Gynokadin
Nina Rölleram 01.05.2017 um 08:00 Uhr

Schlaflose Nächte sind für viele von uns ein leidiges Thema.
Vor allem ab der Lebensmitte! Aber wusstest du schon: Schlafstörungen belasten nicht nur das Nervenkostüm, sondern können auch zu einer Gefahr für deine Gesundheit werden. Deshalb solltest du dir zu helfen wissen! Wir verraten dir, welche Angewohnheiten du vermeiden solltest und wie eine Hormonersatztherapie helfen kann.

Der hormonelle Umbruch der Wechseljahre passiert nicht von heute auf morgen, sondern kündigt sich schon früh – ab etwa 40 Jahren – mit langsam sinkenden Hormonspiegeln an. Durch diese schleichende Veränderung wird die Steuerung der Schlafphasen im Gehirn beeinträchtigt und deine Schlafqualität leidet spürbar. Wenn du dich manchmal schon gefragt hast, warum du nachts öfter wach wirst und nur schwer wieder einschlafen kannst, könnte das also der Grund sein.

„Heiße Nächte“ kosten den Schlaf

Ist das Klimakterium dann mit Ende 40, Anfang 50 in vollem Gange, schlafen viele Frauen besonders schlecht. In dieser Phase werden sie oft von Hitzewallungen geweckt. Manche sogar mehrmals pro Nacht! Anders als bei normalem Schwitzen steigt dabei auch die Körperkerntemperatur an. Oft schwitzt man so stark, dass ein kompletter (Bett)Wäschewechsel nötig ist. Nach der Hitzeattacke fällt dann die Körpertemperatur so stark ab, dass der Schweißfilm auf der Haut rapide auskühlt und man heftig zu frösteln beginnt. An seligen Schlummer ist nach so viel „Action“ meist längere Zeit nicht zu denken.

Schlafmangel schadet den Gefäßen

Wer nachts nicht gut schläft, ist anderentags müde, gereizt und schlecht drauf. Doch nicht nur das! Viel schlimmer noch: Schlechter Schlaf in den Wechseljahren wirkt sich negativ auf die Gefäße aus und begünstigt die Entstehung von Herzkreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall. Das zeigte eine aktuelle Studie des US-amerikanischen National Institute of Health und des National Heart, Lung and Blood Institute¹. Gesunder Schlaf ist also kein Luxus! Du solltest deshalb alles für eine möglichst erholsame Nachtruhe tun.

Was du für guten Schlaf tun kannst

Als besonders wirksam gelten feste Schlafenszeiten. Auch Sport fördert den Schlaf – allerdings sollte man ihn nicht direkt vor dem Schlafengehen ausüben. Stattdessen setzt du in den Abendstunden lieber auf Entspannung! Ein ruhiges, dunkles Schlafzimmer unterstützt dich ebenfalls beim Einschlafen. Bei anhaltenden Schlafstörungen solltest du vielleicht über eine Verhaltenstherapie nachdenken. Schlafmittel haben dagegen meist unerwünschte Nebenwirkungen und werden daher von vielen Ärzten nur ungern verordnet.

Hormone setzen an der Ursache an

Auch Hormone können bei Schlafstörungen Abhilfe schaffen. Davon profitieren all jene Frauen, deren Wechseljahresbeschwerden mit einer Hormonersatztherapie behandelt werden. Naturidentisches Östrogen setzt dabei an der Ursache der Schlafprobleme an und lindert Hitzewallungen. Das körperidentische Gestagen Progesteron wirkt am zentralen Nervensystem. Es beruhigt und lässt besser schlafen. Nebenwirkungen wie bei Schlafmitteln – etwa Hangover oder Abhängigkeit – bleiben aus. Bei Fragen zum Thema Schlafstörungen und Wechseljahre ist der Frauenarzt ein geeigneter Ansprechpartner. Viele weitere Informationen gibt es zudem unter www.progesteron.de.

¹ NAMS 2016, Abstract S. 16 / „Schlechter Schlaf ist riskant für die Gefäße“, Ärzte Zeitung vom 10.03.2017

Bildquelle: iStock/GlobalStock


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