Treulose Tomate- Fremdgehen erlaubt?

Treue ist so einfach! Wenn
es keine Gelegenheit zur Untreue gibt. Nur blöd, dass genau die immer wieder um
die Ecke schielen. Gemein und hinterhältig versuchen sie dich vom Pfad der
Tugend abzubringen und in die Arme des nächst besten Abenteuers, oder besser
gesagt des Abenteurers, zu treiben. Böse Gelegenheiten. Denn hat man einmal die
süße Luft der großen weiten Möglichkeiten-Welt geschnuppert, ist es schwer,
sich die Flausen wieder aus dem Kopf zu pusten.
Nehmen wir mich zum
Beispiel. Und meine Flausen. Seit Jahren bin ich in einer festen Beziehung. Ja,
ich würde sogar soweit gehen, sie als glücklich zu bezeichnen. Jonas und ich
kennen uns seit dem ersten Semester. Wir haben den gleichen Freundeskreis, die
gleichen Pläne, gehen gern auf Konzerte und lieben gutes Essen. Wenn ich krank
bin, kocht er mir Tee, in den Semesterferien fahren wir an den Gardasee und
Weihnachten wird selbstverständlich halbe halbe bei seiner und meiner Familie
verbracht. Auch im Bett kann ich nicht klagen. Mit seinem muskulösen Sportlerkörper
und den sanften blauen Augen ist er einfach genau mein Typ. Was will ich also
mehr?
Die Frage beantwortete
sich gestern Abend ganz von allein. Mehr ist groß, schlank, dunkelhaarig, Typ
Student Schrägstrich verwegener Künstler und heißt in Wirklichkeit Max. Ein
Blick, ein Lächeln und schon war sie da, die Gelegenheit. Dabei wollte ich doch
eigentlich nur Bea in Berlin besuchen; eine alte Schulfreundin, die ich ewig
nicht gesehen hatte. Obwohl Jonas wie immer auch eingeladen war, bin ich
alleine hin. „Macht euch mal n richtig schönes Mädels-Wochenende“, hat er mir
noch mit auf den Weg gegeben. Das sollte es werden. Aber erstens kommt es eben
anders und zweitens als man denkt.
Da stehen wir also an der
Bar dieses schicken kleinen Clubs in Berlin-Mitte und versuchen uns lässig in
den Großstadt-Flow einzufügen, als Max auf der Bildfläche erscheint. Zwei
Daiquiri später versucht er mich charmant von der Bild- auf die Tanzfläche zu
lenken und ich merke schon während der ersten gemeinsamen Takte, dass hier die
Hormone ihre Finger im Spiel haben. Die Zeit verfliegt, der Club leert sich.
Nachdem der zweite den ersten und der dritte den zweiten Eindruck bestätigt
hat, fragt er, ob es nicht zu schade wäre, den Abend so abrupt zu beenden.
Verdammt. Da ist sie, die Gelegenheit. Ohne groß zu überlegen lasse ich mich
von ihm in die Nacht entführen. Alles scheint so einfach mit ihm. Die
Gesprächsthemen sprudeln nur so aus uns heraus. Wir ziehen von Bar zu Bar,
unsere Blicke treffen sich immer häufiger, bleiben länger aneinander hängen.
Bis, ja bis er mich plötzlich an sich zieht und küsst. Einfach so. Ich wehre
mich nicht, lasse mich von der Magie des Augenblicks, dem aufregenden Kribbeln
einlullen. Die fremden Lippen fühlen sich spannend und befremdlich zugleich an.
„Jonas küsst so viel
besser“, denke ich plötzlich und mit einem Mal wird mir klar, dass es sich
falsch anfühlt was ich da tue. Das kriegt auch Max mit. Ich gestehe ihm den
Grund meines Stimmungwechsels und bedanke mich für den schönen Abend. Max kann
seine Enttäuschung kaum verbergen, ist aber ganz Gentleman und bietet mir an,
mich noch nach Hause zu begleiten. Ich nehme mir lieber ein Taxi, um
sicherzugehen, dass die Gelegenheit nun auch endgültig vorbei ist.
Auf der Fahrt nach Hause
vibriert mein Handy. Es ist Jonas, der mir noch schnell eine Gute-Nacht-SMS
schickt. Mit einer Mischung aus schlechtem Gewissen und Selbstbestätigung lasse
ich den Abend Revue-Passieren. Natürlich war es nicht fair mich auf Max
einzulassen. Das weiß ich und bin auch nicht grad stolz darauf. Und Zuhause, an
vertrauten Plätzen, umgeben von Menschen, die mich von solchen Dummheiten
abhalten könnten, wäre es garantiert gar nicht so weit gekommen. Aber nicht
umsonst weiß schon der Volksmund, dass Gelegenheit Diebe macht. Und manchmal
eben aus braven Freundinnen treulose Tomaten.
Was ich jetzt tun werde,
weiß ich noch nicht genau. Sicher ist aber, dass dieses kleine Abenteuer mein
Ego enorm gestreichelt hat. Ich fühle mich attraktiv wie schon lange nicht
mehr. Und ich fühle mich zu Jonas hingezogen. Wie schon lange nicht mehr.

 


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Was denkst du?

  • stachelbeere13 am 01.03.2013 um 14:25 Uhr

    Damals warst Du aber eine ganz schön treulose Tomate, Louisa! 😀

    Antworten
  • silbertau am 03.07.2009 um 11:25 Uhr

    bin auch der meinung das fredmgehen im kopf anfängt ~wenigstens hat sie gemerkt, dass sie jonas toller findet.

    Antworten
  • Sunchan am 10.06.2008 um 16:59 Uhr

    Ich finde Fremdknutschen ist definitiv zuviel und hoffe, dass diese Geschichte nur fiktiv ist....

    Antworten
  • PrinceZz_leminA am 12.04.2008 um 12:30 Uhr

    sie sit trotzdem zu weit gegangen!!! fremdgehen fängt im kopf an!

    Antworten
  • Marzipanchen am 16.03.2008 um 20:38 Uhr

    Richtig, Fremdgehen fängt schließlich woanders an. Du hast dich einfach nur ein wenig orientiert und gemerkt, dass du deinen Freund über alles liebst, oder?

    Antworten
  • Glamourgirl am 13.03.2008 um 12:02 Uhr

    Naja, Du hast ja nur ein wenig Fremdgeknutscht. Appetit holen ist ja erlaubt, und gegessen hast Du ja schließlich zu Hause!

    Antworten