Pearl-Index

Wer sich einmal den Beipackzettel der Pillenpackung oder des Kondoms aufmerksam durchgelesen hat, ist wahrscheinlich sehr schnell über den Begriff „Pearl-Index“ gestolpert. Doch auch im Gespräch mit dem Gynäkologen kann der Pearl-Index zum Thema werden, denn der Pearl-Index gibt an, wie sicher ein Verhütungsmittel ist. Aber woran wird diese Sicherheit eigentlich festgemacht? Und wenn wir schon beim Thema Sicherheit sind – wie sicher ist der Pearl-Index eigentlich selbst?

Verhütungsmittel

Welches Verhütungsmittel hat den besten Pearl-Index?

Vielleicht bist Du gerade auf der Suche nach einem geeigneten Verhütungsmittel und möchtest wissen, welches am sichersten ist. Oder Du hast beim genauen Durchlesen des Beipackzettels Deiner Pille den Begriff „Pearl-Index“ entdeckt und möchtest nun mehr darüber wissen. Dass der Pearl-Index etwas mit der Sicherheit von Verhütung zu tun hat, wissen die meisten – aber was genau gibt er eigentlich an und wie verlässlich ist er selbst?

Pearl-Index: Worum handelt es sich dabei?

Der Pearl-Index wurde nach dem amerikanischen Biologen Raymond Pearl benannt, der von 1879 bis 1940 gelebt und den Index entwickelt hat. Somit ist er schon relativ alt. Der Pearl-Index gibt an, wie viele Frauen im Laufe eines Jahres unter Verwendung eines bestimmten Verhütungsmittels schwanger werden. Werden von 100 sexuell aktiven Frauen, die das gleiche Verhütungsmittel verwenden, also in einem Jahr 15 Frauen schwanger, liegt der Pearl-Index dieses Verhütungsmittels bei 15. Weil er gewissermaßen die Wahrscheinlichkeit des Versagens eines Verhütungsmittels angibt, wird der Pearl-Index häufig auch Versagerquote genannt. Doch der Pearl-Index ist nicht allein auf die Schwangerschaftsverhütung beschränkt: Wenn die betrachtete Frauengruppe gar nicht verhütet, kann man ihn auch als Fruchtbarkeitsindex verstehen. In diesem Fall gibt der Pearl-Index an, wie hoch die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft innerhalb einer festgelegten Frauengruppe ist. Der Wert für Frauen ohne Empfängnisverhütung verändert sich beispielsweise mit dem Alter: Für Frauen um die 20 liegt er bei 80, für 35-jährige bei 50 und bei 40-jährigen Frauen wird der Pearl-Index mit 30 angegeben. Zwischen dem 45. und dem 50. Lebensjahr sinkt er mit der Menopause auf Null.

Pearl-Index: Welche Verhütungsmethoden haben einen guten Wert?

Geht man davon aus, dass eine Empfängnisverhütung gewünscht ist und eine ungewollte Schwangerschaft verhindert werden soll, ist der Pearl-Index umso besser, je niedriger er ist. Sehr sichere Verhütungsmethoden sind hierbei solche, die die Frau für den Zeitraum der (korrekt ausgeführten!) Anwendung nahezu unfruchtbar machen. Dies sind vor allem hormonelle Verhütungsmittel wie etwa die Pille (Pearl-Index 0,1 bis 3), das Hormonpflaster (Pearl-Index 0,72 bis 0,9) oder der Vaginalring (Pearl-Index 0,25 bis 1,18) und mechanische Verhütungsmittel wie die Kupferspirale (Pearl-Index 0,9 bis 3) oder die Kupferkette (Pearl-Index 0,1 bis 0,5). Der Pearl-Index liegt bei all diesen Verhütungsmethoden in einem ähnlichen Bereich, der bis maximal 3 reicht. Schlechter sieht es hingegen bei den so genannten Barrieremethoden wie etwa dem Kondom (Pearl-Index 2 bis 12) oder dem Femidom (das „Kondom für die Frau“ hat einen Pearl-Index von gerade mal 5 bis 25) aus: Sie sollen die Schwangerschaft dadurch verhindern, dass das Sperma daran gehindert wird, sich auf seinen Weg in Richtung Gebärmutter zu machen. Leider reicht aber schon ein Spermium aus, um eine Schwangerschaft auszulösen – und Spermien sind bekanntlich klein und schnell. Die Barrieremethoden scheitern zudem oft an der sachgemäßen Anwendung – die kann man aber lernen. So sollten bereits Schulkinder in der Pubertät erfahren, wie sich ein Kondom überziehen lässt. Kondome sollten schließlich zumindest immer dann zur Anwendung kommen, wenn Du Sex außerhalb einer festen Partnerschaft hast, denn neben der Empfängnisverhütung schützt Dich ein Kondom auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Dazu ist keine andere Verhütungsmethode in der Lage! Die so genannte natürliche Verhütung schneidet beim Pearl-Index dagegen sehr schlecht ab: Der Coitus Interruptus – der streng genommen eigentlich keine Verhütungsmethode ist – hat gerade mal einen Pearl-Index von 4 bis 18, die Kalendermethode nach Knaus-Ogino kommt sogar nur auf 9 bis 40. Wer nicht schwanger werden will, ist mit diesen Methoden also denkbar schlecht beraten. Die sichersten Verhütungsmethoden sind die Sterilisation des Mannes oder der Frau. Waren diese erfolgreich, ist eine Schwangerschaft im Prinzip ausgeschlossen. Zwar gibt es auch für diese Eingriffe Versagerquoten (1/400 beim Mann, 1/1000 bis 1/10000 bei der Frau), doch in diesen Fällen liegt dann auch keine Sterilisation im eigentlichen Sinne vor. Die Sterilisation ist allerdings eine endgültige Entscheidung – im Gegensatz zu den anderen Verhütungsmethoden ist die selbst gewählte Unfruchtbarkeit nicht mehr umkehrbar.

Pearl-Index: Wie zuverlässig ist er?

Beim Pearl-Index gibt es für jedes Verhütungsmittel mindestens zwei Werte. Es gibt zum einen die theoretische Methodensicherheit: Dabei wird angegeben, wie sicher die Verhütungsmethode im „perfekten Fall“ (perfect use) ist – wenn also bei der Anwendung nichts schief geht, keine Wechselwirkungen mit Medikamenten oder ähnlichem vorliegen, usw. Auf der anderen Seite gibt es aber auch die praxisnahe – und deshalb für Dich interessantere – Anwendungssicherheit (imperfect use). Man könnte sogar sagen, dass man es erst hier mit dem eigentlichen Pearl-Index zu tun hat. In der Praxis ist es manchmal nicht so einfach ist, zwischen korrekter und inkorrekter Anwendung zu unterscheiden – deshalb kann der Pearl-Index einer Verhütungsmethode je nach Studie auch stark schwanken. Außerdem gibt es bei der Ermittlung des Pearl-Index keine genauen Vorschriften bezüglich eigentlich wichtiger Faktoren wie zum Beispiel der Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs oder einer Mindestanzahl an Studienteilnehmerinnen. Dies betrifft vor allem neuere Verhütungsmittel, bei denen die statistischen Erhebungen noch eine recht kleine Datenmenge betrachten. Bei altbewährten Verhütungsmitteln wie der Pille oder dem Kondom sind die Daten aufgrund der vielen verschiedenen Studien hingegen mittlerweile sehr zuverlässig.

Der Pearl-Index hat durchaus seine Tücken – man muss ihn erst einmal zu lesen wissen. Berücksichtigt man aber einige Faktoren wie den Unterschied zwischen Methoden- und Anwendungssicherheit, bietet der Pearl-Index besonders für etablierte Verhütungsmethoden durchaus eine brauchbare und zuverlässige Orientierung.


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Was denkst du?

  • JungleJulia85 am 01.10.2013 um 12:17 Uhr

    Das der Pearl-Index der Pille so gut ist, beruhigt mich!

    Antworten
  • brummbaeri am 25.09.2013 um 10:15 Uhr

    Habe mich immer schon gefragt, was ein Pearl-Index ist.

    Antworten
  • PrinzessinSofia am 30.07.2013 um 12:59 Uhr

    Wirklich beruhigend, dass die Pille einen so guten Pearl-Index hat.

    Antworten
  • Fiodora am 24.06.2013 um 11:01 Uhr

    Der Pearl Index von der Pille ist ja recht hoch, das beruhigt mich 🙂

    Antworten
  • Nerce am 16.05.2013 um 14:26 Uhr

    Ich finde den Pearl Index extrem hilfreich, um sicher zu gehen, wie sicher man ist.

    Antworten
  • Kiky27 am 16.04.2013 um 12:25 Uhr

    Ich bin über den Begriff Pearl-Index auch schon ein paar Mal gestolpert und wusste nur, dass er was mit der Sicherheit der Verhütung zu tun hat. Jetzt weiß ich endlich auch, wie der Pearl-Index berechnet wird... 🙂

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  • sunnyangel91 am 10.04.2013 um 07:59 Uhr

    ja find ich auch

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  • Florelli am 03.04.2013 um 11:00 Uhr

    Wir haben den Pearl Index mal in der Schule durchgenommen. Auf jeden Fall sollte man wissen, was der Pearl Index ist!

    Antworten
  • JV0801 am 15.03.2013 um 17:02 Uhr

    ich nehme die pille un dzur sicherheit kondom immer auch nochmal zusätzlich

    Antworten
  • Sweet_Pea22 am 20.12.2012 um 16:22 Uhr

    Ich konnte bis eben mit dem Begriff Pearl-Index gar nix anfangen. Aber gut zu wissen! Verhüte sowieso mit der Pille.

    Antworten
  • ivy_1991 am 20.12.2012 um 06:28 Uhr

    Ich verhüte seit fast 3 Jahren nur mit Kondom und bin noch ohne Kind oder Abtreibung. Es kommt halt immer auf die richtige Anwendung drauf an.

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