Elektrosex

Erotische Elektrostimulation: Sex mit Strom

Christina Cascinoam 27.06.2016 um 16:23 Uhr

Du probierst gerne etwas Neues beim Sex aus? Wie wäre es mit einer erotischen Elektrostimulation? Auch bekannt als E-Stim oder Elektrosex ist die erotische Elektrostimulation eine Sexualpraktik, bei der Gleichstrom oder niederfrequente Wechselströme zur sexuellen Stimulation eingesetzt werden. Wir verraten Dir mehr.

Schmerzen beim Sex sind ja schon lange nichts Neues mehr: Gerade die BDSM-Szene ist bekannt für eine Reihe sexueller Verhaltensweisen, die oft in Zusammenhang mit Dominanz und Unterwerfung, spielerischer Bestrafung sowie Lustschmerz oder Fesselungsspielen stehen.

Nun wird auch die erotische Elektrostimulation immer populärer. Zurückverfolgen lässt sich diese Sexualpraktik, die auch oft als Elektrosex oder E-Stim bezeichnet wird, bis in die fünfziger Jahre. Damals kam in den USA ein Gerät namens Relaxacisor auf den Markt, das der Muskelstimulation durch elektronische Ströme diente. Auch heute gibt es noch vergleichbare Geräte unter der Bezeichnung EMS (elektrische Muskelstimulation) oder MENS-Geräte (Microamperage Electrical Neuromuscular Stimulator), die zur medizinischen Anwendung eingesetzt werden.

Elektrische Ströme an Geschlechtsorganen

Doch nicht nur zur Muskelstimulation wurden solche Geräte eingesetzt, sondern auch als sexuelle Stimulation: Seit den 70er-Jahren wurden zunehmend auch sogenannte TENS-Geräte (Transkutane elektrische Nerven-Stimulation) eingesetzt, um die Geschlechtsorgane von Frauen und Männern mit den elektronischen Strömen zu stimulieren. Doch weder MENS- oder TENS-Geräte waren für diese Sexualpraktik geeignet, sodass in den 80er-Jahren verschiedene Gerätetypen entstanden, die speziell für Elektrosex konzipiert waren.

Verschiedene Gerätetypen

Für die erotische Elektrostimulation gibt es verschiedene Geräte. Während medizinische TENS-Geräte und „Body Toning“-Geräte, die vor allem im Fitnessbereich zur Körperformung eingesetzt werden, für die erotische Elektrostimulation weniger geeignet sind, gibt es auch spezielle Geräte, die eigens für die erotische Nutzung entworfen und hergestellt wurden.

Hier gibt es sowohl analoge Modelle als auch digitale Geräte, wobei beide Konstruktionen die individuelle Steuerung der verwendeten Frequenzen und Stromstärken erlauben. Bei digitalen Modellen lassen sich zudem verschiedene Betriebszustände stufenlos wechseln, speichern und den eigenen Wünschen entsprechend anpassen. Des Weiteren gibt es sehr kompakte mobile Geräte mit Akkus oder Batterien, wobei sich einige sogar per Funk aus der Ferne steuern lassen. Bei Amazon findest Du verschiedene Modelle.

Es gibt auch verschiedene Elektroden, die zur erotischen Elektrostimulation verwendet werden. Neben den klassischen medizinischen Ein- und Mehrwegelektroden gibt es mittlerweile eine Vielzahl an speziell für diese Sexpraktik entwickelten Modellen: Leitende Butt Plugs, Sonden, Wartenbergräder oder Stahlhandschuhe

Bei der erotischen Elektrostimulation werden Elektronen an den Geschlechtsorganen anbracht

So funktioniert die erotische Elektrostimulation

Bevor man mit Elektrosex beginnt, sollte man unbedingt Gerät, Elektroden und Anschlüsse prüfen. Die Elektroden müssen dabei richtig Kontakt mit der Haut haben, sonst entsteht ein unangenehmes Gefühl wie Zwicken oder Brennen. Empfohlen wird zudem ein spezielles Elektroden-Gel (nicht mit wasserlöslichem Gleitgel zu verwechseln), das zwischen Haut und Elektroden aufgebracht wird und für eine gute Leitfähigkeit sorgt.

Bei der erotischen Elektrostimulation gibt es verschiedene Varianten: Zunächst ist eine direkte Stimulation der Geschlechtsorgane möglich. Dabei werden die Elektroden an der Vagina, auf der Klitoris, dem Penis, dem Damm oder Hodensack angebracht und dann direkt elektrische Ströme angelegt. Da der Körper mit zunehmender sexueller Erregung schmerzunempfindlicher wird, sollten Du und Dein Partner langsam beginnen und die Stromstärke nach und nach steigern. Zudem ist es möglich, die Elektroden nahe den Geschlechtsorganen – etwa den Innenseiten der Schenkel – anzulegen und diese durch den Durchfluss indirekt zu stimulieren.

Eine weitere Variante besteht darin, die Elektroden direkt in den Anus des Mannes oder der Frau oder in die Vagina einzuführen. Bei allen Varianten kann es zu einem explosiven Orgasmus kommen. Die Empfindungen werden von Mensch zu Mensch unterschiedlich wahrgenommen und können von einem Kitzeln bis zu einem stechenden Gefühl wie von vielen Nadeln, sanfte bis starke Muskelzuckungen, einem Pochen bis hin zum elektrischen Schlag reichen.

Gefahren

Elektrosex birgt auch große Gefahren und kann bei Missbrauch zu Gewebeschäden und sogar zum Tod führen, denn es kann zu einem elektrischen Schock kommen: Schon relativ kleine Spannungen unter 40 Volt können unter ungünstigen Bedingungen (starker Schweiß und damit gute elektrische Leitfähigkeit) zu tödlichen Verletzungen führen. Niemals sollte man die Elektroden oberhalb der Gürtellinie anwenden, insbesondere an der Brust sollte man das Lustspiel sein lassen, da hier große Gefahr wegen der Nähe zum Herzen besteht. Eine weitere Verletzung durch elektrische Ströme sind innere Verbrennungen. Unbedingt immer die Sicherheitsanleitung lesen und niemals zu ungeeignetem Elektrodenmaterial greifen.

Eine erotische Elektrostimulation ist sicher nicht jedermanns Sache und wirklich nur für Paare geeignet, die gerne mit Schmerzen beim Sex experimentieren. Willst Du mit Deinem Partner Elektrosex ausprobieren, solltet ihr unbedingt auf eine richtige Handhabung achten. Ansonsten sind eurer Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Bildquelle: iStock/Artem_Furman, iStock/AndreyPopov


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