhr

    Aus dem Lateinischen... Virtus in media stat! 🙂 d.h. das beste wäre immer etwas zwischen einen Schmusebär und einen harten Kerl.... Trotzdem stimmt auch, dass ein Schmusebär eigentlich nervig ist, wenn eine nicht verliebt ist...

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