Intensiv

Lesbischer Sex

Birte Immeam 03.09.2014 um 16:07 Uhr

Hast Du Dich immer schon einmal gefragt, wie es wäre, mit einer Frau Sex zu haben? Damit stehst Du nicht allein da, denn jede zweite Frau in Deutschland trägt diese Sehnsucht in sich. Lesbischer Sex macht nicht nur Frauen viel Spaß, er kann auch das Liebesleben von heterosexuellen Paaren aufpeppen, wenn ein paar Dinge verinnerlicht werden, die lesbischen Sex ausmachen. Was genau ist anders? Welche Sextoys kommen dabei zum Einsatz? Ist lesbischer Sex intensiver? Erfahre hier, mit welchen Techniken sich zwei Frauen erotisch näher kommen und was Du Dir für Dein Sexleben davon abschauen kannst. Immerhin kommen Lesben häufiger als Hetero-Frauen.

Lesbischer Sex kann viele Formen annehmen

Lesbischer Sex kann sinnlich sein, aber auch zur Sache gehen

Zwei Frauen beim Liebesspiel zu beobachten oder – noch besser – dabei mitzumachen, ist nicht nur für viele Männer ein Traum. Auch einige Frauen hegen insgeheim den Wunsch, im Laufe ihres Lebens einmal sexuelle Erfahrungen mit dem gleichen Geschlecht zu machen. Nicht umsonst gibt es etliche Pornos für Frauen, in denen lesbischer Sex im Vordergrund steht: Makellose Frauen mit perfekt geschminkten Gesichtern liegen in sexy Unterwäsche auf Satinlaken gebettet und verwöhnen sich gegenseitig. Zwar entsprechen diese Darstellungen in den meisten Fällen nicht der Realität, anregend sind sie aber allemal – auch für Frauen! Ein Forscherteam der Universität in Illinois zeigte weiblichen Probanden erotische Filmszenen und stellte fest: Die Gehirne von Frauen reagieren auf heterosexuelle und lesbische Filme genau gleich. Attraktivität und Verhalten eines Menschen oder die Situation, in der wir ihm begegnen, sind nämlich verantwortlich dafür, dass wir stimuliert werden, nicht sein Geschlecht. Da liegt es doch nahe, sich die attraktiven Szenen einmal genauer anzusehen und ein paar Praktiken zu Hause nachzumachen. Folgende Fragen sollten dabei im Vordergrund stehen: Wie läuft lesbischer Sex in der Regel ab? Was steht dabei im Vordergrund? Gehören Sextoys zum Standardequipment oder bildet ihre Benutzung eher die Ausnahme? Folgt ein Orgasmus dem anderen, weil Frauen endlos „können“? Wir helfen Dir ein bisschen auf die Sprünge.

Lesbischer Sex: Was macht ihn aus?

Bevor geklärt wird, was das Besondere am Sex zweier Frauen ist, sollte zunächst einmal verdeutlicht werden, ab wann man unter Lesben überhaupt von Sex spricht. Gehört die gegenseitige manuelle oder orale Befriedigung bereits dazu oder braucht es penetrierende Gegenstände, damit von „richtigem Sex“ gesprochen werden kann? Hier verhält es sich genauso wie bei Heterosexuellen: Sobald primäre Geschlechtsmerkmale berührt werden und Lust empfunden wird, ist es Sex. Das kann beim Petting anfangen und im besten Falle mit dem Orgasmus des Partners aufhören. Lesbischer Sex definiert sich daher keineswegs über penisähnliche Hilfsmittel wie Vibratoren oder Dildos. Eine Penetration kann zwar durchaus vorkommen, ist aber nicht das oberste Ziel.

Lesbischer Sex: Ist er intensiver?

Guter Sex ist natürlich unabhängig vom Geschlecht, sondern das Produkt vieler Faktoren innerhalb einer Partnerschaft. Dennoch behaupten viele Frauen, dass lesbischer Sex intensiver und länger sei, da es keinen Mann gäbe, der nach dem Orgasmus aufgrund der Ausschüttung von schläfrig machenden Hormonen erst einmal keine Ruhepause braucht. Ebenso oft hört man, dass Frauen einfach besser wissen, was Frauen wollen, und sich demnach schneller und besser gegenseitig in Ekstase bringen können. Fest steht: Im Gegensatz zum Sex zwischen Mann und Frau, bei dem es im Regelfall auf die Penetration hinausläuft, ist lesbischer Sex quasi ein ewiges Vorspiel, bei dem multiple Orgasmen nicht selten vorkommen. Da Frauen ihren eigenen Körper gut kennen, sind sie mit diesem Wissen selbstverständlich im Vorteil, wenn es darum geht, die richtigen Knöpfe bei ihrer Partnerin zu drücken. Andererseits: In einer langjährigen Partnerschaft lernen auch heterosexuelle Paare die erogenen Zonen des Anderen intensiv kennen und zu befriedigen.

Lesbischer Sex: So läuft er ab

Dass Frauen Zärtlichkeiten lieben, ist kein Geheimnis. Da wundert es nicht, dass lesbischer Sex sanfter, verschmuster und vielleicht auch hingebungsvoller ist als mancher Hetero-Sex. Die Hände und auch Lippen und Zunge tragen enorm viel zum Liebesspiel bei, denn letztendlich besteht der größte Teil der lesbischen Erotik aus Petting und Vorspiel oder konkret: aus Streicheleinheiten und gezielter Stimulation der Lustpunkte. Durch Küssen, Lecken, Knabbern oder Saugen wird viel erreicht. Was mit heißen Zungenspielen bei Mund-zu-Mund-Kontakt beginnt, endet meistens mit Oralsex. Die Spielarten des Verwöhnens sind bei lesbischen und heterosexuellen Paaren also sehr ähnlich. Zudem ist Reibung ein wichtiger Faktor beim Liebesspiel zweier Frauen. In der sogenannten „Tribadie“-Stellung, dem griechischen Wort für reiben, kreuzen zwei gegenüber sitzende Frauen die Beine und reiben ihre Geschlechtsteile aneinander. Im Englischen spricht man auch von „Scissoring“, weil die Frauen dabei aussehen wie eine menschliche Schere. Auf diese Weise kommen sie ohne Penetration zum klitoralen Orgasmus. Lesbischer Sex beweist: Es gehört eine ganze Menge mehr dazu als mechanisches „rein und raus“!

Lesbischer Sex: So bringt er den Kick in Deine Beziehung

Ganze 70 Prozent der deutschen Hetero-Frauen stehen auf die Missionarsstellung. Wie wäre es also, wenn man diese ein wenig aufpeppt? Probiere mit Deinem Partner doch mal die lesbische „Tribadie“-Variante aus! Die aufrechte Haltung und der veränderte Winkel, in dem der Penis in Dich eindringt, versprechen ganz neue Höhenflüge. In welchem Punkt lesbischer Sex ebenfalls zum Vorbild genommen werden sollte, ist der Fokus auf Küsse und Zärtlichkeit. Oftmals werden diese Faktoren gerade in langjährigen Beziehungen vernachlässigt, dabei sind sie von enormer Wichtigkeit, wenn es darum geht, dem anderen zu zeigen, dass man ihn von Herzen liebt. Schließlich möchte doch jeder gern öfter in den Arm genommen werden und dabei das Gefühl haben: Ich bin dem Anderen wichtig! Aber so schön Schmusen und zärtliche Berührungen auch sein mögen – manchmal ist es doch auch mal ganz gut, sich hart rannehmen zu lassen.

Lesbischer Sex ist leidenschaftlich, zärtlich und intensiv und lädt zum Nachahmen ein. Ob Du Dir nur in Erinnerung rufst, wie wichtig Streicheleinheiten in einer Partnerschaft sind, oder ob Du Dich von der Intensität inspirieren lässt, die zwischen zwei Frauen beim Sex entsteht, ist ganz Dir überlassen. Vor allem gilt es aber, tolerant jedem Geschlecht gegenüber zu sein – ganz egal, ob jemand sein Bett mit einer Frau oder mit einem Mann teilt.

Bildquelle: Thinkstock/Eyecandy Images/Eyecandy Images

Kommentare (4)

  • Ich bin selbst lesbisch und ich glaube nicht, dass mein Gehirn auf heterosexuelle Filme reagiert. Wurde bei den Studien auch berücksichtigt, welche sexuelle Orientierung die Probandinnen haben?

  • Dass lesbischer Sex auch Heteros als Inspiration dienen könnte, habe ich bisher gar nicht bedacht. Eine echt gute Idee!

  • Finde ich toll, heutzutage wird offen darüber geschrieben und gesprochen. Ich bin aber in einer Partnerschaft mit einem Mann...

  • Wer hätte gedacht, dass sich lesbischer Sex auch auf Hetero-Sex übertragen lässt? Echt eine super Idee!