Zyklus-Apps
Nina Rölleram 17.11.2016

Gesundheitsapps, mit denen Du Vorgänge in Deinem Körper oder sportliche Erfolge tracken kannst, liegen voll im Trend. Für uns Frauen bieten sich da natürlich Zyklus-Apps an, mit denen man einen Überblick über seine Monatsblutungen bekommen kann. Die neuen Apps sind dabei viel mehr als bloße Kalender, sondern sagen sogar den Zeitpunkt der nächsten Periode vorher und informieren Dich über den Zeitpunkt Deines Eisprungs und Deine fruchtbaren Tage. Doch kann das wirklich funktionieren? Wir haben uns das einmal näher angesehen.

Ein weiblicher Zyklus dauert durchschnittlich 28 Tage und beginnt jeweils mit dem ersten Tag der Menstruation. Dabei handelt es sich allerdings eben nur um einen Durchschnittswert. Bei den meisten Frauen, die nicht hormonell verhüten, sieht die Realität oft anders aus: Die Dauer der Periode variiert ebenso wie deren Intensität und nicht immer dauert der Zyklus genau 28 Tage. Zyklus-Apps versprechen aber, relativ zuverlässige Vorhersagen zu treffen und den Überblick zu bewahren. Wie das geht und ob sich die schlauen Programme auch zur Verhütung eignen, erfährst Du hier!

Zyklus-Apps

Zyklus-Apps können auch zur Familienplanung genutzt werden.

So funktionieren Zyklus-Apps

Zyklus-Apps können sowohl für Frauen von Vorteil sein, die versuchen, schwanger zu werden, als auch für solche, die dies vermeiden wollen. Grundlegend erfassen Zyklus-Apps erst einmal die Länge und Zeitpunkte Deiner Monatsblutung. Diese trägst Du selbst möglichst genau in die App ein. Je nach Funktionsumfang kannst Du zusätzliche Angaben über die Intensität der Blutung, körperliche Beschwerden, Deine Stimmung oder andere Begleiterscheinungen machen.

Mit der Zeit fütterst Du mit Deinen Daten den Algorithmus, der immer zuverlässiger vorhersagen kann, wann Du mit dem Eintreffen der nächsten „Erdbeerwoche” rechnen kannst. Die meisten Apps markieren außerdem den ungefähren Tag Deines Eisprungs sowie die Tage, an denen Du besonders fruchtbar bist. Das kann ziemlich praktisch sein, denn so erlebst Du keine unangenehmen Überraschungen, weißt, wann Du wieder neue Tampons kaufen musst oder an welchen Tagen Du es im nächsten Monat lieber etwas ruhiger angehen lässt. Außerdem hast Du stets die korrekte Antwort parat, wenn Du beim frauenärztlichen Vorsorgetermin nach dem Zeitpunkt Deiner letzten Periode gefragt wirst.

Bei Clue wird nicht um den heißen Brei herumgeredet

Wenn Du in App Stores nach Zyklus-Apps suchst, wirst Du erstmal mit vielen pinkfarbenen Icons im Blümchen- und Schmetterlingslook bombardiert. Man könnte den Eindruck bekommen, dass diese Apps gar nicht zum Erfassen der Monatsblutung gedacht sind. Stattdessen wird lieber alles in blumigen Metaphern umschrieben und mit niedlichem Design statt Funktionalität geworben. Das Berliner Startup Clue setzt mit seiner Zyklus-App dagegen: Nach eigenen Angaben ist ihr Programm „Selbstbewusst. Wissenschaftlich. Nicht pink.” Anstatt um den heißen Brei herumzureden, liefert Clue eine Tracking-App im modernen schlichten Look „ohne Schmetterlinge”.

Durch das Erfassen von Symptomen kannst Du Deinen Körper besser kennenlernen und erkennst so vielleicht auch gewisse Muster, die Stimmungsschwankungen oder Heißhungerattacken erklären können. Clue wurde daher auch vom Journal für Geburtshilfe & Gynäkologie des American College of Obstetricians and Gynecologists zur besten Zyklus-App gekürt. Zusätzlich liefert die App nämlich auch Informationsmaterial, wenn Du Dich fragst, ob Dein Zyklus normal ist oder wann Du am besten schwanger werden kannst. Clue kannst Du Dir kostenlos für Dein iPhone oder Android-Smartphone herunterladen.

Sind Zyklus-Apps eine Alternative zur hormonellen Verhütung?

Zyklus-Apps

Kann man mit Zyklus-Apps verhüten?

Viele Frauen suchen aufgrund bedenklicher Nebenwirkungen nach alternativen Verhütungsmethoden, die ohne die Einnahme von Hormonen auskommen. Auf den ersten Blick wirken Zyklus-Apps wie eine clevere Lösung: Kann man nicht einfach nur an den Tagen mit Kondomen verhüten, an denen die App fruchtbare Tage vorhersagt? Ganz so einfach ist es leider nicht, denn bei den Vorhersagen handelt es sich immer nur um grobe Richtwerte, die auch mal total daneben liegen können. Dein Zyklus kann nämlich auch von vielen anderen Faktoren, wie zum Beispiel Ernährung oder Stress beeinflusst werden – und somit auch Deine fruchtbaren Tage. Sich bei der Verhütung also gänzlich auf die Zyklus-Apps zu verlassen, ist eine sehr schlechte Idee! Die meisten Apps geben daher auch im App Store an nicht als Verhütungsmethode geeignet zu sein. Ärzte kritisieren aber, dass sie besonders jungen Mädchen suggerieren, dass sie sich auf die Daten der App verlassen können. Als Verhütungsmethode eignen sich die Apps wirklich nur dann, wenn Du einen sehr regelmäßigen Zyklus und Deine Daten bereits über einen sehr langen Zeitraum eingegeben hast. Zusätzlich musst Du Deine morgendliche Basaltemperatur mit einem genauen Thermometer messen und die Werte täglich eintragen. Wie die sogenannte natürliche Familienplanung funktioniert, erfährst Du hier.

Benutzt Du bereits eine Zyklus-App, um Deine Periode zu tracken oder hast Du auch ohne Dein Smartphone stets den Überblick? Wenn Du ständig von Deinen Tagen überrascht wirst und mal wieder ohne Tampons dastehst, solltest Du die App mal ausprobieren! Ansonsten ist vielleicht auch eine wiederverwendbare Menstruationstasse etwas für Dich.

Bildquelle: iStock/pxhidalgo, iStock/Jay_Zynism, iStock/jes2ufoto


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