Offen und ehrlich

Intime Fragen

Egal wie offen wir heute über das Thema Sexualität reden – manche Fragen und Phantasien vertrauen wir niemandem an. Die Unsicherheit darüber, ob wir „normal“ sind, beschäftigt Frauen aus jeder Altersklasse. Egal ob das den Orgasmus, das Verlangen, das Verhalten beim Sex, das Ausprobieren verschiedener Sexstellungen oder eine Vorliebe für Sexspielzeug betrifft. Klischées und Mythen verunsichern viele Frauen – „Warum ist das bei mir anders?“, fragen sich viele. Wir haben die häufigsten intimen Fragen einmal zusammengestellt und geben Dir nun Antworten darauf.

Was ist beim Sex eigentlich normal?

Beim Thema Sex sind Frauen oft unsicher.

Bin ich normal, wenn…

… ich nur klitorale Orgasmen bekomme?

Eine der wohl interessantesten intimen Fragen dreht sich um den vaginalen Orgasmus. Nur die wenigstens Frauen kommen allein durch Sex zum Orgasmus. Und das ist auch kein Wunder – schließlich ist und bleibt die Klitoris der Teil des weiblichen Körpers, der am empfindlichsten auf sexuelle Reize reagiert. Und die wird beim Sex – wenn überhaupt, indirekt stimuliert. Manche Forscher behaupten sogar, dass auch vaginale Orgasmen eigentlich durch die Klitoris hervorgerufen werden. Die ist nämlich viel größer und reicht weiter in den Körper hinein, als man bisher vermutet hat. Bei manchen Frauen liegt sie so günstig, dass sie allein durch den Geschlechtsverkehr ausreichend stimuliert wird, bei manchen eben nicht. Aber egal, ob es nun vaginale Orgasmen gibt oder nicht, wer ausschließlich klitorale Orgasmen erlebt, ist in bester Gesellschaft. Viele Frauen haben ihren ersten vaginalen Orgasmus erst nach der Geburt des ersten Kindes oder noch später.

… ich nicht so oft Lust auf Sex habe?

Die Libido, das sexuelle Verlangen, ist etwas sehr persönliches und von Frau zu Frau verschieden. Die Lust von Männern ist stark durch ihren Sexualtrieb beeinflusst. Bei Frauen hingegen fehlt dieses triebhafte Verlangen meistens. Vielmehr können Frauen durch bestimmte Situationen erregt werde – zum Beispiel wenn sie die Lust des Partners spüren, oder auch wenn sie an eine erotische Begegnung denken. Gerade weil Frauen in ihrer Lust so stark von der Psyche beeinflusst werden, können auch äußere Umstände Wirkung auf die Libido haben. Stress, Frust und Probleme in der Partnerschaft schlagen daher besonders leicht aufs sexuelle Gemüt. Wem es also reicht, nur alle ein bis zwei Wochen Sex zu haben, ist vollkommen normal. Und genauso normal ist es, wenn man einen starken sexuellen Appetit hat. In dieser Beziehung ist eben jede Frau einzigartig.

… ich schneller zum Höhepunkt komme, wenn ich mich selbst befriedige?

Keiner kennt den Körper besser als man selbst. Deshalb ist es auch vollkommen normal, wenn man allein schneller (und vielleicht auch besser) ans Ziel kommt. Im Durchschnitt braucht Frau bei der Selbstbefriedigung etwa drei Minuten, um zum Orgasmus zu kommen. Schließlich kann sie Druck, Tempo und Technik auch genauso einsetzen, wie sie es mag. Der Partner hingegen muss erst einmal herausfinden, wo und wie man gerne angefasst wird. Forscher haben allerdings herausgefunden, dass beim Orgasmus mit dem Partner mehr Glückshormone ausgeschüttet werden, als beim Orgasmus „allein“. Der Weg zum Ziel mag also beim gemeinsamen Sex länger dauern, dafür ist der Höhepunkt dann aber auch besonders intensiv. In jedem Falle ist die Selbstbefriedigung heute längst kein Tabuthema mehr. Und auch in einer Beziehung ist es vollkommen normal, sich ab und zu ein wenig Spaß allein zu gönnen.

… ich von Pornos erregt werde?

Das Klischee besagt: Männer gucken Pornos und Frauen nicht. Dass das aber so gar nicht der Wirklichkeit entspricht, hat jetzt eine Umfrage ergeben. Rund 40 Prozent der Frauen schauen nämlich nicht weg, wenn es im TV mal etwas freizügiger zugeht. Männer sind zwar im allgemeinen empfänglicher für visuelle Reize, dennoch können sich auch Frauen an erotischen Filmen erfreuen. Einen Unterschied gibt es dennoch: Frauen mögen keine billig produzierten Filmchen, die nach “Schema F” abgedreht werden. Entgegen der weitläufigen Meinung, dass sie sich eine komplette Handlung mit Spannungsbogen und Happy End wünschen, geht es den Frauen eher darum, dass das Gezeigte plausibel und ästhetisch ist. Die Hauptdarsteller müssen zum Beispiel in einem glaubhaften Verhältnis zueinander stehen. Filme à la “Warum liegt hier eigentlich Stroh” können das weibliche Geschlecht nicht überzeugen. Oftmals ziehen Frauen jedoch softere Erotikfilme vor. Manchmal reicht auch schon eine Liebesgeschichte oder ein erotischer Roman – bei Frauen läuft nämlich vieles im Kopf ab. Dabei ist es von Frau zu Frau verschieden, ob sie durch erotische Szenen oder eine Liebesgeschichte erregt wird – schließlich geht es in beiden Fällen darum, Gefühle hervorzurufen.

… ich nicht laut beim Sex stöhne?

Ein toller Orgasmus muss immer von lautem Stöhnen oder gar Schreien begleitet werden. Oder etwa nicht? Auch diese Vorstellung fällt in den Bereich „Klischee“. Und wer hat`s erfunden? Die Pornoindustrie natürlich. Das laute Stöhnen ist nun einmal die beste Möglichkeit, um Lust im Film darzustellen. In der Realität kann man diese Gefühle jedoch empfinden, ganz ohne sie hinausschreien zu müssen. Für manche Frauen unterstreicht das Stöhnen beim Höhepunkt die Lust – andere sind dabei lieber still. Fakt ist, dass es keine Regeln gibt, wie das Verhalten beim Orgasmus auszusehen hat. Und wer nicht das Bedürfnis hat, seiner Leidenschaft lautstark Ausdruck zu verleihen, sollte sich auch nicht dazu zwingen, nur weil er denkt, das sei „normal“.

… ich auch während meiner Periode Lust auf Sex habe?

Bis zu einem gewissen Grad wird das sexuelle Verlangen durch Hormone beeinflusst und kann daher während des Zyklus variieren. Der wichtigste Lustfaktor ist aber immer noch die Psyche. Auch während ihrer Periode können Frauen in Situation geraten, die sie erregen und Lust auf Sex bekommen. Außerdem ist der Bereich um die Vagina während dieser Tage besonders gut durchblutet und daher sehr reizempfindlich. Die Lust während der Periode ist also vollkommen „normal“ und wird weitaus öfter praktiziert, als man vielleicht denkt. Allerdings sollten beide Partner ohne Hemmungen damit umzugehen wissen. Wenn sich einer der beiden ekelt oder sich unwohl fühlt, sollte man das in jedem Fall respektieren. Auch Schutz durch ein Kondom ist besonders wichtig, wenn man nicht genau über den Gesundheitszustand des Partners Bescheid weiß. Krankheiten übertragen sich durch das Blut nämlich besonders leicht.

Es gibt viele Dinge, über die sich niemand zu sprechen traut, die aber trotzdem nahezu jede Frau beschäftigen. Einige dieser intimen Fragen haben wir hier richtig gestellt. Unsere Sexualität wird oft stark von bestimmten Vorstellungen und Klischees beeinflusst. Davon sollte man sich einfach nicht verunsichern lassen. Denn eigentlich sind wir alle nämlich ganz „normal“.

Bildquelle: iStock/ariwasabi

Kommentare (7)

  • SweenySue am 01.03.2013 um 12:20 Uhr

    Intime Fragen zu stellen ist ganz natürlich. Ich rede auch offen über solche Dinge.

  • BlondesGift83 am 06.01.2010 um 10:10 Uhr

    Find den Artikel net schlecht also ich red mit meinem Freund sehr offen über sexualität u find das ganz gut so - ansonsten mit meiner besten Freundin und meinem besten Kumpel austauschen is doch nie verkehrt....gg.

  • panther76 am 12.08.2009 um 09:38 Uhr

    Toller Artikel gut geschrieben...!!!

  • DieSunni am 27.01.2009 um 10:37 Uhr

    bla bla. ihr habt recht1

  • Jazzy am 15.01.2009 um 10:09 Uhr

    Endlich mal ein Artikel der mit diesen nervigen Klischees aufräumt

  • Lovestoned am 15.01.2009 um 10:09 Uhr

    gut, dass das mal jemand anspricht!!!

  • katzbaerchen am 15.01.2009 um 10:02 Uhr

    Schöner Artikel, sehr nett geschrieben!