Verhütungs-Apps Test
Jessica Tomalaam 22.11.2017

Es ist gar nicht so einfach, bei all den unterschiedlichen Verhütungsmethoden die perfekte Lösung für sich selbst zu finden. Vor allem, weil wir bei vielen Methoden auch gesundheitliche Risiken in Kauf nehmen müssen. Kein Wunder also, dass viele Frauen auf vermeintlich hilfreiche Verhütungs-Apps zurückgreifen. Laut einer neuen Untersuchung von Stiftung Warentest, müssen wir allerdings auch hier aufpassen, denn nur drei von 23 getesteten Apps bekamen die Note „gut“.

18 Apps schnitten mit „mangelhaft“ ab, eine App mit „ausreichend“. Getestet wurden meist kostenlose Zyklus-Apps wie Flo, Clue, MyNFP oder Lady Cycle. Nur drei Apps konnten die Tester von Stiftung Warentest, darunter zwei Experten für Reproduktionsmedizin, überzeugen. Grund für das schlechte Abschneiden ist vor allem, dass die Apps nur Durchschnittswerte liefern. Denn wie wir wissen, kann nicht nur der Zyklus jeder Frau, sondern auch unser eigener sehr unterschiedlich ausfallen, wenn wir zum Beispiel mal Stress haben. Auf diese Durchschnittswerte können wir uns laut der Tester aber nicht verlassen. „Wer sich darauf verlässt, könnte eine lebens­ver­ändernde Über­raschung erleben“, heißt es auf test.de.

Vorsicht: Auch dieser Gynäkologe sieht den Einsatz von Zyklus-Apps zur Verhütung kritisch.

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Sieger sind Apps mit der NFP-Methode

Die Apps, die mit der Note „gut” bewertet wurden, berechnen die fruchtbare Zeit im Monat mithilfe der sympto-thermalen Methode der Arbeits­gruppe NFP und sind deshalb wohl etwas verlässlicher, aber auch aufwendiger. Zu der natürlichen Familienplanung gehören alle Methoden, mit denen du ohne chemische oder hormonelle Hilfsmittel versuchst, deinen Zyklus zu ermitteln, um schwanger zu werden. Bei diesen Apps musst du morgens deine Körpertemperatur messen. Diese steigt vor dem Eisprung wohl leicht an. Jetzt wird es etwas eklig: Dazu musst du dir noch deinen Zervixschleim anschauen, der im Gebärmutterhals gebildet wird. Auch dieser verändert sich nämlich während deines Zyklus. Übrigens solltest du nicht nur bei der Verwendung von Zyklus-Apps, sondern auch der Einnahme der Pille vorsichtig sein, wie dir unsere Bildergalerie zeigt:

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Für die Note „sehr gut“ fehlen bisher Studien

Wie du vielleicht schon merkst, ist es notwendig, seinen Körper ziemlich gut zu kennen, um die Apps nutzen zu können. Die am besten bewerteten Apps, darunter Lady Cycle und MyNFP, ermitteln mittels dieser Werte dann deine Zykluslänge, die dir hilft, deine fruchtbaren Tage besser festzustellen. Die Note „sehr gut“ vergaben die Tester übrigens nicht, da es derzeit noch keine aussagekräftigen Studien zu den Apps gibt. Wichtig ist auch, dass die Apps im Unterpunkt „Einhalten der Privatsphäre“ eine gute Bewertung bekamen, da viele andere Apps wohl private Daten abgefragt hatten, die für die Nutzung der App eigentlich nicht nötig sind. Vielleicht greifen wir da doch lieber auf diesen Oldschool-Zykluskalender* zurück.

Was hältst du von der Benutzung von Zyklus-Apps zur Bestimmung deiner fruchtbaren Tage? Empfindest du sie als hilfreich oder lässt dir das zu viel Interpretationsspielraum? Wir freuen uns auf deine Meinung in den Kommentaren!

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Bildquelle:

iStock/emapoket


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