VERLETZUNGEN AN KÖRPER UND SEELE
Majed (13) überlebte die Explosion eines Blindgängers in Aleppo.
https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/blog/2017/verletzungen-an-koerper-und-seele/136728

Bio von Basma Bourafli: https://blogs.unicef.org/blog/author/bourafli/

Aufwachsen im Kriegsgebiet – das ist für die Kinder Syriens seit über sechs Jahren traurige Realität. Rund fünf Millionen Menschen mussten ihre Heimat verlassen. Diejenigen, die geblieben sind, leben in ständiger Gefahr. Zwar ist im einst hart umkämpften Aleppo inzwischen relative Ruhe eingekehrt – im September wurden „nur noch“ 66 Granateneinschläge im von der Regierung kontrollierten Teil der Stadt gezählt –, aber die Menschen hier haben unendliches Leid erlebt und viele haben kein Zuhause mehr, in das sie zurückkehren könnten.

Doch es gab und gibt auch Hoffnung: UNICEF-Helfer haben in den vergangenen Jahren täglich ihr Leben aufs Spiel gesetzt, um den Menschen in Syrien zu helfen – und tun dies bis heute. Und obwohl sie statistisch gesehen einem noch größeren Risiko ausgesetzt sind, ist ein großer Teil dieser Helfer Frauen. Wir stellen vier Heldinnen vor, die mit ihrer Expertise und ihrem Mut unermüdlich für eine Verbesserung der Lebensumstände in Syrien kämpfen.

Basma Ourafli: Kommunikationsmitarbeiterin von UNICEF

Basma Ourafli ist in Aleppo aufgewachsen. Sie lebte bis vor kurzem in dem Viertel, in dem sie groß geworden ist – nur 500 Meter von der einstigen Frontlinie entfernt. Trotz dieser unmittelbaren Nähe zum Kriegsgebiet ist der ehemaligen Englischlehrerin das Schlimmste zum Glück bislang erspart geblieben.

Basma liebt es, mit Kindern zu arbeiten.

Seit zwei Jahren arbeitet sie für UNICEF und sieht ihre Arbeit als Chance, mit Kindern zu sprechen und ihnen Hoffnung zu spenden: „Viele der Kinder, die ich getroffen habe, waren dankbar dafür, dass sie mir ihre Erlebnisse erzählen konnten und beschrieben mir, wie sie mit der Realität dieses barbarischen Krieges fertig werden. Denn auch wenn die Bombardierungen in Aleppo vorbei sind, haben viele Menschen gar nichts mehr. Wir müssen ihnen dringend helfen – deshalb mache ich weiter.“

Ihre größte Hoffnung ist, dass Syrien wieder so wird, wie es einmal war und die geflüchteten Menschen wieder in ihre Heimat zurückkehren können.

Hanaa Singer: ehemalige Leiterin von UNICEF in Syrien

Als Leiterin von UNICEF Syrien lastete viel Verantwortung auf den Schultern von Hanaa Singer, doch Aufgeben war für sie keine Option. Von ihrem Büro in Damaskus koordinierte die Ägypterin alle Hilfeleistungen von UNICEF im Bürgerkriegsland. Auch reiste Hanna Singer immer wieder nach Aleppo, wo die größte Zahl von betroffenen Zivilisten beheimatet war.

UNICEF-Leiterin Hanaa Singer bei einer Trinkwasserlieferung für Kinder und ihre Familien in Syrien.

Dass viele der Kinder, die hier leben, nur Krieg kennen, war für Singer besonders schwer zu ertragen: „Die Kinder haben jedes Mal über mich gelacht, wenn ich vor dem schrecklichen Lärm des Krieges zusammengezuckt bin – kein echtes Lachen, sondern eine Reaktion auf den vollständigen Verlust von Normalität.“

Hanaa Singer arbeitete unermüdlich daran, diesen Zustand zu verändern. Gemeinsam mit anderen UNICEF-Mitarbeitern und Partnern, kümmerte sie sich unter anderem um die Wasserversorgung. Im August waren in Aleppo zwei Millionen Menschen ohne Zugang zu fließendem Wasser. Hunderttausende wurden von UNICEF mit Tanklieferungen versorgt.

Dr. Esraa Al-Khalaf: Ärztin und Ernährungsexpertin

Eine andere Heldin des echten Lebens ist Dr. Esraa Al-Khalaf. Sie hat in Aleppo Medizin studiert und entschloss sich auch nach Ausbruch des Krieges dort zu bleiben, um zu helfen. Die Entscheidung hatte ihren Preis: Vor dem Krieg hatte sie ein gemütliches Haus, aber als die Gegend zur Konfliktzone wurde, musste sie fliehen. Sicherheit und Komfort gibt es in Syrien nicht mehr.

Dr. Esraa Al-Khalaf ist Ernährungsexpertin bei UNICEF Syrien und arbeitet in Aleppo.

Dr. Al-Khalaf kümmerte sich darum, Nahrungsmittel und medizinische Versorgung in akuten Krisengebieten zu gewährleisten. Nach der Teilung Aleppos wurde es noch schwieriger, Mangelernährung und Krankheiten zu bekämpfen, doch Dr. Al-Khalaf ließ sich davon nicht aufhalten: „In Aleppo zu arbeiten war für mich ein Akt der Liebe und des Glaubens. Du bist nicht dageblieben, wenn du nicht ernsthaft an die Menschlichkeit glaubst und dich verpflichtet gefühlt hast, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Vielleicht bin ich eine Träumerin, aber ich glaube fest daran, dass wir etwas verändern können.”

Barbara Thimm-Maldener: Erinnerungen eines Flüchtlingskindes

Doch man muss nicht vor Ort in Syrien sein, um Hilfe zu leisten. Auch mit einer Spende oder einem Ehrenamt bei UNICEF in Deutschland, kann man viel für die Menschen in Syrien bewegen. Wie zum Beispiel Barbara Thimm-Maldener, die selbst während des 2. Weltkrieges Flüchtlingskind war und nun anderen Kindern jene Hilfe zurückgibt, die ihr damals zuteil wurde.

Frauen wie Hanaa Singer, Dr. Esraa Al-Khalaf und Basma Ourafli beweisen, dass es auch im wahren Leben Superheldinnen gibt. Trotz herber Rückschläge und der alltäglichen Gefahr, geben sie in der Hölle des Bürgerkriegs unermüdlich ihr Bestes.

Durch Spenden finanziert UNICEF Erste-Hilfe-Sets, Impfschutz, Handpumpen zur Wasserversorgung und vieles mehr. Mit einer Spende für UNICEF kannst so auch du eine Heldin des echten Lebens werden und das Leben von Kindern in Syrien retten.

Bildquellen: ©UNICEF/Syria/2017/Al-Issa, ©UNICEF/DT2017-58624/Ninja Charbonneau, ©UNICEF/UN033883/Al-Issa, ©UNICEF/UN032199/Ourfali


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