Keuschheitsgürtel_Opti_iStock_powershot

Unter Verschluss

Keuschheitsgürtel steigern die Lust aufeinander

am 20.06.2014 um 07:49 Uhr

Viele verbinden mit dem Gedanken an einen Keuschheitsgürtel das düstere Mittelalter und holde Burgfräulein, die mit so einem Gürtel zur Enthaltsamkeit gezwungen wurden. Dabei liegen Keuschheitsgürtel in der heutigen Zeit wieder voll im Trend und lassen sich spielerisch ins Vorspiel mit einbauen…

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Ob aus Metall, Leder oder Kunststoff – ein Keuschheitsgürtel dient seiner Funktion nach auch heute noch in erster Linie dazu, den Geschlechtsverkehr zu vermeiden. Warum übt er in unserer modernen, aufgeklärten Zeit aber dennoch eine Faszination aus? Lassen wir doch zunächst unserer Fantasie freien Lauf…

Von lüsternen Recken und willigen Maiden

Im düsteren Mittelalter gab es zwei Dinge, die eine holde Jungfrau oder eine ehrenwerte Ehefrau vor dem Geschlechtsverkehr mit irgendeinem dahergelaufenen Recken schützen sollten: Adipöse Anstandsdamen mit klangvollen Namen wie Brunhilde, Walpurga oder Kunigunde, die grundsätzlich schlechte Laune hatten, und eben den Keuschheitsgürtel, der übrigens um das Jahr 1400 erste Erwähnungen fand. Wahrscheinlich handelte es sich schon bei damaligen Keuschheitsgürteln nicht um rein „praktische“ Geräte zur Sicherung der Enthaltsamkeit. Die Menschen waren schon immer erfinderisch und das galt natürlich auch dem Sexleben. Nicht auszuschließen also, dass Ritter Ruprecht seiner Magd Mechthild den Keuschheitsgürtel anlegte, um anschließend eine wilde SM-Nummer mit der Guten zu veranstalten. Je größer der Reichtum, desto größer die Möglichkeiten – das galt auch schon im Mittelalter. Ein wohlhabender Burgherr konnte seine Frau mit einem sexy Keuschheitsgürtel inklusive geräumiger Folterkammer überraschen. Hatten die beiden darüber hinaus auch noch exhibitionistische Veranlagungen, konnten ein paar angekettete Gefangene, die gezwungenermaßen das wilde Treiben beobachten mussten, sicher Abhilfe schaffen. Ein Privileg, um welches heutige Mittelalter-Fans mit BDSM-Vorlieben die Burgherren und Burgfräulein von damals wahrscheinlich sehr beneiden. Denn seien wir mal ehrlich: Auch ein noch so mühevoll umgebauter Hobbykeller ist nicht mit einer echten Burgfolterkammer zu vergleichen und ein paar experimentierfreudige Swinger, die sich dann auch noch an die Wand ketten lassen, findet man auch nicht unbedingt im Supermarkt an der Käsetheke.

Keuschheitsgürtel: Fiktion und Funktion

Also gut, zurück zum echten Mittelalter. Für Frauen, die, der Eifersucht ihres Ehemannes oder der Besorgnis ihres Vaters wegen, gezwungen wurden, einen Keuschheitsgürtel zu tragen, war dies natürlich alles andere als angenehm. Heute wird allerdings vermutet, dass es sich bei Geschichten über Frauen, die einen Keuschheitsgürtel aus Leder oder Metall rund um die Uhr tragen mussten, vornehmlich um Mythen handelt. Aus medizinischer Sicht wäre es zum Teil sogar lebensgefährlich, solch einen Gürtel über einen langen Zeitraum nicht abzulegen. Je nach Konstruktion würden sich Urin, Menstruationsblut oder sogar Kot in dem Gürtel sammeln und zu schlimmen Infektionen führen. Auch das ständige Scheuern des Keuschheitsgürtels an der Haut wäre auf Dauer sehr schmerzhaft und würde zu schlimmen Reizungen führen. Hoffen wir also im Sinne aller Frauen des Mittelalters, dass die Schauergeschichten über die Keuschheitsgürtel wirklich nur ein Mythos sind.
Im 19. Jahrhundert wurden allerdings in England tatsächlich Keuschheitsgürtel zum Schutz vor Vergewaltigungen vor allem von Dienstmädchen getragen. Auch Kinder und Jugendliche wurden zeitweise in Keuschheitsgürtel gezwängt, um sie von der Masturbation, die damals als Sünde galt, abzuhalten. Du siehst, um den Keuschheitsgürtel ranken sich viele Mythen und Schauergeschichten. Wahrscheinlich ist genau das der Grund, warum er auch heute noch so eine Faszination ausübt und einige Menschen die moderne Form des Keuschheitsgürtels für erotische Sexspiele nutzen.

Moderne Keuschheitsgürtel

Heute dient ein Keuschheitsgürtel fast ausschließlich dazu, das Sexleben mit dem Partner aufregender zu gestalten. Sicher gibt es das eine oder andere Paar, das diese Vorrichtung trägt, um dem Partner während dessen Abwesenheit die Treue zu beweisen. Wie sinnvoll und vor allem wie hygienisch das jedoch ist, sei dahingestellt.

Die meisten Keuschheitsgürtel bestehen aus Leder, Kunststoff oder aus Metall. Es gibt sie in ganz unterschiedlichen Formen. Manche werden um den Bauch oder die Hüften gebunden und ein schmaler Streifen, der zwischen den Beinen verläuft, bedeckt lediglich die Geschlechtsteile. Andere Keuschheitsgürtel sehen aus wie lederne oder metallene Unterhosen und bedecken den Intimbereich großflächiger. Es gibt Keuschheitsgürtel mit kleinen Öffnungen zum Wasserlassen und andere komplett ohne Öffnungen. Was Dich vielleicht überraschen wird: Es gibt sogar welche für Männer! Meist haben diese sogenannten Keuschheitskäfige die Form eines Penis und sind aus Holz, Metall oder Kunststoff gefertigt. An manchen Keuschheitsgürteln ist ein kleines Schloss und es gibt einen dazu passenden Schlüssel, andere verzichten darauf und lassen sich auch ohne Schlüssel wieder öffnen. Online kannst Du in diversen Shops Keuschheitsgürtel bestellen und Dir vollkommen diskret nach Hause liefern lassen. Solltest Du beim Thema Keuschheitsgürtel aber noch absoluter Neuling sein, empfiehlt es sich, wenn Du Dir Deinen Partner oder Deine beste Freundin schnappst und ihr gemeinsam einen Abstecher ins nächste Erotik-Fachgeschäft unternehmt. Dort kannst Du Dir verschiedene Modelle ansehen, sie in die Hand nehmen und Dich von einer kompetenten Verkäuferin beraten lassen. So fällt Dir die Entscheidung, welches Modell für Dich das richtige sein könnte, sicher leichter.

Heiße Sexspiele mit dem Keuschheitsgürtel

Möglicherweise bist Du nun leicht verwirrt und fragst Dich, wie ein Keuschheitsgürtel als Sex-Spielzeug dienen soll, wenn er eben diesen doch eigentlich verhindert. Genau darum geht es aber! Der Geschlechtsakt soll verhindert oder zumindest verzögert werden. Ziehst Du zum Beispiel einen Keuschheitsgürtel an und gibst Deinem Freund den Schlüssel, hat er im spielerischen Sinne die Kontrolle über Dich. Willst Du von Deinem Keuschheitsgürtel befreit werden, musst Du ihm zum Beispiel erst sexuelle Gefälligkeiten erweisen. Du kannst ihn massieren, ihn mit Deiner Zunge verwöhnen oder ihn anderweitig auf Touren bringen, das bleibt ganz Eurer Fantasie überlassen. Hat er Dich genug zappeln lassen, kann er Dich von Deinem Keuschheitsgürtel befreien und Dich anschließend nach allen Regeln der Kunst beglücken. Natürlich kannst auch Du ihm einen Keuschheitskäfig anlegen. Befindet sich sein bestes Stück dann in seinem „Gefängnis“, wird sein Penis nun langsam steif, was den erregenden Nebeneffekt hat, dass er sich nicht in seiner vollen Pracht entfalten kann. Je nachdem, wie wenig Platz in dem Keuschheitsgürtel vorhanden ist (und je nachdem wie groß ER ist) kann das mitunter sogar etwas schmerzhaft werden. Gerade das macht für viele Paare aber genau den Reiz bei solchen Spielchen aus. Liegt er hilflos in seinem Keuschheitsgürtel vor Dir, kannst Du ihn zwingen, Dich oral zu befriedigen oder Du machst es Dir zur Einstimmung selbst und lässt ihn dabei zusehen. Garantiert wird es ihn unheimlich erregen, wenn Du die Zügel in die Hand nimmst und ihn immer ein bisschen weiter quälst, bist Du ihn endlich von seinem Keuschheitsgürtel befreist und er in Dich eindringen kann.

Zum Glück liegen die Zeiten des düsteren Mittelalters weit hinter uns und ein Keuschheitsgürtel dient nur noch als erotisches Sexspielzeug und nicht mehr als Garant für die weibliche Treue. Mit einem Keuschheitsgürtel kannst Du zusammen mit Deinem Partner einige sinnliche Stunden erleben. Voraussetzung ist auch hier, wie eigentlich bei allen Sexspielchen, gegenseitiges Vertrauen und Respekt.

Bildquelle: iStock/powershot


Kommentare (7)

  • kuschel92 am 14.05.2016 um 23:57 Uhr

    Dann wäre ich ja meiner liebsten ausgeliefert und könnte mich nicht selbst befriedigen ... Na ja ich weiss nicht ...

  • SommerFantasie am 13.10.2014 um 12:29 Uhr

    Najaaa ... Spannendes Thema. Wäre mal was, seinen Schw*** "einzusperren" und ihn erst dann zu "befreien", wenn er sich als "würdig" erwiesen hat ... ;-) ... oder ihn mal so zur Arbeit schicken ... ... oder ihn so mit auf eine Party nehmen oder ins Kino und zwischendurch heiß machen .. Jaja, klingt schon spannend ... :-)

  • Berai am 02.09.2014 um 06:23 Uhr

    Als Sextoy ist es ja vielleicht mal eine interresante Sache.

  • poldini am 13.05.2014 um 06:23 Uhr

    Für mich wäre ein Keuschheitsgürtel nichts!

  • ArielleAde am 27.08.2013 um 07:03 Uhr

    Ich finde einen Keuschheitsgürtel auch ganz spannend :)

  • Smeesy am 20.06.2013 um 11:19 Uhr

    das thema hatten wir hier doch neulich

  • Fiodora am 20.06.2013 um 04:10 Uhr

    Ich finde die Vorstellung so einen Keuschheitsgürtel als Sextoy zu tragen, ja auch ganz reizvoll :)