Gewohnheiten ändern
Katja Gajekam 24.11.2016

Wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Wir fühlen uns am sichersten, wenn wir bestimmten Ritualen und Routinen folgen können. Gerade im immer ähnlich ablaufenden Alltag verfallen wir schnell in bestimmte Verhaltensmuster: jeden Morgen um dieselbe Zeit aufstehen, die gleiche Bahn nehmen. Durch solche unbewussten Automatismen müssen wir nicht viel nachdenken, weil wir wissen, dass wir uns auf unsere Handlungswege verlassen können. Doch es gibt auch unangenehme Angewohnheiten: An den Nägeln kauen, rauchen oder auch die Gewohnheit, sich schnell persönlich angegriffen zu fühlen. Die gute Nachricht ist, dass Du solche Dinge mit etwas Disziplin (das ist die weniger gute Nachricht) in den Griff bekommen und Gewohnheiten ändern kannst.

Viele haben Angst vor Veränderung. Sie fühlen sich unsicher und wissen nicht, ob sich die neuen Dinge oder Situationen unangenehm anfühlen. Gerade zum Jahreswechsel nehmen wir uns häufig vor, Gewohnheiten und ein bisschen auch unser Leben zu ändern. Gesünder ernähren, mehr Sport machen, sich weniger zu Herzen nehmen, all diese Vorsätze scheitern oftmals an der Macht der Gewohnheit und kommen doch nicht zustande. Dabei ist das alles nur eine Frage der passenden Einstellung und der richtigen Übung.

Gewohnheiten ändern - Motivation

Seine alten Gewohnheiten zu ändern ist gar nicht so schwer.

Wie entstehen Gewohnheiten?

Gewohnheiten entstehen, wenn wir bestimmte Denkweisen und Verhaltensmuster wiederholen. Wir brauchen sie, um mit dem Alltag klarzukommen, Zeit zu sparen und um mit bestimmten Situationen umgehen zu können. Unvorhergesehenes bringt diese Strukturen durcheinander und zwingt uns, einen alternativen Handlungsweg zu vollziehen, was für den ein oder anderen auch mal unangenehm sein kann. Doch bestimmte Angewohnheiten, die uns eigentlich gar nicht gut tun, können wir uns bewusst abgewöhnen. Dazu gehören:

# Denkgewohnheiten

Darunter fallen unsere Ansichten, was gut oder schlecht für uns ist, wie sehr uns die Meinung anderer kümmert oder wie wir uns selbst sehen.

# Gefühlsgewohnheiten

Hier geht es vor allem um Verhaltensmuster in Bezug auf bestimmte Ereignisse oder in der Kommunikation mit anderen. Zum Beispiel, ob man in bestimmten Situationen ängstlich ist, besonders empfindlich oder doch eher aggressiv reagiert.

# Verhaltensweisen

Dazu gehören lästige Angewohnheiten wie Rauchen, mit den Füßen wackeln oder den Fingern knacken, aber auch, wie viel Salz ins Essen oder Zucker in den Kaffee muss. Auch, ob Du eher ordentlich oder unordentlich bist, wird den Verhaltensweisen zugeordnet.

So gehst Du Gewohnheiten auf den Grund

Gewohnheiten bestehen aus verschiedenen Elementen. Am Anfang steht die Lust beziehungsweise die Motivation, etwas zu tun. Danach folgt irgendwann die Routine, in der wir tun, was uns als beste Antwort auf diese Lust erscheint. Anschließend folgt das Element der Belohnung: Wir fühlen uns besser durch unser Handeln, denken wir zumindest. Um die Basis für das Ändern der Gewohnheit zu schaffen, musst Du direkt hier ansetzen. Finde den Vorteil der Angewohnheit heraus und überlege, wie Du Dir diesen Vorteil auch anders verschaffen kannst und was Du bekommst beziehungsweise erreichst, wenn Du die Gewohnheit ablegst. Sie einfach zu streichen wird Dir kaum gelingen, Du brauchst einen Ersatz, um die Lücke zu füllen, sonst besteht die Gefahr eines Rückfalls. Du musst also den Sinn und Zweck hinter der Änderung erkennen, nur so hast Du auch den Anreiz, die Gewohnheit zu ändern. Stell Dir diese Fragen: Warum mache ich das? Um Stress, Langeweile oder Kummer zu bekämpfen? Oder liegt die Motivation tiefer?

Gewohnheiten ändern - Rauchen

Wenn Du den Grund für eine Angewohnheit kennst, kannst Du sie besser ändern.

Wie Du Gewohnheiten ändern kannst

Wenn Du Deine Gewohnheiten ändern willst, solltest Du in kleinen Schritten vorgehen und nicht erwarten, dass Du Dir von heute auf morgen alles abgewöhnen kannst. Gehe dabei am besten so vor:

  1. Finde den Ursprung beziehungsweise den Grund für Deine Angewohnheiten
  2. Suche Dir einen „Ersatz“ für Deine Gewohnheit, der Dir dieselben positiven Gefühle verschafft.
  3. Führe eine Art Ritual für die neue Gewohnheit ein und „übe“ sie regelmäßig.
  4. Mache Dir immer wieder die Motivation für die Veränderung bewusst.
  5. Beseitige Versuchungen: Du willst weniger Süßes essen? Dann kauf auch nichts mehr aus dem Süßwarenregal.
  6. Disziplin: Zwinge Dich, durchzuhalten, auch wenn es mal schwierig wird. Ausnahmen gibt es jetzt nicht mehr!
  7. Teile Deine Ziele und Erfahrungen mit Freunden. So machst Du Dir selbst etwas mehr Druck und findest vielleicht andere Leute, die Dich anspornen oder sogar mitmachen.

Nach einer gewissen Zeit wirst Du in der Lage sein, Deine Gewohnheiten zu ändern und Routine in den neuen entwickeln. Fühlt sich zunächst alles fremd und unnatürlich an, gib nicht sofort auf. Mach Dir einfach bewusst, dass Du Dich im Leben schon oft an neue Dinge gewöhnt hast; sei es ein neuer Job, eine neue Wohnung oder eine neue Beziehung. So fällt Dir die Überwindung vielleicht leichter.

Bildquellen: iStock/Nastia11, iStock/IvelinRadkov, iStock/Wavebreakmedia


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