Selbstbefriedigt

Welche Frauen masturbieren

Katharina Lübkeam 27.07.2016 um 11:44 Uhr

Selbstbefriedigung ist der erste Schritt zur Besserung – könnte man ungelogen behaupten. Denn Orgasmen wirken entspannend, schmerzstillend, stresslösend und sind zudem das beste natürliche Schlafmittel überhaupt. Trotzdem ist diese prickelnde Art der „Selbsthilfe“ für viele Frauen immer noch irgendwie schambesetzt. Offen darüber geredet, ob, wie oft oder gar wie frau es sich selbst macht, wird eigentlich nicht. Dabei ist es doch eigentlich ganz spannend, mal herauszufinden, wie verbreitet Masturbation tatsächlich ist und welche Frauen masturbieren. Eine Studie der Universität von Chicago hat nachgeforscht.

Mehr als 3.000 Frauen und Männer im Alter zwischen 18 bis 60 Jahren wurden zu ihrem Masturbation-Alltag befragt. Ergebnis: Frauen machen es sich sehr viel seltener als angenommen. Einschränkend muss hinzu gefügt werden, dass die Befragung persönlich erfolgte – die „Dunkelziffer“ ist also womöglich höher anzusetzen, wenn man davon ausgeht, dass sich Frauen ungern „outen“.

Frauen masturbieren

Offenbar masturbieren weniger Frauen als gedacht.

Frauen masturbieren häufiger, je früher sie anfangen

Darüber hinaus fanden die Wissenschaftler heraus, dass die Häufigkeit der Selbstbefriedigung bei Frauen von vielen Faktoren abhängt: So hat offenbar das Alter einen Einfluss darauf, wie oft wir Frauen es uns selbst machen. Im Alter von 20 bis 39 sind wir laut der Umfrage am aktivsten mit uns selbst beschäftigt. Hingegen geben wir uns zwischen unserem 18. und 20. Lebensjahr sowie auch ab dem 40. Lebensjahr weniger häufig der körperlichen Selbstliebe hin.

Auch der Gesundheitszustand spielt wenig überraschend eine nicht unwichtige Rolle: Geht es uns nicht so gut, masturbieren wir auch seltener. Denken wir aber generell häufiger an Sex und sammeln zudem bereits vor der Pubertät die ersten sexuellen Erfahrungen mit uns selbst, masturbieren wir auch in späteren Jahren häufiger. Ebenso nimmt laut der Studie mit der Anzahl der Sexualpartner auch die Frequenz der Masturbationen zu.

Höher gebildete Frauen masturbieren mehr

Eher überraschend scheint, dass sowohl Männer als auch Frauen eher masturbieren, wenn sie in einer Beziehung sind, in der sie regelmäßig Sex haben. Eine Partnerschaft wiederum, in der kaum oder gar keine körperliche Liebe ausgetauscht wird, lässt auch den Drang zur Selbstbefriedigung erkalten.

Genauso wirkt sich offenbar der Faktor Bildung aus: Je höher gebildet, desto häufiger legt sie Hand an. Schon 1994 hatten Forscher in den USA herausgefunden, dass eine höhere Bildung sehr stark mit einer höheren Orgasmusfrequenz bei der Masturbation verknüpft ist. Außerdem berichten sie von einer höheren Wahrscheinlichkeit der besser gebildeten Frauen, Freude an der Selbstbefriedigung zu empfinden. Auf die partnerschaftlichen Sexualität hat die Bildung demnach aber keinen Einfluss.

Tabuthema weibliche Masturbation

Weitere Studien haben ergeben, dass insgesamt fast jeder Mann und etwa 80 Prozent der Frauen sich regelmäßig selbst sexuelle Lust bereiten. Besonders der weibliche Orgasmus ist dabei ein Mysterium.

Bildquelle: iStock/egorr

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