Aphrodisiakum

Ein Aphrodisiakum wird eingesetzt, um die sexuelle Lust anzuregen. Als aphrodisierend auf den menschlichen Körper wirken bestimmte Pflanzen, Nahrungsmittel oder auch verschiedene Hormone. Im Laufe der Zeit galten mehr als 500 verschiedene Mittel als Aphrodisiakum, bis heute gibt es jedoch für kaum eins fundierte wissenschaftliche Belege einer hundertprozentigen Wirkung.

Sinnliches Pärchen

Ein Aphrodisiakum kann dem Liebesleben kräftig einheizen.

1. Aphrodisiakum: Definition

Unter einem Aphrodisiakum versteht man ein Mittel zur Erweckung oder Verstärkung des Lustempfindens. Der Begriff Aphrodisiakum stammt aus dem Griechischen und geht auf die Göttin Aphrodite, die Göttin der Liebe, Schönheit und sinnlichen Begierde, zurück. Auf dem für sie gefeierten Fest Aphrodisia in der Antike wurden auch anregende Rauschmittel, die sogenannten Aphrodisiaka, eingenommen. Dementsprechend gibt es diese Libido-verstärkenden Mittel bereits seit mehreren tausend Jahren.

So wirken Aphrodisiaka

Ein Aphrodisiakum soll dazu dienen, dass die Sexualfunktionen gesteigert, die Sinne und das Verlangen angeregt werden. Dies kann durch Mittel tierischen, mineralischen oder pflanzlichen Ursprungs erreicht werden. In Form von Düften, als Massageöle oder in Gerichten entfalten Aphrodisiaka ihre Wirkung und können Mann und Frau empfänglicher für erotische Reize machen. So kann man entweder sich selbst sowie den Partner in Stimmung bringen, als angeblich auch seine eigene sexuelle Attraktivität für das bisher unerreichte Objekt seiner Begierde steigern. Aphrodisiaka wirken auf das limbische System im Gehirn, wo Endorphine ausgeschüttet und Emotionen empfunden werden, manchmal sollen sie auch eine direkte Wirkung auf die Geschlechtsorgane haben.

Formen der Aphrodisiaka

Es gibt eine Vielzahl an Mitteln, die eine aphrodisierende Wirkung haben sollen. Sie werden seit jeher in folgenden Formen angewandt:

  • RaumbeduftungEssen bei Kerzenschein
  • Parfum
  • Räucherstäbchen
  • Massageöl
  • Badezusatz
  • Cremes
  • Nahrungsmittel
  • Gewürze
  • Drogen
  • Medikamente

2. Aphrodisiaka in der Geschichte

Antike bis frühe Neuzeit

Wie bereits erwähnt hatten Aphrodisiaka bereits in der Antike eine große Bedeutung. Die Römer genossen zur Anregung ihrer sexuellen Lust häufig Wein mit Trüffeln, kombiniert mit anderen Rauschmitteln. Auch das Essen von Tiergenitalien war nicht ungewöhnlich. Die alten Griechen genossen ebenfalls bestimmte Nahrungsmittel, zündeten Räucherstäbchen oder Blüten an. Vereinzelt findet man zudem Berichte über versuchte Liebeszauber durch bestimmte selbst angemischte Trunke. Im Alten Ägypten unterzog man sich Massagen mit aphrodisierenden ätherischen Ölen oder badete in ihnen.

Vom Mittelalter bis zur frühen Neuzeit herrschte schließlich ein großer Glaube in aphrodisierende Zauberpflanzen. Sogar Grünkohl oder Tomaten galten damals als sexuell anregend. Währenddessen entdeckten die Azteken in Mittelamerika, dass die Kakaobohne imstande ist, sexuellen Appetit zu wecken.

Gegenwart

Mittlerweile ist nachgewiesen worden, dass einige Mitteln, die in der Vergangenheit als aphrodisierend galten, nicht wirklich diese Wirkung besitzen. Dennoch gibt es in fast allen Kulturen der Erde noch Menschen, die an die Macht der Aphrodisiaka glauben. In der indischen Heilkunst Ayurveda werden auch heute noch Mittel und Gerichte verwendet, um die Libido anzuregen. In anderen Teilen Asiens werden weiterhin Genitalien oder andere Körperteile von Tieren verspeist, da ihnen eine aphrodisierende und potenzfördernde Wirkung nachgesagt wird.

Auch in Europa oder Nordamerika gibt es einen großen Markt für betörende Düfte, anregende Lebensmittel oder Medikamente, die hormonell auf das Lustzentrum wirken sollen. Vom Liebestrank bis hin zu Nashornpulver ist alles dabei. Rezepte für das Mischen oder Anwenden der Aphrodisiaka findet man online oder in Büchern. Mit vielen Mitteln wird als Lösung für sexuelle Störungen wie erektiler Dysfunktion geworben, allerdings gehört solch ein Problem in ärztliche oder psychologische Hände.

Ätherische Öle

Ätherische Öle verströmen anregende Düfte und können zur erotischen Massage verwendet werden.

3. Beispiele für aphrodisierende Mittel

Gewürze & Kräuter

Diese Gewürze und Kräuter finden vor allem in der Küche Anwendung, können jedoch teilweise auch in Form von ätherischen Ölen verwendet werden (Vanille, Minze).

Zimt Safran Gewürznelken
Vanille Muskat Chili
Basilikum Petersilie Minze

Pflanzen

Bei vielen Pflanzen gewinnt man die aphrodisierenden Bestandteile aus der Rinde, der Wurzel oder den Blättern.

Hawaiianische Holzrose Yohimbe Guarana
Ingwer Ginseng Epimedium

Ätherische Öle

Ätherische Öle sind natürliche Duftstoffe, die aus Pflanzen und Blüten gewonnen werden. Sie können anhand ihres Dufts eine anregende Wirkung haben, auf die Haut gegeben oder als Badezusatz verwendet werden.

Rose Zitrone Neroli
Salbei Ylang Ylang Bergamotte
Jasmin Patchouli Lavendel

Nahrungsmittel

In der Vergangenheit gab es einige Nahrungsmittel, die aufgrund ihrer phallischen Form als aphrodisierend galten oder aufgrund ihrer roten Farbe für Sinnlichkeit standen. Heute sind bestimmte Lebensmittel in ihrer Wirkung umstritten, werden aber teilweise dennoch als anregend angesehen.

Kakao Erdbeeren Sellerie
Spargel Kandierte Früchte Trüffel
Aphrodisiserende Nahrungsmittel

Vor allem Muscheln, bestimmten Früchten und dunkler Schokolade sagt man eine aphrodisierende Wirkung nach.

Hormone

Wenn im menschlichen Körper vermehrt bestimmte Hormone ausgeschüttet werden, kann die Lust auf Sex gesteigert werden. Mittlerweile gibt es zahlreiche Medikamente, welche Mischungen aus verschiedenen Hormonen enthalten und die weibliche Libido und männliche Potenz anregen sollen.

Testosteron Melanotropin Oxytocin
Androgene Pheromone Serotonin
Dopamin Bremelanotid

Tierische Aphrodisiaka

Bestimmte Tiere, ihre Genitalien oder andere Teile werden weiterhin zur Potenzsteigerung oder als Aphrodisiakum verspeist. Manche sind schwer zu gewinnen, wie zum Beispiel Ambra (aus dem Verdauungstrakt von Pottwalen) oder Bibergeil (Sekret aus Drüsensäcken von Bibern), weshalb sie als sehr kostbar gelten.

Nashornpulver Haiflossen Ambra
Tigerfleisch Tigerhoden Spanische Fliege
Austern Bibergeil

Drogen

Drogen und synthetische Mittel gelten generell nur als Aphrodisiakum, wenn ihre Haupteigenschaft potenz- oder libidosteigernd ist. Dennoch kann zum Beispiel Alkohol durch seine enthemmende Wirkung ebenfalls eine Art Aphrodisiakum sein. Auch weitere Substanzen werden umstrittener Maßen dazu gezählt.

Alkohol Cannabis Viagra
Poppers MDMA Muira Puama

4. Aphrodisiaka im eigenen Haushalt

Wer an die Wirkung von Aphrodisiaka glaubt, kann sie selbst nutzen, um in Stimmung zu kommen und Verschiedenes ausprobieren. Da viele jedoch davor zurückschrecken, gleich zu Medikamenten zu greifen, ist ein natürliches Aphrodisiakum ideal, um das Liebesleben anzukurbeln:

Diese 6 Aphrodisiaka hast du im Haushalt

Bildquelle:

iStock/BrianAJackson/sakkmesterke/byheaven/marilyna/shark_749


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Was denkst du?

  • cherry_jul am 30.09.2017 um 22:15 Uhr

    Die Ursachen für sexuelle Unlust können ganz unterschiedlich sein. Verschiedene Mittel gibt es auch. Was Aphrodisiaka betrifft, finde ich den Artikel sehr gut, weil man eben die verschiedenen Kategorien sehr gut zusammengefasst hat. Allerdings kann ich nicht wirklich zustimmen, dass Alkohol zum Beispiel dazu zählt :D, bin aber kein Wissenschaftler oder Experte. Von den pflanzlichen Aphrodisiaka kann ich etwas mehr sagen, weil ich eigene Erfahrungen damit habe. Der Grund für meine Lustlosigkeit war vor allem der Stress. Und ich war auf der Suche nach einem Mittel, was zur Entspannung und Luststeigerung beibringen kann. Zu den Pflanzen, die ihr aufgezählt habt, kann man ergänzend auch die Turnera diffusa oder Damiana Pflanze zählen. Die Blätter enthalten nämlich Stoffe, die der Definition vom Aphrodisiakum in diesem Artikel entsprechen. Damiana findet man in Südamerika, wobei bereits die Maya die Wirkung von der Pflanze kannten. Die Anwendung hat also eine eher lange Geschichte. Bei uns findet man Trockenextrakt von Damiana in der Apotheke, ich habe selbst welche Dr. Böhm Tabletten genommen nach einer längeren Suche. Pflanzliche Aphrodisiaka haben den Vorteil, dass sie natürliche Mittel sind, es ist ein Arzneimittel, aber man braucht trotzdem kein Rezept dafür. Und in der Form von Tabletten kann man die Dosierung besser schätzen oder kontrollieren.

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