Fit durch Bewegung

Physiotherapie

am 16.05.2013 um 12:33 Uhr

Die Physiotherapie bietet eine wirkungsvolle Alternative zu Medikamenten, wenn es um die Behandlung von Beschwerden und Einschränkungen am Bewegungsapparat geht. Wer die vielfältigen Möglichkeiten der Physiotherapie wahrnimmt, kann viel für die eigene Beweglichkeit und Belastbarkeit tun.

Physiotherapie ist eine vielseitige Behandlungsmethode, um etwa nach einem Unfall oder einer Operation schnell wieder auf die Beine zu kommen. Aber auch bei alltäglichen Beschwerden, die durch Überlastung oder zunehmendes Alter auftreten, kann Physiotherapie helfen, diese gezielt zu bekämpfen. Auch im Sportbereich ist Physiotherapie eine sinnvolle Ergänzung zur Leistungsverbesserung durch das Training. Durch gezielte Übungen und Behandlungsmethoden können Beschwerden am Bewegungsapparat gelindert werden, ohne dass dabei zwingend Medikamente eingesetzt werden müssen, doch eines ist wichtig: Ohne die Mitarbeit des Patienten kann Physiotherapie nicht funktionieren, denn die Übungen zeigen nur dann den gewünschten Effekt zeigen, wenn der Patient sie aktiv mitmacht und gegebenenfalls auch zuhause weiter trainiert.

Wo kommt Physiotherapie zum Einsatz?

Physiotherapie kann bei vielen verschiedenen Krankheiten und Beschwerden eingesetzt werden, die aus allen Fachrichtungen der Medizin stammen können. Der Schwerpunkt der Physiotherapie liegt aber meist im Bereich der Chirurgie und Orthopädie. Nach Knochenbrüchen, Muskel- oder Sehnenverletzungen, bei Arthrose oder auch Rheuma wird Physiotherapie grundsätzlich verschrieben, um den Patienten zu mobilisieren und seinen Körper schnell wieder belastbar zu machen.

Physiotherapeuten arbeiten heute in vielen Bereichen des Gesundheitssektors.

Physiotherapie ist häufig eine Alternative zu medikamentöser Behandlung.

Es gibt darüber hinaus aber auch chronische Einschränkungen des Bewegungsapparates, die Ihre Ursache in anderen Bereichen haben. So führt zum Beispiel ein Schlaganfall oft zu Lähmungen verschiedener Körperpartien. In einem solchen Fall wird ein Therapeut mit Spezialisierung auf neurologische Physiotherapie zu Rate gezogen. Auch Lungen- oder Herzkrankheiten wirken sich auf Bewegungsabläufe und die Mobilität aus. Hier hilft Physiotherapie, die Leistungsfähigkeit des Patienten so weit zu steigern, dass er sein Leben möglichst normal führen kann. Speziell für Schwangere und Mütter bietet die Physiotherapie den Fachbereich der Pädiatrie, also Kinderheilkunde an. Therapeuten aus diesem Fachbereich helfen Kindern vom Säuglingsalter bis in die Pubertät dabei, Entwicklungsverzögerungen aufzuholen oder Fehlentwicklungen gezielt entgegenzuwirken. Gynäkologische Physiotherapiepraxen sind der richtige Ansprechpartner bei Problemen und Fragen rund um die Geburt. So kann Physiotherapie bei der Geburtsvorbereitung helfen und nach der Geburt bei der optimalen Rückbildung unterstützen. Auch ein durch die Schwangerschaft aufgetretener Diabetes Mellitus oder eine Inkontinenz können mit Physiotherapie gezielt behandelt werden.

Physiotherapie und Sport

Im Bereich des Sports betreuen Physiotherapeuten sowohl Leistungssportler als auch Hobbyathleten. Mithilfe physiotherapeutischer Übungen können Sportler so gezielt darauf hinarbeiten, optimale Ergebnisse zu erzielen. Gleichzeitig kommt die Physiotherapie auch bei Überlastungssyndromen oder Verletzungen zum Einsatz. Bei vielen Behandlungen im Rahmen der Physiotherapie werden Trainingsgeräte ähnlich denen in einem Fitnessstudio eingesetzt und ein Physiotherapeut ist darin geschult, einen optimal auf die Bedürfnisse des Patienten oder Trainierenden zugeschnittenen Trainingsplan zu erstellen. Besonders große Verbreitung findet Physiotherapie heute auch im Bereich des Gesundheitssports, der gerade für Frauen häufig einen beliebten Ausgleich zum Berufsalltag darstellt. Es ist zum Beispiel möglich, im Bereich der Physiotherapie einen so genannten Präventionssportkurs wie eine Rückenschule, Pilates oder Autogenes Training zu belegen. Dabei zahlt die Krankenkasse sogar einen Teil der Kursgebühr. Wie hoch dieser Anteil ist, kannst Du bei Deiner Krankenkasse erfragen. In vielen Physiotherapiepraxen kannst Du neben der eigentlichen Behandlung auch zusätzliche Sportangebote wahrnehmen, um richtig in Schwung zu kommen. Dabei reicht das Angebot von Gerätetraining über Fitnesskurse bis hin zu Massagen. Diese Leistungen sind in der Regel speziell auf den Sportbereich abgestimmt und müssen nicht ärztlich verschrieben werden, dafür musst Du die Kosten für die Nutzung des Angebotes in der Regel aber selbst tragen. Ein typisches Beispiel ist das so genannte Kineseo-Taping. Bei dieser Behandlungsmethode klebt man besondere Pflaster auf die Haut, die durch mechanische Reize die Heilung unterstützen und dabei meist völlig auf Medikamenteneinwirkung verzichten können.

Physiotherapie gibt es nur auf Rezept!

Damit Dein Physiotherapeut dich behandeln darf, braucht er eine ärztliche Verordnung, also ein Rezept, auf dem auch genau festgelegt ist, was der Therapeut behandeln soll. Auf ein Rezept zur Behandlung von Rückenschmerzen darf der Physiotherapeut beispielsweise keine während der Behandlung auftretende Verletzung am Fuß behandeln. Auch muss der Arzt die Art und Dauer der Behandlung festlegen. Besonders wichtig für den Therapieerfolg ist eine enge Zusammenarbeit zwischen dem behandelnden Arzt und der Physiotherapiepraxis. So kann der behandelnde Therapeut dem Arzt vorschlagen, die Art, Dauer, Frequenz oder Anzahl der Behandlungen individuell anzupassen. In der Regel umfasst ein Rezept sechs Behandlungen von jeweils zwanzig Minuten, die auf ein bis zwei Sitzungen pro Woche verteilt sind. Bei der Terminvergabe müssen diese Vorgaben beachtet werden. Außerdem muss ein Rezept über Physiotherapie innerhalb von zehn Tagen nach der Ausstellung begonnen werden. Wenn Dein Arzt Dir also ein Rezept für Physiotherapie ausgestellt hat, solltest Du darauf achten, den ersten Termin möglichst frühzeitig zu vereinbaren, damit Dein Rezept nicht verfällt. Es ist im Laufe der Behandlung aber auch möglich, ein Rezept zu unterbrechen, wenn Du zum Beispiel einen Urlaub gebucht hast oder eine Erkältung bekommst.

Physiotherapie: So findest Du die passende Behandlungsmethode

Bei der Wahl der passenden Physiotherapie hilft Dir in der Regel Dein Arzt, wenn er Dir die Physiotherapie im Rahmen einer ärztlichen Behandlung verschreibt. Du kannst aber auch selbst einige Dinge berücksichtigen, um die passende Behandlungsmethode zu finden und den gewünschten Effekt zu erzielen. So solltest Du immer darauf achten, dass der Therapeut, der Deine Behandlung durchführt, entsprechend qualifiziert ist und eine Zusatzausbildung für spezielle Behandlungsmethoden genossen hat. In der Physiotherapie sind regelmäßige Fortbildungen für Therapeuten unerlässlich, um immer auf dem aktuellen Stand der medizinischen Entwicklung zu bleiben und Patientenbedürfnisse ganz individuell berücksichtigen zu können. Nur eine spezielle Fortbildung berechtigt den Therapeuten, besondere Behandlungsmethoden bei den Krankenkassen abzurechnen. Dadurch hast Du als Patientin aber auch die Sicherheit, dass Dein Therapeut ein echter Fachmann ist. Die meisten Therapeuten spezialisieren sich dabei auf ein Fachgebiet, ähnlich wie ein Arzt. Du hast Gelenkprobleme? Wenn Du Deinen Arm nicht mehr über Schulterhöhe heben kannst oder Dir beim Bücken der Rücken weh tut, ist wahrscheinlich die manuelle Therapie genau das Richtige für Dich. Bei dieser Form der Physiotherapie werden durch gezieltes Bewegen des entsprechenden Gelenks Blockaden gelöst und Schmerzen gemindert. Vojta oder Bobath hingegen sind Fachgebiete aus der neurologischen Physiotherapie, die aber auch in der Pädiatrie Anwendung finden. Manche Physiotherapeuten haben eine Zusatzausbildung für die Gynäkologie, wobei das Beckenbodentraining im Vordergrund steht. Wenn Du Dich im Rahmen Deiner Schwangerschaft oder für die Geburtsvorbereitung für Physiotherapie interessierst, solltest Du nach einer Praxis mit dem entsprechenden Schwerpunkt Ausschau halten.

Die Möglichkeiten der Physiotherapie sind vielseitig und können Dir in vielen Bereichen Deines Lebens helfen, belastbar und mobil zu bleiben. Besonders interessant ist dabei, dass die Physiotherapie auch präventiv eingesetzt werden kann, um Schädigungen und Beschwerden vorzubeugen. Bei richtiger und gezielter Anwendung kann Physiotherapie Symptome und Beschwerden häufig ganz ohne den Einsatz von Medikamenten lindern. Die Mitarbeit der Patientin ist aber ein besonders wichtiger Faktor, damit Physiotherapie die gewünschten Erfolge erzielen kann.

Bildquelle: Belahoche | Dreamstime.com

Kommentar (1)

  • beere29 am 04.06.2013 um 10:15 Uhr

    Hallihallo, die Physiotherapie lässt sich ja wirklich vielseitig einsetzen. Das war mir vorher gar nicht bewusst. Ich dachte, dass sie ausschließlich für Verletzungen aus dem Bereich der Orthopädie sinnvoll ist. Ich habe mir vor kurzem meinen Mittelfußknochen gebrochen und jetzt bin ich nicht sicher, ob Physiotherapie auch hierbei sinnvoll ist. Ich dachte, dass der Knochen einfach wieder zusammenwächst und sich alles ganz normal einstellt. Oder benötige ich doch eine Physiotherapie?