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Christina Cascino am 25.04.2016

Die Pille zählt neben dem Kondom in Deutschland zu den am weitesten verbreiteten Verhütungsmitteln. Doch sicher ist sie trotzdem nicht, denn durch die hormonellen Präparate kann es nicht nur zu Stimmungsschwankungen kommen, sondern auch zu lebensgefährlichen Komplikationen, etwa durch eine Thrombose oder eine Lungenembolie. Eine gute, jedoch nur kaum bekannte, alternative Verhütungsmethode ist die sogenannte Gynefix Kupferkette. Alles, was Du über diese hormonfreie Verhütungsmethode wissen musst, erfährst Du hier.

Immer mehr Frauen interessieren sich für eine alternative Verhütungsmethode als die Antibabypille. Doch was ist eine gute Pillen-Alternative? Vaginalring und Minipille sind ebenfalls nicht hormonfrei. Die Kupferspirale wirkt zwar ohne Hormone, ist aber häufig für junge, kinderlose Frauen nicht geeignet, da ihre Gebärmutter zu klein ist.

Wie funktioniert die Gynefix Kupferkette?

Eine bisher kaum bekannte Verhütungsmethode ist die sogenannte Gynefix Kupferkette: ein zwei bis drei Zentimeter langer Nylonfaden, auf dem vier oder sechs kleine Kupferzylinder sitzen. Bereits seit mehr als 20 Jahren ist die Kupferkette in Europa zugelassen, in Deutschland allerdings erst seit 2012 in Verwendung, denn das Verankern in der Gebärmutterwand gehört nicht zur gynäkologischen Grundausbildung. Wie funktioniert die Verhütung mit der Kupferkette, welche Vor- und Nachteile hat die Gynefix und wie sicher ist die Methode? Wir haben hier alle Infos zur Gynefix für Dich.

Was ist die Gynefix?

Verhüten ohne Hormone! Die Gynefix Kupferkette ist wie die Spirale ein Intrauterinpessar, das vollkommen ohne Hormone wirkt. Die Gynefix zählt zu den Langzeitverhütungsmitteln und schützt in der Gebärmutter bis zu fünf Jahre vor einer Schwangerschaft. Sie besteht aus einem dünnen Nylonfaden, auf dem – je nach Größe der Gebärmutter – vier oder sechs Kupferringe aufgezogen sind. Im Unterschied zur Spirale, die die Form eines nicht biegbaren T hat, ist die Kupferkette flexibel und rahmenlos.

Wie wirkt die Gynefix?

Anders als die Antibabypille oder der Verhütungsring wirkt die Gynefix vollkommen hormonfrei und wie die Kupferspirale mittels der Abgabe von Kupfer-Ionen. Diese verhindern zum einen, dass die Spermien die Eizellen befruchten können und zum anderen die Einnistung, falls doch eine Befruchtung stattgefunden hat.

Wie wird die Gynefix eingesetzt?

Meistens wird die Gynefix während der Periode eingesetzt, da zu diesem Zeitpunkt der Gebärmutterhals geweitet ist. Der Gynäkologe führt zunächst ein Spekulum in die Scheide ein und misst anschließend die Länge der Gebärmutter mit einem Taststab. Danach wird die Kupferkette mit einer speziellen Einführhilfe eingelegt, bei der eine stabförmige, feine Einführhülse durch den Muttermund bis zur Gebärmutterhinterwand geschoben wird. In dieser Hülse ist ein spezieller Applikator mit einer Nadel vorhanden, auf der die Kupferkette mit einem kleinen Knoten am oberen Ende sitzt. Der Applikator verankert den Knoten in der Muskulatur der Gebärmutter und die Nadel wird anschließend zurückgezogen. Der Knoten verhindert ein Verrutschen der Gynefix.

Wie sicher ist die Gynefix?

Der sogenannte Peral-Index, der angibt, wie viele von 100 Frauen in einem Jahr trotz Verhütung schwanger werden, beläuft sich bei der Gynefix bei 0,1 bis 0,5. Damit ist die Kupferkette eine sehr sichere Verhütungsmethode.

Wie teuer ist Gynefix?

Je nach Untersuchung, Betäubung, Nachsorgeterminen und Behandlungskosten kostet die Gynefix zwischen 200 und 400 Euro. Für Frauen unter 20 Jahren übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Verhütungsmethode.

Vorteile im Überblick

  • keine tägliche Einnahme, sondern einmaliges Einsetzen
  • greift nicht in den natürlichen Zyklus der Frau ein, da hormonfreie Wirkung
  • Schutz auch in Kombination mit Medikamenten (z.B. Antibiotikum) vorhanden
  • sicher vor Verrutschen, einer Abstoßung oder Reibungen
  • kann bis zu fünf Tage nach dem Geschlechtsverkehr als Notfallverhütung eingesetzt werden
  • Verhütungsschutz bis zu fünf Jahre

Nachteile im Überblick

  • mögliche Schmerzen nach dem Einsetzen
  • Monatsblutung kann in den Tagen nach dem Einsetzen verstärkt ausfallen, Schmierblutungen
  • bis zu einer Woche nach dem Einsetzen dürfen keine Tampons verwendet werden
  • Risiko einer Bauchhöhlen- oder Eileiterschwangerschaft ist minimal erhöht
  • Gebärmutter muss eine normale Form haben, damit die Kupferkette zuverlässig wirken kann. Bei einigen wenigen Frauen ist sie herzförmig, hat also zwei Höhlen. Auch Muskelknoten, Myome oder Vernarbungen können ihre Wirkung beeinträchtigen.
  • Gebärmutterwand muss mindestens einen Zentimeter dick sein, um die Kette gefahrlos verankern zu können
  • In den ersten Wochen nach dem Einsetzen noch kein vollkommener Schutz

Die Gynefix Kupferkette ist eine gute Alternative zur Antibabypille. Ob das Verhüten mit der Gynefix für Dich geeignet ist, solltest Du mit Deinem Frauenarzt abklären. Der testet auch direkt, ob Du eine Allergie gegen Kupfer hast oder Dein Uterus zu klein ist, um die Gynefix einzusetzen.

Bildquelle: iStock/megaflopp


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