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Gesundheitsrisiko

Deine Mundbakterien können Krebs auslösen

Juliane Timmam 05.04.2017 um 17:28 Uhr

Nach diesem Artikel, wirst Du Dir bestimmt gleich Deine Zähne putzen wollen, versprochen: Du schützt durch die richtige Mundhygiene nicht nur Deine Zähne vor Karies und Zahnfleischblutungen, sondern senkst auch mit jeder Reinigung Dein Krebsrisiko. Forschungen zeigen, dass die Bakterien in Deinem Mund auf ein Risiko bestimmter Krebsarten hinweisen können.

Auch wenn die Forscher die Verbindung noch nicht ganz verstehen, glauben sie, dass die Bakterien in Deinen Blutkreislauf geraten und so in verschiedene Organe eindringen, wo sie dann Gewebe infizieren.

Verschiedene Studien haben so Verbindungen zu Brustkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Speiseröhrenkrebs und Darmkrebs entdeckt. Natürlich spielen Alkohol und Rauchen auch eine Rolle beim Krebsrisiko, Forscher hoffen aber, dass sie eines Tages anhand der vorhandenen Bakterien in Deinem Körper Dein Krebsrisiko genauer bestimmen können. Diese Keime, die in Deinem Zahnfleisch und Zähnen stecken, können folgende Krankheiten auslösen:

Brustkrebs

Bakterien, die für Zahnfleischerkrankungen sorgen, sollen auch Brustkrebs auslösen können, das fand eine US-Studie der Universität von Buffalo, New York, heraus. An der Studie hatten 2015 über 73.000 Frauen, die ihre Menopause schon hinter sich hatten, teilgenommen. Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass Menschen mit Zahnfleischerkrankungen ein um 14 Prozent höheres Brustkrebsrisiko besitzen als Menschen ohne diese Erkrankung.

Die Forscher gehen davon aus, dass die Bakterien vom Mund in den Kreislauf geraten und so das Brustgewebe befallen. Bei Frauen, die Zahnfleischblutungen haben und in den letzten 20 Jahren das Rauchen aufgaben, sei das Brustkrebs-Risiko 26 Prozent höher als bei anderen. Wie und vor allem wann Du Deine Brust richtig abtastest, erfährst Du hier.

Die Bakterien in Deinem Mund können darauf hinweisen, wie hoch Dein Brustkrebsrisiko ist.

Die Bakterien in Deinem Mund können darauf hinweisen, wie hoch Dein Brustkrebsrisiko ist.

Bauchspeicheldrüsenkrebs

Menschen, bei denen man die Bakteriengattung Porphyromonas gingivalis in der Mundhöhle findet, ist das Risiko 60 Prozent höher an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken, als bei anderen. Auch das Bakterium Actinobacillus verdoppelt das Risiko auf diese Sorte Krebs. Beide Bakterien sind eine Ursache von Parodontitis, eine ernste Form der Zahnfleischerkrankung. Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine der tödlichsten Krebsformen, weil sie im frühen Stadium noch sehr schwer zu diagnostizieren ist.

Speiseröhrenkrebs

Studien haben ergeben, dass es Unterschiede der Mundflora bei Menschen gibt, die Speiseröhrenkrebs haben und die, die es nicht haben. Menschen mit Speiseröhrenkrebs haben auch weniger Proteobakterien im Mund als krebsfreie Menschen. Wie schon beim Bauchspeicheldrüsenkrebs soll auch das Bakterium Porphyromonas gingivalis bei Patienten mit Speiseröhrenkrebs eine Rolle spielen, das fanden US-Wissenschaftler an der Zahnmedizin-Schule der Universität von Louisville heraus.

Darmkrebs

Eine Studie von 2016 hat gezeigt, dass die Bakterien in Deinem Mund, die fürs Zahnfleischbluten verantwortlich sind, Dein Risiko auf Darmkrebs erhöhen können. Das verantwortliche Fusobakterium wandert durch Dein Blut zum Darm, wo es Krebs auslösen oder bestehende Tumore verschlimmern kann.

Auch für uns gilt ab sofort: Lieber einmal mehr die Zähne putzen als einmal zu wenig. Und niemals eine Krebsvorsorge-Untersuchung vergessen. Das sind wir unserer Gesundheit schuldig!

Bildquelle: iStock/g-stockstudio, iStock/gbh007


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