Women seated at table baby in crib from 1883 journal
Katharina Meyeram 07.11.2016

Auch wenn keine Verhütungsmethode völlig ohne Nachteile auskommt, können wir uns heutzutage doch glücklich schätzen, dass uns so viele Möglichkeiten offen stehen. Von der Antibabypille über Kondome bis hin zur Spirale und Implantaten können Paare heutzutage die Methode wählen, die am besten zu ihnen passt. Doch wie sah das eigentlich früher aus?

Inzwischen gibt es gleich eine ganze Reihe an verschiedenen Methoden der Empfängnisverhütung. Doch das war natürlich nicht immer so. Selbst die Antibabypille, das derzeit beliebteste Verhütungsmittel, kam erst 1960 auf den Markt. Bis 1965 war es Ehepaaren in den USA sogar gesetzlich verboten, beim Sex zu verhüten. Singles machten sich bis 1972 strafbar, wenn sie eine Schwangerschaft verhindern wollten. Das heißt jedoch nicht, dass es nicht schon weit früher einige Methoden der Empfängnisverhütung gab, die zugegebenermaßen ganz schön verrückt waren.

Ein Nutzer der Internet-Frageplattform Quora stellte kürzlich die Frage, wie Frauen im viktorianischen Zeitalter – also im 19 Jahrhundert – eigentlich verhütet haben. Antwort bekam er unter anderem von Therese Oneill, Autorin des Buches „Unmentionable: The Victorian Lady’s Guide to Sex, Marriage, and Manners“.

Die verrücktesten historischen Verhütungsmethoden

Therese Oneill zufolge haben Frauen verhütet, seit sie sich zusammengereimt haben, dass Sperma in der Vagina für Babys sorgt. Dazu gab es „drei verschiedene Hauptansätze: das Sperma zu blocken, das Sperma abzutöten oder das Sperma rauszuspülen“.

Ein beliebter Weg, um Sperma davon abzuhalten, in die Gebärmutter zu gelangen, war es, einen Schwamm einzusetzen. Die Schwämme der Firma Sears and Roebuck beispielsweise wurden immer wieder zur Empfängnisverhütung genutzt. Sie waren „für Frauen geformt“ und mit einem Rückholbändchen ausgestattet. Eine weitere Möglichkeit war das Einsetzen von Pessaren, zapfenförmigen, bei einem Gebärmuttervorfall eingesetzten Stützsteinen. Eine weitere Quora-Antwort berichtet von halben Zitronen, die Frauen in ihre Vagina eingesetzt haben, um Samenflüssigkeit zu blocken.

Umstrittene Chemiedusche

Um das Sperma abzutöten oder aus der Scheide herauszuspülen, griffen viktorianische Frauen oft zu Zäpfchen oder Vaginalduschen, die als Hygieneprodukte beworben wurden. Eine solche Dusche war von der Firma Lysol, die noch heute für ihr Desinfektionsmittel bekannt ist. Auch eine DIY-Spülung aus Essig, Ammoniak und Paprikapulver wurde als Verhütungsmittel verwendet.

Wie man sich vielleicht denken kann, waren diese Verhütungsmethoden weder besonders effektiv noch besonders sicher. Die Quellen mit den genauen Zahlen gehen auseinander, aber bis 1911 sollen rund 200 Fälle von Lysol-Vergiftungen gemeldet worden sein, von denen mindestens fünf zum Tod führten. Außerdem wurden in einer Studie von 1933 die Hälfte der 507 Frauen, die mit einer Vaginaldusche verhüteten schwanger.

Die heutigen Verhütungsmethoden sind nicht perfekt. Wenn man sich jedoch anguckt, wie die Situation für Frauen des 19. Jahrhunderts aussah, können wir uns mit Pille, Kondom, Spirale und Co. doch wirklich glücklich schätzen! Was früher sonst noch so hinter verschlossenen Schlafzimmertüren passierte? Darauf geben die skurrilsten Sextipps im 19. Jahrhundert Aufschluss.

Bildquelle: iStock/John Butterfield


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