Gynial

Hormonfrei verhüten mit dem Kupferball

Christina Cascinoam 03.08.2016 um 11:33 Uhr

Du bist auf der Suche nach einer Verhütung ganz ohne Hormone? Neben der Kupferkette und der Spirale gibt es in Österreich nun auch den Kupferball. Das Besondere: die Formgedächtnislegierung Nitinol. Wir verraten Dir, wie die hormonfreie Verhütung mit dem Kupferball funktioniert und worauf Du achten solltest.

Der Kupferball wirkt fünf Jahre lang ganz ohne Hormone

Was ist der Kupferball?

Der Kupferball ist eine Methode zur Schwangerschaftsverhütung und kommt, ähnlich wie die Spirale und die Kupferkette, ganz ohne Hormone aus. In der Gebärmutter eingesetzt schützt der Kupferball ganze fünf Jahre vor einer ungewollten Schwangerschaft.

Acht Jahre lang dauerte die Entwicklung des Verhütungsmittels an: „Mir ging es darum, eine hormonfreie und schmerzarme Alternative für Frauen jedes Alters zu entwickeln. Denn 15 Prozent aller Frauen haben Probleme mit herkömmlichen Spiralen, die oft viel zu groß für weibliche Uteri sind und diese im schlimmsten Fall sogar perforieren“, erklärt der israelische Gynäkologe Dr. Ilan Baram gegenüber „woman.at“.

Der Ball aus Kupfer besteht aus der speziellen Formgedächtnislegierung Nitinol, die in der Medizin schon lange für Implantate verwendet wird. Der geformte Draht, an dem sich 17 Kupferperlen befinden, ist mit einer weißen Polymerschicht ummantelt. Der Kupferball liegt zudem durch seine sphärische Form in der Gebärmutter frei beweglich, ohne Enden und Kanten.

So wirkt der Kupferball

Einmal eingesetzt gibt der Kupferball fünf Jahre lang in der Gebärmutter ständig eine geringe Menge an Kupfer ab. Diese freigesetzten Kupferionen greifen mehrfach in den Befruchtungsvorgang in der Gebärmutter und in den Eileitern ein und schränken damit die Beweglichkeit der Spermien ein. So wird eine Befruchtung der Eizelle verhindert.

Wie wird der Kupferball eingesetzt?

Der hormonfreie Kupferball, der bislang nur in Österreich in den Größen „mini“ und „midi“ auf dem Markt ist, wird von einem Gynäkologen in die Gebärmutterhöhle eingesetzt. Die beste Zeit für das Einsetzen sind die letzten Tage der Menstruation, da der Gebärmutterhals dann besonders weit geöffnet ist. Vor dem Einsetzen wird eine vollständige Untersuchung durchgeführt. Dabei wird die Lage Deiner Gebärmutter bestimmt, mit einer Sonde ihre Beschaffenheit untersucht und ihre Größe ausgemessen. Bei Frauen, die noch kein Kind auf die Welt gebracht haben, muss der Gebärmutterhals eventuell etwas gedehnt werden.

Anschließend wird der Kupferball mithilfe eines dünnen Einführungsröhrchens durch den Gebärmutterhals in die Gebärmutter eingeführt. Dort fängt er sofort an zu wirken. Wie sich der dreidimensionale Ball genau in die Gebärmutter setzt, siehst Du hier im Video:

Acht bis zwölf Wochen nach dem Einsetzen folgt eine Ultraschallkontrolle, um sicherzugehen, dass der Kupferball richtig sitzt. Danach reicht es, einmal im Jahr zu einer Kontrolluntersuchung beim Frauenarzt zu gehen.

Für wen ist der Kupferball geeignet?

Grundsätzlich ist die hormonfreie Verhütung mit dem Kupferball für alle Frauen geeignet. Allerdings kann das Einsetzen bei Frauen, die noch kein Kind bekommen haben und bei denen der Gebärmutterhals noch sehr eng ist, sehr schmerzhaft sein. In diesen Fällen wird eine örtliche Betäubung oder Vorbehandlung mit Medikamenten empfohlen. Deine Gynäkologin wird Dich eingehend beraten, ob der Kupferball für Dich geeignet ist.

Für Frauen, die an einer äußerst seltenen Kupferallergie bzw. an der Kupferspeicherkrankheit Morbus Wilson leiden, ist die Anwendung mit dem Kupferball allerdings ausgeschlossen. Zudem ist das Verhütungsmittel nicht geeignet für Frauen, die generell an intensiven Menstruationsblutungen leiden, denn durch den Kupferball werden Blutung und Schmerzen noch verstärkt.

Was kostet die hormonfreie Verhütung?

Mit welchen Kosten Du rechnen musst, hängt von verschiedenen Faktoren wie Voruntersuchungen und Nachbehandlungen ab. Laut dem Hersteller „Gynial“ liegt die Tarifempfehlung für Gynäkologen seitens der Ärztekammer in Österreich bei 520 Euro.
Grundsätzlich übernimmt die Krankenkasse keine Kosten für Verhütung. Allerdings werden in Sonderfällen, in denen eine medizinische Rechtfertigung vorliegt, die Kosten übernommen.

Welche Nebenwirkungen sind durch den Kupferball möglich?

In den ersten Tagen nach dem Einlegen des Kupferballs kann es zu leichten Blutungen kommen. Zudem können Krämpfe und Schmerzen auftreten. Es kann auch zu sogenannten Schmierblutungen kommen. Nach einigen Tagen sollten die Nebenwirkungen aber nachlassen und auch die Menstruationsblutung sollte sich normalisieren.

Und hier nochmal alles Wissenswerte auf einen Blick:

  • Hormonfreie Verhütung
  • Fünf Jahre wirksam
  • Verhütungsschutz direkt nach dem Einsetzen gegeben
  • Sicherheit mit der Pille vergleichbar
  • gut verträglich
  • kein Einfluss auf den Eisprung, Monatsblutung bleibt bestehen
  • Fruchtbarkeit sofort nach Entfernung wiederhergestellt

Bildquelle: iStock/KatarzynaBialasiewicz

Kommentare


Verhütung: Mehr Artikel