Gut durchdacht

Sterilisation der Frau

Die Sterilisation der Frau ist eine der sichersten Verhütungsvarianten überhaupt. Allerdings handelt es sich bei ihr um einen operativen Eingriff, der gut überlegt sein will. Für wen eignet sich eine Sterilisation der Frau als Verhütungsmethode? Was muss man darüber wissen? Und was sollte man bei einer solchen Entscheidung unbedingt beachten?

Ärztin

Die Sterilisation der Frau ist ein chirurgischer Eingriff

Für die allermeisten sexuell aktiven Frauen stellt sich die Frage der Verhütung bei jedem Geschlechtsverkehr. Die Sicherheit der Empfängnisverhütung ist für zahlreiche Frauen verständlicherweise der entscheidende Faktor bei der Wahl des Verhütungsmittels. Die Sterilisation der Frau ist eine der sichersten, wenn nicht sogar die sicherste Verhütungsmethode überhaupt, was sich auch am Pearl-Index (0,1 bis 0,3) leicht feststellen lässt. Tatsächlich ist die Sterilisation der Frau weiter verbreitet, als man vielleicht annehmen mag: Allein in Deutschland sind 1,45 Millionen Frauen sterilisiert – dies entspricht etwa acht Prozent der Frauen im zeugungsfähigen Alter! Wer den Eingriff einmal hat durchführen lassen, muss sich mit dem Thema Schwangerschaftsverhütung nie wieder beschäftigen – allerdings ist damit auch die Möglichkeit einer Schwangerschaft weitestgehend passé. Die Sterilisation der Frau ist – wie die Vasektomie beim Mann – eine endgültige Form der Empfängnisverhütung, die im Fachjargon auch „definitive Kontrazeption“ genannt wird. Die daraus resultierende Unfruchtbarkeit der Frau ist bei dieser Verhütungsmethode also nicht nur vorübergehend und damit umkehrbar, wie es bei den meisten anderen Verhütungsmitteln der Fall ist, sondern endgültig. Wie auch beim Mann gibt es bei der Sterilisation der Frau zwar die Möglichkeit einer Refertilisierung, doch diese ist sehr aufwändig und bietet keinerlei Erfolgsgarantie. Falls Du eine Sterilisation als Verhütungsmethode in Betracht ziehst, solltest Du Dich also besonders gründlich informieren und einige Fragen sorgfältig beantworten.

Wie funktioniert die Sterilisation der Frau?

Die Sterilisation der Frau ist auf zwei verschiedene Weisen durchführbar: durch eine Elektrokoagulation oder eine Clipsterilisation. Beim Koagulationsverfahren, das in Deutschland am häufigsten angewandt wird, werden die Eileiter durchtrennt und durch Hitze verschweißt. Bei der Clipsterilisation werden die Eileiter hingegen mit einem Clip abgeklemmt. Bei beiden Verfahren handelt es sich um einen operativen Eingriff, der unter Vollnarkose und meistens ambulant vorgenommen wird – die Patientin kann also meist noch am selben Tag wieder nach Hause zurückkehren. Es wird empfohlen, den Eingriff in der ersten Zyklushälfte durchzuführen, um eine frühe Schwangerschaft ausschließen zu können.
Die Empfängnisverhütung kommt nach der Sterilisation der Frau dadurch zustande, dass der Weg der Eizelle durch den Eileiter zur Gebärmutter blockiert ist. Weder das Ei der Frau noch die Samenzellen des Mannes können so ihr Ziel erreichen. Der Eisprung der Frau findet jedoch weiterhin statt. Das Ei gelangt dann in die Bauchhöhle, wo es ohne Probleme abgebaut wird.

Was kostet eine Sterilisation der Frau?

Die Kosten für eine Sterilisation der Frau liegen etwa zwischen 1.000 und 1.500 Euro. Seit 2004 werden diese Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen allerdings nur noch dann übernommen, wenn für den Eingriff eine medizinische Indikation vorliegt. Gibt es also außer der erwünschten Schwangerschaftsverhütung keinen Grund für eine Sterilisation der Frau, muss sie die Kosten selber tragen.

Für wen kommt eine Sterilisation der Frau in Frage?

Die Sterilisation der Frau ist ein Eingriff, der besonders gut überlegt sein will. So sind bis zu 25 Prozent der Frauen, die sich für eine Sterilisation entscheiden, hinterher unzufrieden mit ihrer Entscheidung! Die größte retrospektive Zufriedenheit mit dem Eingriff liegt dagegen bei Frauen vor, die sich für eine Sterilisation entscheiden, weil ihre Familienplanung bereits abgeschlossen ist und sie das Gefühl haben, bereits die ideale Anzahl an Kindern zu haben – ob es sich dabei nun um keines oder um zehn handelt.
Es gibt allerdings auch Frauen, für die keine andere Verhütungsmethode in Betracht kommt, und die sich deshalb für eine Sterilisation entscheiden. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn eine Schwangerschaft die Gesundheit oder sogar das Leben der Frau gefährden würde. In dieser Situation ist die Sterilisation der Frau medizinisch notwendig.

Wann sollte man von einer Sterilisation der Frau absehen?

Wenn die Sterilisation der Frau für Dich als Verhütungsmethode infrage kommt, solltest Du Dir sehr gut überlegen, aus welchen Gründen Du sie vornehmen lassen möchtest. Spielen beispielsweise eine Krise in der Partnerschaft oder eine noch nicht lange zurückliegende Geburt eine Rolle, solltest Du Deine Entscheidung besser noch etwas aufschieben. Für eine Sterilisation der Frau sollte man sich grundsätzlich nicht aus Gründen entscheiden, die von einer momentanen Lebenssituation abhängen und sich in ein paar Jahren ganz anders gestalten können. Stattdessen solltest Du Dir wirklich sicher sein, dass Du keine (weiteren) Kinder möchtest! Eine Refertilisierung ist zwar nicht unmöglich, aber mit einem großen Aufwand verbunden: Solche Eingriffe erfordern sehr viel operative Erfahrung und werden daher nur in speziellen Zentren durchgeführt. Die Operation kann bis zu drei Stunden dauern und ist auch nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich: Beispielsweise müssen die Eileiter noch lang genug sein. Die Erfolgsrate ist zudem sehr unterschiedlich – die Geburtsraten nach einer Refertilisierung schwanken zwischen 30 und 70 Prozent. Die Kosten für den Eingriff betragen zwischen 2.000 und 4.500 Euro und müssen privat übernommen werden.

Die Sterilisation der Frau ist als Verhütungsmethode sehr sicher. Ist sie einmal vollzogen, braucht man sich über das Thema Verhütung praktisch keine Gedanken mehr zu machen. Da diese Methode allerdings eine endgültige ist, sollten sich nur Frauen für sie entscheiden, die sich ganz sicher sind, dass sie keine Kinder mehr bekommen möchten.

Kommentare (5)

  • lara1220 am 13.05.2014 um 13:44 Uhr

    Dass die Sterilisation der Frau die sicherste Verhütungsmethode überhaupt ist, sollte man doch wohl meinen :D :D

  • mondschein91 am 30.04.2014 um 06:01 Uhr

    Wenn man seine Familienplanung abgeschlossen hat, ist es voll gut, wenn die Frau eine Sterilisation durchführen lässt. Ich würde das nur nie zu früh machen, denn man weiß nie, was kommt.

  • brummbaeri am 25.09.2013 um 08:17 Uhr

    Ich finde eine Sterilisation der Frau nicht so gut, bin eher dafür, dass der Mann das machen sollte.

  • JungleJulia85 am 12.09.2013 um 03:27 Uhr

    Meine Schwester hatte jetzt eine Sterilisation. Sie hat drei Söhne und ist jetzt 43. Ich denke da ist das ok.

  • LizaMi am 21.08.2013 um 07:59 Uhr

    Ich bin gegen die Sterilisation der Frau. Woher will man wissen, dass man später nicht doch noch Kinder möchte?


Verhütung: Mehr Artikel