Immer früher

Das erste Mal Sex mit 14? Völlig normal

Christina Cascinoam 20.07.2016 um 10:38 Uhr

Dass Teenager heutzutage immer früher das erste Mal Sex haben, darüber wird schon lange diskutiert. Nicht umsonst spricht man mittlerweile von einer Generation Porno. Laut einer aktuellen Studie des Familien- und Jugendministeriums hat jeder dritte Jugendliche bereits mit 14 Jahren Sex.

Die Sexualreife der Deutschen sowie der Zeitpunkt des ersten Mals hat sich stark verändert. Bei einer Befragung Jugendlicher aus den Jahren 1980 und 1994 stellte sich bereits heraus, dass sich das Alter, in dem Mädchen das erste Mal Sex haben um ganze zweieinhalb Jahre nach vorne verschoben hatte. Bei den Jungen sogar um drei Jahre.

Fast jeder dritte Teenager hat Sex im Alter von 14-15 Jahren

Jeder dritte hatte mit 14 Sex

Eine aktuelle Studie des Familien- und Jugendministeriums beweist nun, dass es die Jugend von heute immer früher in die Betten zieht: 30 Prozent der 14- bis 15-Jährigen hatten bereits Sex. Beruhigend: Die meisten Teenager (50 Prozent) erleben ihr erstes Mal im Alter von 16 bis 18 Jahren.

Die Studie fand zudem heraus, dass das erste Mal Sex für die Jungen positiver erlebt wurde als für die Mädchen: 48 Prozent der Mädchen und 40 Prozent der Jungen fanden den ersten Sex nicht gut. „Aufregend und toll” fanden dagegen 49 Prozent der Jungs, aber nur 24 Prozent der Mädchen ihr erstes Mal.

Gene bestimmen erstes Mal

Wann Teenager das erste Mal Sex haben hängt von vielen Faktoren ab: Erziehung und Religion, aber auch Freunde und Medien. Während zum Beispiel 82 Prozent der 18-Jährigen Teenager mit deutscher Herkunft angaben, bereits Sex gehabt zu haben, waren es unter den jungen Menschen aus Migrantenfamilien erst 42 Prozent.

Laut einer aktuellen Studie, die im Fachblatt „Nature Genetics“ erschienen ist, soll auch die Vererbung den Zeitpunkt beeinflussen, wann wir unser erstes Mal haben. Das Forscherteam um Ken Ong und John Perry von der University of Cambridge, die Daten von mehr als 125.000 Studienteilnehmern verarbeitet haben, berichten von 38 Genvarianten, die sie mit dem Alter beim ersten Mal in Verbindung bringen.

„Ein Beispiel ist eine Variante des Gens CADM2, das Verknüpfungen von Hirnzellen und Hirnaktivität kontrolliert“, sagt Perry gegenüber „Spiegel Online“. „Diese Variante geht mit einer höheren Wahrscheinlichkeit einher, ein risikobereiter Mensch zu sein, in jüngerem Alter das erste Mal Sex zu haben und im späteren Verlauf des Lebens mehr Kinder zu bekommen.“

Bildquelle: iStock/Dmitriy Shironosov

Kommentare