Chemsex

Drogen-Sex

Chemsex: Dieser Sex-Trend ist gefährlich!

Susanne Falleram 16.02.2017 um 14:37 Uhr

Aus den USA schwappt ein skurriler Sex-Trend nach Europa, der zu Hippie-Zeiten Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre schon mal angesagt war: Chemsex. Was bei dieser Praktik geschieht, die etwas mit der Einnahme von Drogen zu tun hat, ist nicht nur absurd, sondern im schlimmsten Fall auch noch lebensgefährlich. Wir erklären Dir, was sich Leute vom Chemsex versprechen, wie er genau abläuft und warum Du ihn auf keinen Fall ausprobieren solltest.

Unfassbar, dass Chemsex so viele Anhänger hat. In England vermutet man laut „Welt“, dass Chemsex-Partys bereits an 60 Prozent der Einweisungen wegen Drogenmissbrauchs Schuld sind. Ja, es gibt sogar richtige Treffen zu dieser Art von Sex. Doch ebenso wie Sex-Roulette ist diese Praktik nichts, das man nachmachen sollte.

Chem Sex

Beim Chemsex fallen im Rausch jegliche Hemmungen. Das ist in diesem Fall jedoch nichts Gutes…

Chemsex: Definition der fragwürdigen Sex-Praktik

Bei Chemsex, auch Chem-Sex geschrieben, handelt es sich um den sexuellen Verkehr unter Einfluss von synthetischen Drogen („Chems“) wie Crystal Meth, Ketamin, Mephedron oder Liquid Ecstasy. Diese psychoaktiven Drogen wirken anregend, ja regelrecht euphorisierend, gleichzeitig aber auch betäubend in Sachen Schmerzempfinden. Zudem steigern sie die Herzfrequenz, den Blutdruck und nicht zuletzt auch die sexuelle Erregung. Die Substanzen werden vor dem Sex eingenommen, entweder einzeln oder wild gemischt. Chemsex ist vor allem in der Schwulenszene verbreitet, findet aber auch immer mehr Anklang bei Heterosexuellen.

Warum fallen so viele Chemsex zum Opfer?

Der größte Anreiz für Chemsex-Praktizierende liegt wohl darin, dass die Drogen wie ein Aphrodisiakum wirken und dazu noch extrem wach und „leistungsfähig“ machen. Tatsächlich soll es sogar möglich sein, Chemsex 72 (!) Stunden lang zu praktizieren. Drei Tage Sex, das hört sich schon so unnatürlich an wie die Drogen, durch die er möglich sein soll. Das sexuelle Abenteuer findet trotzdem begeisterte Anhänger, wahrscheinlich deshalb, weil es so extrem ist.

Kein Wunder, dass es, wie bereits erwähnt, spezielle Chemsex-Partys gibt. Wie beim Dogging-Fetisch wird sich einfach verabredet, auch mit Unbekannten. Hemmungen und Vorsicht? Gehen völlig verloren. Chemsex ist im wahrsten Sinne berauschend und setzt jeglichen Verstand außer Kraft.

Chemsex Drogen

Der Sex auf Drogen kann in einer bösen Sucht enden.

HIV und Abhängigkeit: Darum ist Chemsex so gefährlich

Die Gefahren beim Chemsex sind eigentlich klar, doch werden im Rausch der Lust gerne unterschätzt:

  • Kondom vergessen

    Unachtsamkeit ist beim Chemsex riskant.

    Ansteckung mit Geschlechtskrankheiten: Der hemmungslose Sex mit Fremden unter Drogeneinfluss birgt die Gefahr, dass man sämtliche Sicherheitsvorkehrungen wie Kondome völlig außer Acht lässt. Die Ansteckungsgefahr mit HIV, aber auch anderen Geschlechtskrankheiten wie Gonorrhoe oder Chlamydien ist sehr groß.

  • Sexverletzungen: Da die chemischen Drogen betäubend wirken, passiert es im rauschhaften Liebesakt schnell, dass man sich beim Sex verletzt. Das kann bei einem kleinen Malheur noch lustig sein, doch wenn große Verletzungen im Rausch nicht bemerkt werden, kann das Konsequenzen haben.
  • Drogenabhängigkeit: Wer zum Spaß für berauschenden Sex verbotene Substanzen einnimmt, sollte natürlich auch nicht vergessen, dass er sich damit direkt in die Abhängigkeit befördert. Bei den hier genannten, chemischen Drogen mag zwar die körperliche Abhängigkeit nicht so stark sein wie bei anderen Präparaten, jedoch kann eine psychische Abhängigkeit, vor allem hinsichtlich des wahnwitzigen Liebesaktes, durchaus eintreten.

Wer süchtig nach Chemsex wird, der wird sich auch nicht schnell von Drogen fernab sexueller Intentionen losreißen können. Suchtprobleme, Krankheiten und psychische Probleme lassen nur eines schlussfolgern: Chemsex niemals ausprobieren!

Bildquellen: iStock/kunchit2512, iStock/sakkmesterke, iStock/djedzura, iStock/Daisy-Daisy


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