Femidom

Das Femidom ist ein richtiger Exot. Obwohl man das Kondom für die Frau in Apotheken und bei mehreren Anbietern im Internet rezeptfrei kaufen kann, hat das Femidom noch keinen allzu großen Bekanntheitsgrad. Seit Jahrzehnten fühlt sich die Frau für die Verhütung zuständig: Sie schluckt Hormone, lässt sich Spritzen oder kauft sich einen Menstruationscomputer. Männer müssen lediglich ein Kondom überstreifen und selbst das ist manchmal ein schwieriges Unterfangen. Ist es nicht an der Zeit, der Ungerechtigkeit ein Ende zu setzen und uns Frauen das Verhüten zu vereinfachen?

Femidom ist das Kondom für die Frau

Femidom ist hormonfrei

Trotz der schnellen Beziehungen und den zahlreichen Möglichkeiten in der heutigen Zeit, hat sich eine Sache noch nicht weiterentwickelt: Die Verhütung. Sie ist immer noch überwiegend Frauensache! Es ist das uralte, wehleidige Thema, über das die Herren der Schöpfung gar nicht gerne reden. Schon gar nicht, wenn es darum geht, ein Kondom zu benutzen. Aber nicht nur die Männer möchten am liebsten ganz viel Lust bei ganz wenig Risiko, sondern auch die Frauen. Doch gerade in Singlephasen hast Du oft keine Lust darauf, unnötige Hormone durch die Pille einzunehmen und dann beim nächsten Geschlechtsverkehr ungeschützt zu sein! Für uneingeschränkte Lust, die aber auch mit der nötigen Sicherheit korreliert, haben wir uns für Dich über das Kondom für die Frau, das sogenannte Femidom, informiert.

Ist das Femidom eine geeignete Verhütungsmethode für Dich?

Das Kondom für die Frau ist für Dich geeignet, wenn Du vielleicht einen neuen Partner hast und ihr eure Verhütungsmethoden noch nicht gefestigt habt. Gerade am Anfang einer Beziehung ist es normal, solcherlei „unangenehme” Gespräche zu vermeiden. Ebenso kannst Du das Femidom gebrauchen, wenn Du Single bist und Dich gerne ausprobierst. Bekanntlich gibt es leider immer ein paar Schlawiner, die sich vehement weigern, ein Kondom überzuziehen. Bei häufig wechselnden Geschlechtspartnern kannst Du selbstbestimmt und unabhängig der Belange Deines Sexualpartners, verhüten und das sogar hormonfrei! Denke daran: Selbst ist die Frau!

Femidom: Das sind seine Vorteile

Wenn Du einen fantastischen Abend mit Deinem Date oder Deinem Partner verbringst und es nach kürzester Zeit zwischen euch richtig zu Sache geht, kannst Du das Femidom auch spontan anwenden. Dem Kondom für die Frau bedarf keinerlei Vorbereitung oder Wirkungszeit. Während Du für kurze Zeit im Bad verschwindest, kann es sich Dein Liebster schon einmal gemütlich machen. Für den Fall, dass Du schon im Vorhinein abschätzen kannst, dass Du Geschlechtsverkehr haben wirst, kannst Du das Femidom bereits bis zu zehn Stunden vor dem Sex einsetzen, damit euer Liebesspiel von keiner unangenehmen Situation gestört wird. Auch während des Geschlechtsverkehrs spüren Du und Dein Partner keinerlei Beeinträchtigungen oder überhaupt das zuvor eingesetzte Femidom. Das „Frauenkondom” ist ein Verhütungsmittel, dessen Anwendung nicht von der Steifheit des Penis abhängt. Neben der hormonfreien Verhütungsmethode bietet das Kondom für die Frau bei korrektem Einsetzen nicht nur ausreichenden Schutz vor einer Schwangerschaft, sondern schützt zudem vor sexuell übertragbaren Krankheiten, einschließlich HIV. Du entscheidest unabhängig davon, ob Dein Geschlechtspartner Lust darauf hat, ein Kondom zu benutzen, dass Du verhüten möchtest. Im Falle einer Latexallergie sind Femidome die beste Alternative, da sie kein Latex enthalten. Das Kondom ist für Dich als Frau so sicher wie das Kondom für Männer.

Hat das Femidom auch Schwächen?

Neben den zahlreichen Vorteilen, die das Femidom bietet, gibt es auch einige Haken, die Du beachten solltest. Nicht außer Acht zu lassen ist, dass Du ausschließlich bei absolut richtiger Anwendung und korrektem Einsetzen einen Schutz vor Infektionskrankheiten und einer Schwangerschaft hast. Der sogenannte „Pearl-Index” ist ein Maß, das für die Wirksamkeit bzw. Zuverlässigkeit von Methoden zur Verhütung entwickelt worden ist. Man möchte anhand des Indexes herausfinden, wie hoch ein bestimmter Anteil sexuell aktiver Frauen ist, die trotz Verwendung einer einzigen Verhütungsmethode innerhalb eines Jahres schwanger werden. Je niedriger der „Pearl-Index” ist, desto sicherer ist die Methode. Der Pearl-Index vom Femidom liegt bei fünf bis 25. Demnach ließe sich ableiten, dass circa fünf bis 25 von 100 Frauen statistisch schwanger werden könnten, obwohl sie ein Jahr lang mit dem Femidom verhüten hätten. Ein weiterer Aspekt, der auf Dich abschreckend wirken könnte, ist, dass das Femidom ein wenig teurer ist als die Kondome für Männer. Im Durchschnitt kostet ein einzelnes Femidom circa drei Euro, wobei es verschiedene Größenpackungen im Handel gibt. Du kannst Dir merken, dass es bei größeren Packungen meistens preiswerter wird. Jedes Kondom für die Frau kann, ähnlich, wie die Kondome für Männer, nur einmal benutzt werden. Allgemein solltest Du beachten, dass es völlig normal ist, wenn Dir die Handhabung anfangs sehr kompliziert vorkommt. Wie so oft im Leben, macht auch hier die Übung den Meister!

Ist das Femidom nur ein überdimensionales Kondom?

Femidom ist hormonfrei

Femidom ist das Kondom für Frauen

Das Kondom für die Frau wird seit 1990 als zulässiges Verhütungsmittel angeboten. Es ist 17 bis 18 Zentimeter lang und hat einen durchschnittlichen Durchmesser von sieben bis acht Zentimetern. Das Femidom wirkt auf den ersten Blick wie ein riesiges „Männerkondom”. Ähnlich, wie beim Kondom für den Mann, ist die Frauen-Version ebenfalls mit Gleitmittel beschichtet. Die Oberseite ist gut verschlossen und mit einem zusätzlichen Ring versehen, der Dir das Einführen vereinfacht. Der spezielle und flexible Ring sorgt außerdem dafür, dass das Femidom beim Geschlechtsverkehr nicht verrutscht, sondern dort sitzen bleibt, wo es sitzen soll. Ein zweiter Ring ist am anderen Ende befestigt, der auch außerhalb der Vagina bleibt und die Labia bedeckt. Das Verhütungsmittel besteht aus feinem Nitril, einem chemischen Kunststoff mit hoher Hautverträglichkeit, der gummiähnliche Eigenschaften. Das Nitril kleidet die Innenwand der Vagina mit einer dünnen „Haut” aus. Dein natürliches Sekret, sowie das Gleitmittel sorgen dafür, dass das Femidom fest an der Scheideninnenwand haftet.

Wie wird das Femidom angewendet?

Ein Femidom fängt die Samen des Mannes auf, bevor sie sich ihren Weg in Richtung Gebärmutter suchen. Zusätzlich soll es verhindern, dass Du Dich mit Geschlechtskrankheiten infizierst. Dadurch, dass Du die hauchdünne Kunststoffhülle ähnlich wie ein Diaphragma tief in Deiner Vagina platzierst, bedeckst Du damit den Muttermund. Fakt ist, dass das Femidom in jedem Fall anspruchsvoller ist als das Kondom für Männer. Da das richtige Platzieren ein wenig Fingerspitzengefühl und Übung erfordert, stellen wir Dir die einzelnen Schritte der Anwendung vor.

1. Grundsätzlich solltest Du beim Femidom besonders auf spezielle Öle, die das Nitril angreifen könnten, spitze Fingernägel und spitze Gegenstände achten, um das sensible Verhütungsmittel nicht zu schädigen. Ein Grundsatz ist, dass das gute Stück Deines Partners unbedingt im Femidom bleibt und nicht beim Eindringen schnurstracks vorbei rutscht. Helfen kann Dir hierbei ein gutes Gleitgel. Falls Deine mechanischen Fertigkeiten noch etwas unbeholfen sind, kannst Du das Femidom vor dem Einsetzen von innen und außen mit ausreichend Gleitmittel versorgen. Gleitmittel hilft vor allem, wenn der Penis nicht einfach rein und raus geht oder der äußere Ring nach innen rutscht. Du und Dein Sexualpartner sollten das Kondom für die Frau in keinem Fall spüren, falls doch, nimm einfach etwas mehr Gleitgel.

2. Eine andere wichtige Regel, sobald Du das Femidom benutzen möchtest, ist, dass Du es in keinerlei Kombination mit einem Diaphragma oder einem Kondom für Männer trägst. Die Materialien können aneinander reiben und das dünne Material zerstören.

3. Jetzt geht es an das Eingemachte: Der äußere Ring muss in jedem Fall außerhalb Deiner Vagina vor den großen Schamlippen positioniert werden. Der innere Ring wird in die Vagina eingeführt und daraufhin um den Muttermund platziert. Jetzt überprüfst Du mit einem Finger, ob sich das Femidom gut an den Scheidenwänden anpasst und nicht verdreht ist.

4.Nach dem Verkehr oder vor dem Aufstehen kannst Du den äußeren Ring zweimal drehen, damit das Sperma nicht herauslaufen kann. Jetzt kannst Du das ganze Kondom sorgfältig herausziehen. Solltest Du bemerken, dass das Femidom während des Eindringens angerissen wird, musst Du es umgehend austauschen. Nach jedem Sex muss das Kondom für die Frau gewechselt werden.

Wie kommt das Femidom bei Testerinnen an?

Das Kondom für die Frau hat bei Testpersonen einen ähnlich schlechten Ruf wie das männliche Gegenstück. Nach einer repräsentativen Studie haben etwa 50 Prozent der Studienteilnehmer das Femidom als störend empfunden. Die Teilnehmer, die auch von normalen Kondomen nicht grundsätzlich absehen, waren vom Femidom begeistert. Die Begeisterung stellte sich nach mehrmaliger Anwendung meist dann ein, wenn die Testpersonen die mechanischen Fertigkeiten routiniert hatten.

Eine neue Verhütungsmethode auszuprobieren ist immer mit Unsicherheit und Zweifel verbunden. Die Anwendung scheint im ersten Moment ziemlich knifflig, was allerdings bei regelmäßiger Anwendung zur Routine wird. Das Femidom schützt Dich zwar vor HIV und anderen Infektionskrankheiten, dennoch bedarf es der richtigen Handhabung, um den vollen Schutz zu gewährleisten. Neben diesem Sicherheitsaspekt kannst Du Dich ebenfalls selbst vor ungewollter Schwangerschaft schützen. Da Männer leider sehr oft keine Lust darauf haben ein Kondom überzuziehen, kannst Du Deine Verhütung alleine in die Hand nehmen und somit vorbeugen. Wenn Du ein Femidom verwendest, kannst Du auf einen zusätzlichen Pillen-Hormoncocktail verzichten, da das Kondom lediglich beim Geschlechtsverkehr in Gebrauch genommen wird. Natürlich verändert das Femidom nicht den Kern des Themas, nämlich, dass Männer ebenfalls für eine ordentliche Verhütung sorgen könnten. Trotzdem gibt uns diese Art der Verhütung eine gewisse Unabhängigkeit und Selbstbestimmung zurück.

Bildquelle 1: Thinkstock/moodboard/moodboard
Bildquelle 2: Thinkstock/Photodisc/Keith Brofsky


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Was denkst du?

  • honigkuchenpony am 30.09.2014 um 14:00 Uhr

    Für mich wäre ein Femidom nichts. Da sollen sich doch dann lieber die Männer etwas "überziehen".

    Antworten