Brust abtasten
Susanne Falleram 16.11.2016

Brustkrebs kann jeden treffen. Egal ob erst spät im Leben oder noch in jungen Jahren: Knoten in der Brust können sich immer entwickeln und im schlimmsten Fall bösartig werden. Deshalb ist eine Früherkennung wichtig und das nicht nur alle paar Monate beim Frauenarzt. Die eigene Brust abtasten kann und sollte man auch selber einmal im Monat. Wie Du das genau machst, erklären wir Dir hier Schritt für Schritt.

Regelmäßige Untersuchung sind das A und O, um gesund zu bleiben. Das gilt für jede einzelne Körperpartie und bei Frauen ganz besonders für die Brüste. Bereits ab dem Jugendalter, spätestens aber ab 25 Jahren sollte sich jede von uns mit dem Thema auseinandersetzen, um im Fall der Fälle durch eine Früherkennung Schadensbegrenzung zu betreiben. Ja, Brustkrebs ist kein angenehmes Thema und Verdrängen wie so oft im Leben der bequemste Weg, doch Du wirst Dich wesentlich besser fühlen, wenn Du sicher weißt, dass alles in Ordnung ist. Die oberste Regel beim Brustabtasten: Keine Panik bekommen. Nicht jedes Knötchen deutet gleich auf eine Krebserkrankung hin. Manche Verhärtungen und Knoten im Gewebe sind natürlich. Trotzdem solltest Du natürlich immer, wenn Du ein schlechtes Gefühl hast, Deinen Gynäkologen zu Rate ziehen. Lieber einmal zu viel untersucht, als zu wenig. Mit der Zeit lernst Du dann Deine natürliche Brustform und die Struktur des Gewebes besser kennen und kannst Veränderungen einfacher ertasten.

Brust abtasten Anleitung

Die Brust richtig abtasten ist gar nicht schwierig, kann aber Leben retten.

Brust abtasten: Brustkrebs erkennen mit dieser Anleitung

Was ist normal? Was ist unnormal? Wie fühlt sich ein Brustknoten an? Dazu lässt sich grundsätzlich sagen: Bewegliche, weiche, runde Knoten sind in der Regel gutartig. Ein bösartiger Tumor ist fest verwachsen und lässt sich nicht schieben. Allerdings sind auch solche Pauschalaussagen nicht immer zutreffend, weshalb ein Arztbesuch auch hier angebracht ist, wenn man sich bei einem ertastbaren Geschwür nicht sicher ist.

Übrigens: Der beste Zeitpunkt, um seine Brust abzutasten, ist am 7. bis 10. Tag nach Einsetzen der Periode, da vor der Menstruation gerne nochmal Hormone für kleine Verhärtungen in der Brust sorgen können. Wenn Du bereits in der Menopause bist, dann setze Dir einfach einen festen Termin jeden Monat, an dem Du Deine Brust untersuchst. Wie tastet man den Busen nun also zur Vorsorge richtig ab?

Stell Dich oberkörperfrei vor einen Spiegel und geh beim Brustabtasten wie folgt vor:

Schritt 1: Stell Dich mit herunterhängenden Armen vor den Spiegel und betrachte die Form Deiner Brüste. Siehst Du deutliche Veränderungen an der Form, der Größe oder speziell an den Brustwarzen? Bösartige Veränderungen treten gerne auch mal einseitig auf, sodass eine Brust vielleicht anders aussieht als die andere.

Schritt 2: Strecke beide Arme gleichzeitig nach oben. Wiederhole diese Vorgang ruhig ein paar Mal. Entdeckst Du unnatürliche Eindellungen, speziell an den Brustwarzen? Sind sie vielleicht ungleichmäßig nach innen gezogen? Zeichnen sich sonst Beulen oder Schatten ab, die auffällig aussehen?

Brust untersuchen

Die Brust selbst untersuchen ist nicht schwierig. Mit ein paar Handgriffen kannst Du checken, ob alles in Ordnung ist.

Schritt 3: Stemme die Arme in die Hüften und beobachte abermals, ob Dir irgendwelche Veränderungen auffallen.

Schritt 4: Nimm die Arme wieder herunter und taste nun Deine Brust ab. Dazu streichst Du zunächst im Uhrzeigersinn mit der flachen Hand über die gesamte Brust. Dann kannst Du nochmal gerade und von der Brustwarze ausgehend nach außen streichen. Fühlst Du einen Knoten, der sich womöglich auch nicht verschieben lässt?

Schritt 5: Nun untersuchst Du Deine Achselhöhlen. Nimm drei Finger der gegenüberliegenden Hand und halte sie seitlich der Brust in der Achselhöhle, der Arm ist etwas angehoben. Taste nun, ob Du aufällige Knoten spürst. Aufgepasst: Gerade im Übergang zwischen Achseln und Brustkorb befinden sich Lymphknoten, die völlig normal sind und die Du auch ertasten kannst. Wenn Du sie drückst, kann sich das unangenehm anfühlen, ja sogar schmerzhaft sein. Ganz normal! Fühlst Du allerdings eine Verhärtung im Gewebe, die nicht weh tut, sollten die Alarmglocken angehen.

Schritt 6: Leg Dich hin und taste auch so nochmal Deine komplette Brust ab. Vor allem der untere Brustbereich lässt sich so gut untersuchen.

Fertig ist Deine Untersuchung! Wie sehen Deine Ergebnisse aus: Hast Du etwas gespürt oder beobachtet, dass ein potenzielles Anzeichen für Brustkrebs ist?

Wann Du nach dem der Selbstuntersuchung zum Frauenarzt gehen solltest

Einen Arzt musst Du in jedem Fall konsultieren, wenn…

  • … Du bei der Selbstuntersuchung der Brust Knoten und Verhärtungen gefunden hast, die vorher noch nicht da waren.
  • … Größen- oder Formveränderungen bei Deinen Brüsten auftreten.
  • … Du Knoten in den Achselhöhlen ertastest.
  • … sich Deine Brüste beim Heben der Arme unnatürlich verformen.
  • … eine Rötung bzw. ein Ausschlag auftritt, die nicht mehr abklingt.

Diese Symptome und Anzeichen können auf Brustkrebs hindeuten. Brustkrebs erkennen und diagnostizieren kann dann jedoch natürlich nur der Facharzt.

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Brustabtasten kannst Du Dir nochmal hier anschauen:

Was Du neben Brust abtasten noch zur Früherkennung von Brustkrebs tun solltest

Ab dem 30. Lebensjahr wird ein jährlicher Besuch beim Frauenarzt zur Brustkrebsfrüherkennung von den Krankenkassen bezahlt. Auch vorher kann man sich jedoch gynäkologisch untersuchen lassen, um sicher zu gehen und einen Tumor in der Brust auszuschließen. Ab dem 50. Lebensjahr wird Frauen auch eine Mammographie alle zwei Jahre angeboten, also ein kostenloses Screening des Brustgewebes unter einem speziellen Röntgengerät. Dies ist freiwillig, aber wir raten dringend, es in Anspruch zu nehmen. Du musst schließlich nichts für die Vorsorge-Untersuchung bezahlen und kannst erleichterter leben, wenn Du weißt, dass Deine Brüste gesund sind.

Brust abtasten und regelmäßige Brustkrebsvorsorge beim Frauenarzt sind also Dinge, die man auf keinen Fall vernachlässigen sollte. Es sind nur kleine Schritte, die gesundheitlich aber so viel bewirken und Schlimmeres verhindern können. Übrigens: Der Frauenarzt bzw. die Frauenärztin kann Dir auch helfen, das Brustabtasten richtig zu lernen und Dir hilfreiche Tipps und Hinweise geben.

Bildquellen: iStock/gbh007, iStock/viyadaistock, iStock/VladimirFLoyd


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