Schmerzen

Erste Hilfe bei Menstruationsbeschwerden

Christina Cascinoam 12.05.2016 um 08:44 Uhr

Fast jede Frau kennt sie und wird einmal im Monat von ihnen heimgesucht: Menstruationsbeschwerden vor und während der Periode tun nicht nur weh, sondern können auch den Alltag einer Frau stark beeinflussen. Denn wenn die schmerzenden Krämpfe im Unterleib einsetzen, möchte man sich am liebsten im Bett verkriechen. Wir haben hilfreiche Tipps für Dich, mit denen Du die Menstruationsbeschwerden lindern kannst.

Alle 28 Tage, wenn sich kein befruchtetes Ei in der Gebärmutter eingenistet hat, wird ein Teil der Schleimhaut abgebaut und die Reste abgestoßen – es kommt zur monatlichen Regelblutung. Für Frauen kann die gerade in den ersten Tagen sehr schmerzhaft ein: Kopfschmerzen, Übelkeit und Stimmungsschwankungen sind nur einige der zahlreichen Beschwerden, mit denen sich eine Frau neben den Schmerzen im Rücken und im Bauch herumschlagen muss.

Menstruationsbeschwerden

Fast alle Frauen leiden regelmäßig unter Menstruationsbeschwerden

Vor allem Frauen mit einem engen Gebärmutterhals leiden sehr häufig unter starken Menstruationsbeschwerden. Betroffen sind zudem Frauen mit gynäkologischen Krankheiten oder Störungen, etwa Entzündungen der Gebärmutter oder der Eileiter, Verwachsungen an den Eileitern und Eierstöcken, Myomen oder einer Endometriose.

Häufige Beschwerden vor und während der Menstruation

  • Kopf-, Rücken- und Unterleibsschmerzen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Kreislaufbeschwerden
  • Verspannungen, Brustschmerzen
  • Stimmungsschwankungen
  • Erschöpfung, Müdigkeit
  • Hautunreinheiten wie Pickel
  • Gewichtszunahme, da sich Wasser im Gewebe ansammelt
  • Heißhungerattacken

Erste Hilfe-Tipps gegen Menstruationsbeschwerden

1. Tipp: Sport

Bewegung tut gut und hält fit. Auch während Deiner Periode. Auslöser der Schmerzen sind nämlich meist körpereigene Botenstoffe (Prostaglandine), die dafür sorgen, dass sich die Gebärmutter-Muskulatur zusammenzieht, damit der Körper die aufgebaute Schleimhaut abstoßen kann. Da die Gebärmutter durch die Muskelkontraktion nur schlecht durchblutet ist, kommt es zu Krämpfen im Unterleib. Sport hilft dabei, Verkrampfungen zu lösen und das Becken wieder richtig zu durchbluten. Sehr gut geeignet sind leichte Sportarten wie Yoga, Radfahren oder Gymnastik. Auch Spaziergänge und Meditationen können Menstruationsbeschwerden lindern.

2. Tipp: Antibabyille

Hormonhaltige Verhütungsmittel wie die Pille oder der Vaginalring regulieren die Hormone im Körper und sorgen so für eine regelmäßige Blutung. Frauen, die damit verhüten, empfinden die Beschwerden während ihrer Menstruation als weniger schlimm, manche haben sogar gar keine Schmerzen mehr. Auch Präparate wie Kontrazeptive mit dem Hormon Chlormadinonacetat verhindern die Bildung der Prostaglandine gut. Hier ist ein Gespräch mit dem Frauenarzt sinnvoll.

3. Tipp: Wärme

Das Erste-Hilfe-Mittel bei Menstruationsbeschwerden überhaupt ist Wärme, denn die wirkt krampflösend. Also schnapp Dir Deine Wärmflasche oder Dein Kirschkernkissen und lege Dich damit ins Bett. Auch warme Bäder und Saunagänge können die Schmerzen lindern. Und unbedingt darauf achten, dass Du Deine Füße warm hälst!

4. Tipp: Akupressuren

Auch die Stimulation eines Akupressurpunktes kann die Krämpfe während Deiner Menstruation mindern. Einfach mit Daumen oder Zeigefinger auf die Stelle pressen, die sich an den Unterschenkel-Innenseiten etwa eine Hand breit unterhalb des Knies befinden.

5. Tipp: Massage

Während der Monatsblutung können nicht nur fiese Unterleibschmerzen auftreten, sondern auch Schmerzen im Rücken. Hier kann eine Massage Abhilfe verschaffen, denn Die entspannt Deine Muskeln im gesamten Körper.

6. Tipp: Kein Alkohol und Nikotin

Rauchen ist ungesund. Und das gilt auch während der Periode, denn Rauchen verringert die Durchblutung des Gewebes noch weiter und verstärkt so die Krämpfe. Auch auf einen regelmäßigen Alkohol-Konsum ist zu verzichten.

7. Tipp: Magnesium

Magnesium hilft bekanntlich, um allerlei Muskelkrämpfe zu lösen. Auch bei Menstruationsbeschwerden können die Tabletten helfen und das schmerzende ziehen in Deinem Unterleib mindern.

8. Tipp: Pflanzliche Präparate

Kamillenblüten, Frauenmantel, Melisse, Mönchspfeffer, Johanniskraut, Gänsefingerkraut oder Schafgarbe entspannen die Gebärmutter-Muskulatur und lindern zusätzlich Stimmungsschwankungen. Am besten nimmst Du Diese Hausmittelchen in Form von Kräutertees ein, die Dich zusätzlich wärmen.

9. Tipp: Ätherische Öle

Auch ätherische Öle mildern die Menstruationsbeschwerden. Vor allem Kamille, Fenchel, Heublumen, Majoran, Wacholder eignen sich wunderbar, um Schmerzen zu lösen: Du kannst die Öle entweder in Deinen Unterleib einmassieren oder in ein warmes Tuch geben und dieses auf Deine schmerzenden Stellen legen.

10. Tipp: Gesunde Ernährung

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist das A und O. Medizinier raten bei Menstruationsbeschwerden zu einer magnesium- und kalziumreichen Kost wie Nüsse, getrocknete Hülsenfrüchte, Sonnenblumenkerne, weiße Bohnen, Spinat, Hartkäse und Vollmilch. Auch eine gute Versorgung mit Vitamin B6 (z.B. in Makrelen, Lachs, Bananen und Vollkornbrot) kann bei Regelschmerzen helfen, weil das Nervensystem dadurch stabilisiert wird.

Menstruationsbeschwerden tun weh und können den Alltag einer Frau ganz schön beschweren. Mit unseren Erste-Hilfe-Tipps sollte sich allerdings eine Linderung der Schmerzen einstellen. Falls Du allerdings weiter unter starken Regelschmerzen leidest, solltest Du Dich zu Deinem Frauenarzt begeben, denn in manchen Fällen stecken Erkrankungen wie Endometriose dahinter.

Bildquelle: iStock/AndreyPopov

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